GEA 2019 mit Zuwächsen bei Auftragseingang und Umsatz – wesentliche Fortschritte beim Konzernumbau erzielt

24.03.2020
Der Technologiekonzern GEA hat im Geschäftsjahr 2019 die eigenen Prognosen für Umsatz, EBITDA vor Restrukturierungsaufwand und Kapitalrendite erfüllt bzw. leicht übertroffen.
GEA 2019 mit Zuwächsen bei Auftragseingang und Umsatz – wesentliche Fortschritte beim Konzernumbau erzielt

GEA Group AG Düsseldorf

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes verzeichnete GEA Zuwächse bei Umsatz und Auftragseingang. Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand lag im oberen Bereich des Zielkorridors. Die Prognose für die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) wurde leicht übertroffen. Zudem konnte GEA viele der im vergangenen Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen schneller als erwartet umsetzen. Im Zusammenspiel mit der neuen Konzernstruktur hat GEA damit das Fundament für nachhaltigen finanziellen Erfolg gelegt.

Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der GEA Group Aktiengesellschaft, sagt: "Das Geschäftsjahr 2019 war für uns ein Jahr großer Fortschritte. Gegen den Trend im Maschinenbau sind wir leicht gewachsen und haben unsere Versprechen gehalten. Seit Januar 2020 arbeiten wir in der neuen divisionalen Organisationsstruktur, die unternehmerisches Handeln fördert. Wir haben die nötigen Restrukturierungen sogar schneller umgesetzt als erwartet. Mit der Schaffung eines Vorstandsressorts für Produktion und Einkauf haben wir die Weichen für weitere Effizienzsteigerungen gestellt."

Umsatz und ROCE leicht oberhalb der Prognose
Umsatz und Auftragseingang sind im Berichtsjahr gestiegen - trotz eines sich insgesamt abschwächenden wirtschaftlichen Umfeldes für den Maschinenbau. Der Auftragseingang erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,3 Prozent auf 4.931,1 Mio. EUR und erreichte damit einen neuen Höchstwert für GEA. Im Auftragseingang enthalten sind auch 17 Großaufträge, hauptsächlich aus dem Molkerei- und Getränkebereich (Vorjahr: 13 Großaufträge). Der Umsatz legte um 1,1 Prozent auf 4.879,7 Mio. EUR zu. Einen signifikanten Anteil daran hatte das Servicegeschäft, das wechselkursbereinigt um 4,7 Prozent zunahm und zum Stichtag 32 Prozent des Konzernumsatzes ausmachte. Der Gesamtumsatz lag damit sowohl über der ursprünglichen Prognose, die von einem leichten Rückgang ausgegangen war, als auch geringfügig über der im Oktober 2019 angehobenen Prognose, nach welcher der Umsatz auf Vorjahresniveau bleiben sollte. Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand reduzierte sich um 11,1 Prozent auf 479,2 Mio. Euro, lag jedoch am oberen Ende des ursprünglichen und bestätigten Prognosekorridors von 450 bis 490 Mio. EUR. Der Return on Capital Employed (ROCE) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 10,6 Prozent. Damit lag er leicht oberhalb des im Oktober bestätigten Prognosekorridors von 8,5 bis 10,5 Prozent. Hierzu hat die Reduktion des Working Capitals, das GEA um mehr als 75 Mio. EUR zurückgeführt hat, wesentlich beigetragen. Durch den starken Free Cash-Flow in Höhe von 342,2 Mio. EUR konnte die Nettofinanzposition des Konzerns um rund 100 Mio. EUR verbessert werden. Zum Jahresende weist GEA damit eine Nettoliquidität in Höhe von 28 Mio. EUR aus.

Restrukturierungsaufwand ins Jahr 2019 vorgezogen
GEA konnte 2019 diverse Restrukturierungsmaßnahmen schneller als erwartet umsetzen. Dafür nötige Aufwendungen in Höhe von rund 47 Mio. EUR, die ursprünglich für 2020 geplant waren, konnte der Konzern daher schon auf Ende 2019 vorziehen. Gegenüber dem ursprünglich angenommenen Betrag von bis zu 55 Mio. EUR betrugen die Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr nunmehr insgesamt 105 Mio. EUR. Die Differenz resultiert fast ausschließlich aus diesem vorgezogenen Restrukturierungsaufwand für die bis Ende 2020 geplante Reduzierung von insgesamt rund 800 eigenen Mitarbeitern und Leiharbeitnehmern. Davon haben bis zum Jahresende 2019 bereits etwa die Hälfte GEA verlassen. Zusätzlich zu dem vorgezogenen Restrukturierungsaufwand hat sich die nicht-zahlungswirksame Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwerts der italienischen Tochtergesellschaft Pavan erheblich auf das Konzernergebnis ausgewirkt.

Stabile Dividende von 0,85 Euro vorgeschlagen
Angesichts des soliden operativen Ergebnisses und des starken Cash-Flows von GEA werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,85 Euro je Aktie vorschlagen. Diese läge damit auf Vorjahresniveau.

Fokus 2020 auf Strategieumsetzung, Innovation und Nachhaltigkeit
Seit dem 1. Januar 2020 arbeitet das Unternehmen in der neuen divisionalen Konzernstruktur. In dieser tragen die einzelnen Divisionen volle Umsatz- und Ergebnisverantwortung. Weiterhin arbeitet GEA nachdrücklich an der Stärkung und verbesserten Steuerung des Servicegeschäfts, das sich durch attraktive Margen auszeichnet und langfristige Kundenbeziehungen ermöglicht.

GEA wird sich in den kommenden Jahren auf die konsequente Umsetzung der auf dem Kapitalmarkttag 2019 kommunizierten Ziele konzentrieren. Dazu gehört beispielsweise die weitere Optimierung von Produktions- und Einkaufsprozessen. Verantwortet werden diese Maßnahmen von Johannes Giloth, der seit dem 20. Januar neuer Chief Operating Officer von GEA ist. Durch Effizienzsteigerungen in der neuen, zentralen Einkaufsorganisation sollen 2020 bereits über 25 Mio. EUR eingespart werden. Weiterhin strebt GEA die Veräußerung einzelner Unternehmensteile an. Dazu zählen insbesondere Transaktionen, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurden. Über die kommenden Jahre wird GEA zudem weltweit ein standardisiertes SAP-System anstelle der derzeit zahlreichen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) einführen.

Einen weiteren strategischen Schwerpunkt legt GEA auf Nachhaltigkeit. "GEA ist schon heute Impulsgeber in Sachen Nachhaltigkeit. Als Technologieführer in zahlreichen Bereichen des Maschinenbaus setzen wir Maßstäbe. Dank unserer Innovationskraft können wir unseren Kunden immer effizientere und ressourcenschonendere Anlagen zur Verfügung stellen. Diese Kernkompetenz bauen wir weiter aus. 2019 haben wir beispielsweise die Initiative Sustainable Energy Solutions gegründet, die unseren Kunden aus der Lebensmittelindustrie hilft, bis zu 90 Prozent CO2 einzusparen", kommentiert Stefan Klebert. "Mit unserem Know-how-Vorsprung und wertschöpfenden Innovationen können wir dazu beitragen, globalen Herausforderungen wie Klimawandel oder Ernährungssicherheit zu begegnen. Dass GEA von Beginn an im neuen DAX 50 ESG Index gelistet ist, unterstreicht unsere Vorreiterrolle in diesem Bereich." Auch intern arbeitet das Unternehmen mit Hochdruck daran, noch nachhaltiger zu werden. Vergangenes Jahr konnte sich GEA in mehreren Nachhaltigkeitsrankings erneut verbessern und wurde als eines der wenigen deutschen Unternehmen mit der Bewertung "A-" in die Spitzengruppe des weltweit angesehenen Carbon Disclosure Project aufgenommen. Zudem ist das Unternehmen Teil der MSCI Global Sustainability Indizes mit einem ESG-Rating von "A".

Ausblick 2020: Ergebnisbelastung durch Covid-19
"Vor dem Hintergrund der aktuell nur sehr schwer abschätzbaren Auswirkungen durch Covid-19 haben wir uns dazu entschieden, einen Ausblick zu geben, der die zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlichsten Szenarien berücksichtigt. Dementsprechend erwarten wir eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung. Aufgrund dieser nachteiligen Umsatzentwicklung gehen wir - auch unter Berücksichtigung der eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung - zum jetzigen Zeitpunkt von einem leichten Ergebnisrückgang aus: Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwand soll bei 430 bis 480 Mio. EUR liegen, der ROCE bei 9 bis 11 Prozent. Trotz der derzeit aufgrund des Coronavirus bestehenden großen und weltweiten Herausforderungen sind wir im Hinblick auf die Erreichung unserer mittelfristigen Finanzziele 2022 angesichts der eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen und weiterhin attraktiver Endmärkte nach wie vor sehr zuversichtlich", erläutert Stefan Klebert.

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