Wilo präsentiert eine Vision: die Pumpe am Heizkörper

18.03.2005

Energieeffizienz ist der Antrieb bei allen Neuentwicklungen des Pumpenherstellers Wilo. So auch bei seinem jüngsten Forschungsprojekt: der Pumpe für den Heizkörper. Was im Moment noch eine Vision ist, könnte die Heiztechnik revolutionieren.

Hinter dem Entwicklungsprojekt von Wilo steckt folgende Idee: Die dezentrale Heizungspumpe – eine extrem kleine Pumpe – wird direkt am Heizkörper angebracht und dadurch jeder Radiator im Haus einzeln mit Wärme versorgt. Was zunächst aufwändig anmutet, könnte für viele Gebäude eine sehr wirtschaftliche und energiesparende Lösung sein, die zugleich eine deutliche Komfortverbesserung verspricht. Die dezentralen Heizungspumpen sind extrem sparsam und könnten praktisch geräuschlos in Wohn- und Schlafräumen betrieben werden. Anwendungsmöglichkeiten sieht Wilo in Warmwasserheizungssystemen sowie in der Klimatechnik.

Dezentrales Pumpensystem (Quelle: Wilo)

Heute werden die Stränge einer Heizungsanlage durch eine zentrale Pumpe versorgt. Thermostatventile sorgen für eine Drosselung an den Heizkörpern und regeln so die Wärmezufuhr. Jede Drosselung bedeutet aber Verlust. Mit der dezentralen Umwälzpumpe direkt am Heizkörper ließen sich diese hydraulischen Verluste vermeiden. Zusätzlich könnten die Kosten für Drossel- und Thermostatventile eingespart werden. Die hydraulische Leistung der Pumpe reduziert sich dabei rund um die Hälfte. Im Betrieb benötigt die Pumpe durchschnittlich nur ein Watt. Zudem ist die Laufzeit der dezentralen Pumpe – im Vergleich zur zentralen Heizungspumpe – wesentlich geringer. Denn nur bei konkretem Wärmebedarf im Raum startet an dem Heizkörper, der diesen Raum mit Wärme versorgt, die Pumpe.

Getestet wurde das System unter anderem in einem typischen Einfamilienhaus aus dem Gebäudebestand. Das gemessene Einsparpotenzial in punkto Heizenergie lag beim dezentralen Pumpensystem bei 20 Prozent gegenüber dem konventionellen System. Ersten Berechnungen zufolge sind die Einsparungen im Niedrigenergiehaus beziehungsweise im 3-Liter-Haus entsprechend höher. Sie liegen beim 3-Liter-Haus sogar zwischen 25 und 30 Prozent.

Der Wechsel von einer "Angebotsheizung" zur "Bedarfsheizung" verspricht aber nicht nur energetischen und finanziellen Nutzen, auch der Komfort ließe sich deutlich verbessern. Denn die dezentrale Heizungspumpe steht für hohe thermische Behaglichkeit – zum einen durch eine bessere Temperaturstabilität, zum anderen ermöglicht die Minipumpe eine Schnellaufheizung des Raumes. Der Einsatz dezentraler Heizungspumpen wäre mit hohem Bedienkomfort verbunden, gleichzeitig minimierten sich die Geräusche in der Heizungsanlage.

Auch dem Fachhandwerker würde das dezentrale Pumpensystem einige Vorteile bieten, so beispielsweise beim hydraulischen Abgleich. Dieser wird heutzutage in der Praxis häufig fehlerhaft oder gar nicht durchgeführt, was zu schlecht eingestellten Heizungsanlagen führt. Das dezentrale Pumpensystem sorgt zu jedem Zeitpunkt automatisch dafür, dass die Anlage hydraulisch abgeglichen ist. Neben der Installationssicherheit steht die Pumpe auch für mehr Funktionalität. So ließe sie sich beispielsweise leicht in ein vorhandenes Gebäudeleitsystem einbinden. Zudem könnte sie die Daten für die Heizkostenverteilung liefern.

"Wir können mit diesem Projekt unserer Vision, Innovationsführer für die Bereiche Pumpen und Pumpensysteme in der Gebäudetechnik zu sein, erneut einen Meilenstein hinzufügen", so Dirk Geißler, General Manager Marketing bei Wilo. Das dezentrale Pumpensystem ist ein weiteres Innovations-Statement aus dem Hause Wilo. Um diese Vision zur Marktreife zu bringen, müssen noch einige Fragen, die das gesamte Heizungssystem betreffen, beantwortet werden. An der technischen Weiterentwicklung des Systems arbeitet man bei Wilo, unter Einbeziehung von Heizgeräteherstellern, mit hoher Priorität. Auch die Übertragung der Idee dezentraler Pumpen auf andere Anwendungsgebiete ist ein spannendes Thema für die Zukunft.

Quelle: WILO SE

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