VSX unterstützt Nothilfeeinsatz von arche noVa im Libanon

23.09.2020
Vor über einem Monat ereignete sich die verheerende Explosion im Hafen von Beirut, bei dem viele Menschen verletzt und gar getötet worden sind sowie unzählige Gebäude zerstört wurden. Für das ohnehin schon krisengeschüttelte Land ein weiterer Rückschlag, der ohne humanitäre Hilfe aus dem Ausland kaum zu bewältigen wäre. Um einen dieser Hilfseinsätze zu unterstützen, hat VSX – VOGEL SOFTWARE eine Sofortspende an die in Dresden ansässige Hilfsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V. geleistet.
VSX unterstützt Nothilfeeinsatz von arche noVa im Libanon

Beirut nach der verheerenden Explosion im Hafen. Die arche noVa Helfer sondieren die Lage, um die Bevölkerung bestmöglich unterstützen zu können. (Bildquelle: arche noVa e.V.)

arche noVa ist auf die Bereitstellung und Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung in krisengeschüttelten Regionen spezialisiert und erhält regelmäßig Spenden von VSX, um sowohl Nothilfeeinsätze wie jetzt im Libanon, aber auch fortlaufende Projekte der Entwicklungszusammenarbeit rund um den Globus finanzieren zu können. Im Libanon liegt ein Fokus der Arbeit zudem auf der Versorgung mit Sanitär- und Desinfektionspaketen.

Das arche noVa Team war zuletzt in Karantina unterwegs, einem der ärmsten Bezirke Beiruts. Hier sind die Schäden in Folge der Explosion nicht so spektakulär wie an den schicken Gebäuden in Hafennähe, dafür ist der Hilfsbedarf umso größer. Denn hier leben Menschen, die die Krise nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Bei der Explosion wurden viele der Gebäude im Inneren beschädigt, insbesondere Fenster, Türen und Möbel gingen zu Bruch. Die Aufräum- und Aufbauarbeiten nehmen die Menschen in Beschlag. Zugleich herrscht nicht zuletzt auch wegen Covid-19 eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Familienkassen sind leer.

Die Hilfsgüter kommen besonders bedürftigen Menschen zugute. Bei einer Aktion hat arche noVa mit der libanesischen Organisation DPNA zusammengearbeitet, die seit der Katastrophe in Beirut im Nothilfeeinsatz ist und besonders bedürftige Frauen für die Verteilung ermittelt hat. Sie stammen aus dem Libanon, Palästina und Syrien. Insgesamt 1.000 Pakete mit Hygieneartikeln wurden verteilt. Es handelt sich um sogenannte "Dignity-Kits", die die besonderen Bedürfnisse von Frauen berücksichtigen. In den Paketen befinden sich Damenbinden, Desinfektionsmittel, Seife, zwei kleine Handtücher, feuchte Tücher und Shampoo, ausreichend für etwa zwei Monate. Die Verteilung konnte dank der bereits eingegangenen Spenden für die arche noVa Nothilfe im Libanon finanziert werden.

Zu den weiteren Hilfsleistungen, mit denen das Team bereits begonnen hat, zählen zehn mobile Toiletten und zehn Duschkabinen, die in Notunterkünften für obdachlos gewordene Menschen in Beirut aufgestellt werden.

Hilfsbedarf im ganzen Land riesig
Die Explosions-Katastrophe vor einem Monat in Beirut traf ein Land, das bereits zuvor mit zahlreichen Krisen und Herausforderungen zu kämpfen hatte. Angefangen von einer desaströsen Wirtschaftslage und einer Regierungskrise über mangelnde Infrastruktur bis hin zu steigenden Corona-Infektionszahlen und der Unterbringung von rund 1,5 Millionen Geflüchteten (rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerungszahl).

„Es ist kaum möglich, all die Schwierigkeiten und Herausforderungen zu erklären, mit denen die Menschen im Libanon derzeit konfrontiert sind“ erläutert Muriel Schockenhoff, arche noVa Projektreferentin im Libanon. „Alle sind betroffen, alle haben Bedürfnisse. Selbst diejenigen, die früher viel Geld auf ihren Bankkonten hatten, haben jetzt keinen Zugang mehr zu diesem Geld. Das ganze Land braucht Unterstützung und Veränderung.“

Besonders schwierig sind die Lebensbedingungen für die vielen Geflüchteten im Land. Das gilt sowohl für Palästinenserinnen und Palästinenser, die hier meist schon seit Jahrzehnten leben, als auch für Familien aus Syrien, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land geflohen sind. „De facto ist die Versorgungslage der Geflüchteten im Libanon dramatisch“ so Schockenhoff zur aktuellen Lage. „Die Einkommensmöglichkeiten sind extrem beschränkt, die Unterkünfte provisorisch, ein Großteil der Kinder hat keinen Zugang zu Bildung. Viele Familien leben in informellen Camps. Dort hat unser lokales Team in den letzten Wochen verstärkt gearbeitet.“

Corona-Prävention in Notunterkünften
In den kommenden Wochen werden erneut 6.000 Sanitär- und Desinfektionspakete an Menschen verteilt, die in Zelten und provisorischen Behausungen leben. Das ist die dritte Aktion dieser Art in Kooperation mit dem Libanesischen Roten Kreuz. Es gibt zwei Sorten von Hilfspaketen: Erstere zur allgemeinen Hygiene und Gesundheitsvorsorge und außerdem spezielle für bereits von Covid-19 betroffene Familien. Darin enthalten sind unter anderem Schutzhandschuhe und Fieberthermometer.

Außerdem wird arche noVa in den kommenden Wochen Reparaturmaßnahmen an den Wasser- und Sanitärsystemen in den informellen Camps vornehmen.

Spenden sind nach wie vor wichtig
„Gerade in Zeiten von Covid-19 ist die Bereitstellung von Hygiene- und Desinfektionspaketen eine sehr wichtige Maßnahme nach der Explosion in der libanesischen Hauptstadt, die wir mit unserer Spende unterstützen möchten“, erklärt Jens-Uwe Vogel, Geschäftsführer von VSX – Vogel Software. „Darüber hinaus ist die Versorgung der Menschen in krisengeschüttelten Regionen mit sauberem Trinkwasser das A und O. Jetzt im Libanon nehmen die arche noVa Spezialisten insbesondere Reparaturmaßnahmen an den Wasser- und Sanitärsystemen in den Flüchtlingscamps des Landes vor, da dort ebenfalls dringend Hilfe benötigt wird. All diese Maßnahmen können nur mit finanzieller Hilfe gestemmt werden, weshalb wir nicht nur eine entsprechende Spende ausgelöst, sondern auch unsere Mitarbeiter wieder zu Spenden aufgerufen haben.“

Für seine kontinuierliche Spendenaktivität wurde VSX – VOGEL SOFTWARE von arche noVa kürzlich als „WasserSpender“-Unternehmen ausgezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.arche-nova.org.

 

Über arche noVa
arche noVa ist eine humanitäre Organisation aus Dresden, die bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen in Notsituationen unterstützt, langfristige Entwicklungszusammenarbeit leistet und Bildungsprojekte realisiert. Gegründet 1992 von einer Gruppe engagierter Menschen, die einen Hilfsgütertransport nach Irakisch-Kurdistan organisierten, widmet sich arche noVa heute schwerpunktmäßig WASH-Projekten, die die drei Komponenten Wasser, Sanitär und Hygiene in unterschiedlichen Kontexten miteinander verbinden. Mehr als 844 Millionen Menschen weltweit fehlt es an einer sicheren Wasserversorgung und knapp ein Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne adäquate Sanitäreinrichtungen mit erheblichen Gefahren für ihre Gesundheit und Entwicklung. Deshalb sorgt arche noVa für ausreichende und sichere Wasserversorgung, sanitäre Anlagen und angepasste Hygienemaßnahmen in Regionen, die von Naturkatastrophen, Krisen und Armut betroffen sind.

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