Weitergeführte Bereiche von Sulzer steigern Ertragskraft markant

08.03.2002

Sulzer Pumps steigerte den Umsatz (+11% auf CHF 947 Mio.; bereinigt +3%) und das Be­triebsergebnis* (+10% auf CHF 56 Mio.) dank erfolgreicher Anstrengungen in zunehmend schwierigeren Märkten. Im zweiten Halbjahr zeigte sich generell eine leichte Ab­kühlung in den verschiedenen Marktsegmenten, insbesondere in der Papier- und Zellstoff­indust­rie.

SULZER GRUPPE: Neutrales Konzernergebnis 2001 – Wichtige Neuerungsvorschläge für kommende GV

Im Jahr 2001 steigerten die für die Zukunft des Konzerns relevanten weitergeführten Bereiche von Sulzer ihren Umsatz um 11% auf CHF 1965 Mio. (akquisitions- und währungsbereinigt +3%) und das Betriebsergebnis vor Goodwillabschreibungen und Sondereinflüssen um 56% auf CHF 154 Mio. Das ausgeglichene Nettoergebnis des gesamten Konzerns (ohne Sulzer Medica) von CHF 2 Mio. ist durch zahlreiche Sondereinflüsse geprägt, negativ insbesondere durch die Beteiligung am Medica-Vergleich. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 11. April vorschlagen, auf eine Dividende zu verzichten. Im laufenden Jahr erwartet der Konzern trotz schwieriger Marktbedingungen eine weitere Zunahme von Umsatz und Betriebsergebnis.

Das Jahresergebnis 2001 wurde durch die folgenden ausserordentlichen Ereignisse stark be­einflusst: den unfreundlichen Übernahmeversuch der InCentive Capital AG im Frühjahr, den Spin-off von Sulzer Medica am 10. Juli, die Devestition der Divisionen Sulzer Turbo, Sulzer Infra und Sulzer Textil sowie die Vergleichslösung beim Medica-Rückruf. Die negativen Sonderfakto­ren überwogen, sodass der Konzern trotz guter operativer Leistung nur ein ausgeglichenes Nettoergebnis von CHF 2 Mio. erreichte. Aufgrund von Konsolidierungszwängen weist die offi­zielle Erfolgsrechnung nach IAS einen hohen Verlust von CHF 448 Mio. aus. Dieser massive Verlust ist vollumfänglich dem Halbjahresabschluss von Sulzer Medica (Rückstellung für Rück­ruf) zuzuschreiben. Er wurde im Zuge des Spin-off von Medica aus der Sulzer-Bilanz ausge­bucht und ist für die Zukunft von Sulzer nicht relevant.

Mit Blick auf das nur ausgeglichene Ergebnis, zur Vermeidung einer weiteren Eigenkapital­senkung und zur Schonung der flüssigen Mittel – die Zahlung für den Sulzer-Medica-Vergleich ist noch fällig – schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vor, auf eine Dividende zu verzichten.

Fred Kindle, CEO von Sulzer, zum Jahresergebnis: «Es stimmt mich zuversichtlich, dass alle Kerndivisionen trotz schwieriger Marktbedingungen Umsatz und Betriebsergebnis steigern konnten. Ohne die Sonderfaktoren hätten wir ein gutes Ergebnis ausweisen können. Dies zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sind froh, wenn wir uns in diesem Jahr ganz dem regulären Geschäft widmen können.»

Erfreulich entwickelten sich die für die Zukunft des Sulzer-Konzerns relevanten weitergeführ­ten Bereiche (Kerndivisionen, Sulzer Hexis und Übrige). Ihr Umsatz stieg um 11% von CHF 1773 Mio. auf CHF 1965 Mio. (bereinigt +3%), das entsprechende Betriebsergebnis* um 56% auf CHF 154 Mio. Hervorzuheben ist das Wachstum der Kerndivisionen: Der Umsatz stieg um 17% (bereinigt +7%), das Betriebsergebnis* um 53%. Die Umsatzrendite beträgt 7,2 % (Vorjahr 5,4%).

Die Kerndivisionen von Sulzer im Einzelnen

Sulzer Metco führte das zweistellige Wachstum von Umsatz (+25% auf CHF 422 Mio.; berei­nigt +7%) und Betriebsergebnis* (+36% auf CHF 45 Mio.) dank der erfolgreichen Integration des Turbinenkomponentenherstellers Eldim (NL) auch im Jahr 2001 fort. Mit der Übernahme der deutschen Firmen Euroflamm und Metaplas Ionon per 1. Oktober (Konsolidie­rung per 1.1.02) gelang es, die Stellung in der Automobilindustrie auszubauen. Sulzer Metco hat den Abschwung in der Luftfahrtindustrie nach dem 11. September relativ gut verkraftet und ist für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch.

Sulzer Turbomachinery Services beschleunigte im abgelaufenen Jahr das Wachstum von Umsatz (+66% auf 194 Mio.; bereinigt +23%) und Betriebsergebnis* (CHF 25 Mio., Vorjahr 6 Mio.) enorm. Das Markt­umfeld war insbesondere im ersten Semester sehr günstig. Die im letz­ten Jahr akquirierte Elbar, die erfolgreich integriert wurde, hat erfreulich zum Wachstum bei­ge­tragen. Sulzer Turbomachinery Services wird sich auch im laufenden Jahr auf profitables Wachstum konzentrieren. Wie die vor wenigen Tagen angekündigte Übernahme der amerikani­schen Service-Gesellschaft Enpro zeigt, setzt diese Division neben organischem auch auf akquisito­risches Wachstum.

Sulzer Pumps steigerte den Umsatz (+11% auf CHF 947 Mio.; bereinigt +3%) und das Be­triebsergebnis* (+10% auf CHF 56 Mio.) dank erfolgreicher Anstrengungen in zunehmend schwierigeren Märkten. Im zweiten Halbjahr zeigte sich generell eine leichte Ab­kühlung in den verschiedenen Marktsegmenten, insbesondere in der Papier- und Zellstoff­indust­rie. Dank der starken strategischen Stellung in ihren wichtigsten Märkten ist Sulzer Pumps jedoch für die Zukunft zuversichtlich. Unsicherheitsfaktoren sind die allgemeine wirt­schaftliche Entwicklung und der Ölpreis.

Sulzer Chemtech erzielte nach drei Jahren sinkender Rentabilität bei einer Umsatzsteigerung von 6% (auf CHF 312 Mio.; bereinigt +8%) ein zwar noch nicht befriedigendes, aber stark ver­bessertes Betriebsergebnis* (CHF 9 Mio., Vorjahr –2 Mio.). In einem schrumpfenden Markt konnte Sulzer Chemtech ihre Marktanteile ausbauen. Trotz stagnierender Märkte strebt die Division im laufenden Jahr eine Ergebnisverbesserung an.

Die Venture-Division Sulzer Hexis setzte 2001 ihren Wandel vom reinen Forschungs- und Ent­wicklungsprojekt zum Produktions- und Vertriebsunternehmen fort. Im Dezember 2001 fand die CE-Zertifizierung der Vorseriengeräte «HXS 1000 Premiere» und die Auslieferung der ersten Einheiten statt. Im abgelaufenen Jahr erzielte Sulzer Hexis einen Bestellungseingang von CHF 8 Mio. Der Markteintritt eines kompakteren Seriensystems ist ab 2004 geplant. Derzeit werden verschiedene Partnerschafts- und Finanzierungsmöglichkeiten geprüft, um den langfristigen Ausbau des Erfolg versprechenden Geschäfts von Sulzer Hexis zu sichern.

Die Verkaufserlöse von Immobilien beliefen sich im Jahr 2001 auf über CHF 60 Mio. (Netto­cashbeitrag rund CHF 40 Mio.). Das Ziel, in den Jahren 2001/2002 Immobilien für insgesamt CHF 200 Mio. zu verkaufen, wird trotz der mittlerweile erschwerten Rahmenbedingungen wei­terverfolgt.

* vor Goodwillabschreibungen und Sondereinflüssen

Die nicht weitergeführten Bereiche (Sulzer Textil, Sulzer Infra, Sulzer Burckhardt) erwirt­schafteten einen Umsatz von CHF 1023 Mio. (Vorjahr: CHF 2635 Mio.). Das Betriebsergebnis liegt bei CHF –15 Mio. (Vorjahr CHF 62 Mio.). Die Entwicklung dieser Kennzahlen ist massgeb­lich auf den Wegfall von Sulzer Turbo (dekonsolidiert per 1.1.2001) sowie die nur noch teilweise Konsolidierung der verkauften Bereiche Sulzer Infra und Sulzer Textil zurückzuführen. Nach der Devestition von Sulzer Burckhardt, die in den kommenden Wochen erwartet wird, ist der Kon­zernumbau abgeschlossen.

Für das laufende Jahr strebt Sulzer trotz schwieriger Marktbedingungen eine weitere Verbesse­rung von Umsatz und Betriebsergebnis an. Die Divisionen von Sulzer sind breit abgestützt, wei­sen einen guten Auftragsbestand aus und profitieren vom weniger zyklischen Servicegeschäft sowie von neu eingeführten Produkten. Auch an den Mittelfristzielen, den Umsatz von heute CHF 2 Mrd. auf 3 Mrd. auszubauen und eine Umsatzrendite von 9% zu erreichen, hält der Kon­zern fest. Allerdings werden diese Ziele infolge des starken Konjunktureinbruchs etwas später als vorgesehen realisiert werden können.

Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkungen

Der Verwaltungsrat schlägt der kommenden Generalversammlung verschiedene Statutenände­rungen vor. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die Aufhebung der Stimmrechtsbeschrän­kungen, bei deren Annahme für die Aktionäre das Prinzip «one share, one vote» gilt. Zudem wird für die sogenannten «Nominee»-Aktionäre eine Klärung des Verhältnisses zur Gesellschaft vorgeschlagen. Die Grösse des Verwaltungsrats soll neu auf mindestens fünf und höchstens neun Mitglieder festgelegt werden.

Wie bereits früher mitgeteilt, wird der Verwaltungsrat erneuert. An der kommenden Generalver­sammlung werden Dr. Georges Blum, Dr. Reto Domeniconi und Jan Kleinwefers ihr Mandat niederlegen. Der 2001 neu gewählte Louis R. Hughes verbleibt im Verwaltungsrat, der bisherige Präsident, Dr. Leonardo Vannotti, stellt sich der Wiederwahl. Zusätzlich werden der General­versammlung Mario Fontana, Thor Hakstad, Dr. Hans Hubert Lienhard und Daniel Sauter zur Neuwahl vorgeschlagen. Der Verwaltungsrat löst damit alle Versprechen ein, die er in Bezug auf die Corporate Governance anlässlich der letzten Generalversammlung gegeben hat.

Zudem legt Sulzer die Bezüge von Verwaltungsrat und Konzernleitung offen: Der Verwaltungs­rat (10 Mitglieder bis im Frühjahr 2001, danach 5 Mitglieder) erhielt im Jahr 2001 Vergütungen von insgesamt CHF 1,3 Mio. Die gegenwärtige Konzernleitung (10 Mitglieder) wurde 2001 mit insgesamt CHF 6,3 Mio. entschädigt, wovon 3,4 Mio. auf das Basissalär entfielen und CHF 2,9 Mio. auf Boni.

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