Wasserwirtschaft gewährleistet auch in der Pandemie sicheren Gewässerschutz

19.03.2021
Auch im eigentlich wasserreichen Deutschland ist die ständige Verfügbarkeit von Wasser keine Selbstverständlichkeit mehr. Die mit dem Klimawandel verbundenen längeren Trockenperioden führen zumindest regional zu verschärften Nutzungskonkurrenzen.
Wasserwirtschaft gewährleistet auch in der Pandemie sicheren Gewässerschutz

Ausgetrockneter Boden. (Bildquelle: Andrea Irslinger/DWA)

„Wasser wird nicht grundsätzlich knapp. Notwendig ist aber ein intelligentes Management und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen, um langfristig allen Nutzungsinteressen gerecht werden zu können“, betont Prof. Uli Paetzel, Präsident der DWA Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall, anlässlich des Tag des Wassers am 22. März. „Der Schutz der Ressource Wasser bedingt zudem gutes Fachpersonal. Der Tag des Wassers ist daher auch ein sehr guter Anlass, dem Betriebspersonal der Wasserwirtschaft für die sehr gute Arbeit unter den deutlich erschwerten Corona-Bedingungen zu danken. Die sichere Abwasserentsorgung ist im vergangenen Jahr jederzeit gewährleistet gewesen. Dies war keine Selbstverständlichkeit.“

Wasser wertschätzen – Ressourcen schonen
Wasserknappheit ist in Deutschland ein Thema geworden. Die trockenen Sommer der letzten Jahre haben gezeigt, dass ausreichende Wassermengen für alle Nutzungswünsche auch in Deutschland nicht mehr überall und jederzeit gegeben sind. Talsperren erreichten Tiefststände und hatten zum Teil erhebliche Probleme, die Mindestwasserführung der Gewässer zu gewährleisten. Gewässer wie der Elbezufluss Schwarze Elster fielen über Wochen trocken. Lokal musste sogar die Trinkwasserversorgung eingeschränkt, die Verwendung des Trinkwassers zu Bewässerungszwecken untersagt werden. Der Klimawandel mit den prognostizierten vermehrten langen und heißen Trockenphasen wird diese Entwicklung weiter verschärfen.

Das Bundesumweltministerium erarbeitet aktuell die Nationale Wasserstrategie, mit der die Leitplanken der Wasserpolitik bis 2050 festgelegt werden sollen. Diese Nationale Wasserstrategie muss klare Regeln für die Wassernutzung beinhalten. Die Priorisierung der Trinkwasserversorgung ist unbestritten. Die Interessen aller anderen Nutzer - Industrie, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt – müssen angemessen berücksichtigt, Mindestwasserführungen für ökologisch intakte Gewässer gesichert werden. Industrie und Landwirtschaft müssen verpflichtet werden, alle Potenziale für eine nachhaltige und sparsame Wassernutzung auszuschöpfen. Mit einem intelligenten Wassermanagement kann auch langfristig die Versorgungssicherheit für alle Nutzergruppen gewährleistet werden.

Wasser wertschätzen – Ressourcen schützen
Wasser wertschätzen heißt auch, Ressourcen zu schützen. Die Wasserwirtschaft leistet hierzu mit ihren Kläranlagen und Kanalisationen sowie vor allem mit dem Fachpersonal einen wesentlichen Beitrag, seit gut einem Jahr unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie. Keine Möglichkeit von Home-Office, schwieriger Bezug von Schutzausrüstungen, Beschaffung von Arbeitsmitteln bei zum Teil unterbrochenen Lieferketten, Einhalten der Abstandsregeln auch unter beengten Arbeitsbedingungen, Aufteilung in strikt getrennte Kleinstteams, um auch bei Ausbruch einer Corona-Infektion im Unternehmen die systemrelevante Abwasserentsorgung gewährleisten zu können, Zugangsbeschränkungen für Fremdfirmen – trotz aller Widrigkeiten konnte im vergangenen Jahr der mit der Abwasserbehandlung verbundene Gesundheits- und Umweltschutz jederzeit vollständig sichergestellt werden. „Ohne die Beschäftigten vor Ort wäre dieser Schutz der Ressource Wasser nicht möglich gewesen. Ich möchte daher den Tag des Wassers nutzen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großartigen Einsatz zur sicheren Gewährleistung der Abwasserentsorgung während der Pandemie zu danken“, hebt Prof. Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert als Vorsitzender des DWA-Landesverbandes Bayern hervor. Die sieben Landesverbände der DWA haben auch während der Pandemie das Betriebspersonal über ihre Nachbarschaftsarbeit intensiv unterstützt.

Tag des Wassers – Valuing Water
Seit 1993 begeht die Welt am 22. März den „Tag des Wassers“. Im laufenden Jahr haben die Vereinten Nationen das Motto „Valuing Water - Wert des Wassers“ ausgerufen. Mit dem Motto möchten die Vereinten Nationen den enormen und komplexen Wert des Wassers für Menschen, Lebensmittel, Kultur, Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und die natürliche Umwelt in den Vordergrund stellen. „Ohne ein umfassendes Verständnis des wahren, multidimensionalen Wertes von Wasser werden wir nicht in der Lage sein, diese kritische Ressource zum Wohle aller zu sichern“, begründet die Wasserorganisationen der Vereinten Nationen das diesjährige Motto.

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