Tsurumi: Wasserpumpen im Betoneinsatz

03.07.2020
Ist Beton im Spiel, wird es hart: „Normale“ Wasserpumpen verschleißen dann schneller als wirtschaftlich akzeptabel. Allerdings reicht für manche Anwendungen bereits das kleinste Modell.
Tsurumi: Wasserpumpen im Betoneinsatz

Charakteristisch für Wasserpumpen, die im Betonumfeld bestehen: Kühlmantelfreies Gehäuse, mächtiges Rührwerk, robuste Konstruktion. Im Bild die KRS2-80 von Tsurumi. (Bildquelle: Tsurumi (Europe) GmbH)

In der Verarbeitung fertiger Betonelemente geht es meist um Klar- bzw. Brauchwasser zum Kühlen von Bohr- und Sägemaschinen.

Steht dafür keine Zapfleitung zur Verfügung, wird improvisiert: Ein Fass mit Pumpe reicht bereits. Der Hersteller Tsurumi hat für dieses Szenario eine Minipumpe entwickelt, die Family-12. Sie ist klein wie ein Fußball. Trotzdem bietet sie viel: Mit nur 100 Watt Motorleistung schafft sie 80 l/min, fördert bis zu zwei Stockwerke hinauf und muckt selbst bei körnigem Schmutz (freier Durchgang 6 mm) nicht. Das Wasserfass leert der Flachsauger komplett, stoppt erst bei einem Millimeter Restpegel. Weil nur ein feuchter Hauch bleibt, ersetzt die 3.400 Gramm leichte Pumpe sogar das Aufwischen nach getaner Arbeit.

Wer mehr benötigt, sollte das größere Schwestermodell LSC erwägen: ebenfalls ein Flachsauger, allerdings mit 170 l/min und 11 m Höchstförderhöhe. Das kräftigere Modell ist auch Grundausstattung vieler Feuerwehren: Die Flachsaugetechnik hat sich bewährt, ein Rückfluss des eingezogenen Wassers erfolgt selbst dann nicht, wenn die Pumpe hochgenommen wird.

Restwasser im Betonrecycling 

Beim Betonrecycling bewegt man sich in anderer Dimension. Hier geht es um Restwasser, das mit Zement- oder Betonresten verunreinigt ist.

Diese können Korngrößen im Mikrometerbereich annehmen, aber auch kernige Brocken bis 30 mm enthalten. Im Wasserbad werden die größeren Teile herausgesiebt. Das verbleibende Restwasser mit Zementkörnern und anderen Feinstoffen wird zum Ausspülen von Fahrmischern genutzt oder gelangt über das Zugabewasser wieder in die Produktion. Schmutzwasserpumpen mit „Betoneignung“ übernehmen diese Aufgaben.

Bei Tsurumi gibt es mit der KTZ, KRS und UZ gleich drei Baureihen, die sich für hartes Recyclingwasser gut eignen. Darunter die häufig gewählte KRS2-80 für bis zu 100 m3/h Fördermenge und knapp 16 m maximaler Förderhöhe. Die KRS2-Serie zeichnet sich insbesondere durch ihre kraftvollen Rührwerke an der Einsaugöffnung aus, um Medien mit hohem Feststoffanteil fließfähiger zu machen.

Ein gemeinsamer Konstruktionsaspekt ist das Fehlen des Kühlmantels. Bei Schmutzwasserpumpen ist er charakteristisch, und dient zur Ableitung der Motorwärme. Kühlmäntel würden durch die schleifenden Betonpartikel im Fördermedium schnell von innen verschleißen. Die Wärmeableitung bei den „Betonpumpen“ erfolgt stattdessen über das groß dimensionierte Gehäuse der getauchten Pumpe, das die Wärme ans umgebende Medium abführt. Dennoch: Auch Pumpen mit Kühlmantel (etwa die NKZ-Serie des obigen Herstellers) werden bisweilen eingesetzt - die konkrete Aufgabenstellung definiert die Modellwahl.

Schutzvorkehrungen in der Pumpe

Kernaufgabe der Konstruktionen ist also, die schnelle Abnutzung der internen Bauteile zu verhindern. Die Japaner halten daher das abrasive Fördermedium von den neuralgischen Bauteilen fern. Konstruktionsseitig setzen sie unter anderem auf eine doppelt innenliegende Gleitringdichtung ohne Wasserkontakt. Zudem schützt eine Wellenschutzhülse mit Dichtungsring und mehreren Dichtlippen die Welle vor den Schleifpartikeln im Wasserstrom. Dass viele Bauteile wie Laufrad, Schleißplatte und nicht zuletzt das Gehäuse aus gehärteten Materialien wie Siliziumkarbid bei der Wellendichtung bestehen, trägt zur Verlängerung der Standzeit bei. Ein eigens entwickelte Ölheber schmiert die Pumpe in jeder Lage, sodass Anwender sogar dem thermisch heiklen Schlürf- bzw. Trockenlauf gelassen entgegensehen können.

Wer mehr als den üblichen, bis zu 30 mm freien Durchgang benötigt, kann spezielle Pumpen wie die UZ-Serie einsetzen. Ihr großer Kugeldurchgang bis 100 mm schleust auch dicke Brocken schadlos durch das Aggregat. Dank besonders niedriger Drehzahl ist dieser Langsamläufer zudem widerstandsfähiger als seine schnellen Kollegen (bei vergleichbarer Förderleistung).

Ein ähnliches Anforderungsprofil müssen Pumpen in Tiefbauanwendungen wie dem Setzen von Schlitzwänden erfüllen, wenn Bindemittel-Suspensionen mit Zement und Betonit eingesetzt werden, sowie generell in der Wasserlogistik bei Schalungen, in der Geothermie und in anderen anspruchsvollen Aufgabenstellungen.

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