Nach Frostschaden: Normgerechte Heizungswasseraufbereitung für generalüberholte Anlage

24.06.2024
Einen spannenden Job gab es für den Wasserspezialisten Orben im Saarland. Bei einem Landmaschinenhersteller in Zweibrücken laufen verschiedene Mähdreschermodelle und selbstfahrende Häcksler für den weltweiten Markt vom Band. Nach einem Frostschaden der Heizungsanlage, von dem ein Teil der Komponenten und Rohre betroffen war, musste schnell gehandelt werden. Im Zuge der Reparatur und Erneuerung sollte auch das bestehende und neue Anlagenwasser aufbereitet werden.
Nach Frostschaden: Normgerechte Heizungswasseraufbereitung für generalüberholte Anlage

ORBEN MINISTIL P102: Produziert Reinstwasser mit einen Restsalzgehalt von 0,1 mg/l entsprechend einer Leitfähigkeit von etwa 0,2 μS/cm. (Bildquelle: ORBEN Wasseraufbereitung GmbH & Co. KG)

Mehrere Schritte bis zur effizienten Wiederinbetriebnahme erfolgten: In der teils defekten Anlage wurde das vorhandene Kreislaufwasser mit Ionentauscherharzen aufbereitet und danach normgerechtes Heizwasser nachgefüllt. Defekte Rohre und Komponenten wurden erneuert und zwei neu angeschlossene Pufferspeicher befüllt. Zum Abschluss wurde eine Nachspeiseanlage installiert.

Die Maßnahme erstreckte sich aufgrund der verschiedenen Anforderungen über mehrere Wochen und kam reibungslos zum Abschluss. Seither sichert das nach VDI 2035 aufbereitete Heizwasser den effizienten Betrieb der Heizungsanlage.

Heizwasseraufbereitung in der bestehenden Anlage
Damit die Produktion unterbrechungsfrei weiterlaufen konnte, wurden die beschädigten Rohrleitungen zunächst im laufenden Betrieb instandgesetzt.
Das vorhandene Heizwasser in der bestehenden Anlage bereitete Orben mit der Inline Select 62 im Bypassverfahren auf. Mit 2.100 Liter Umlaufwasser pro Stunde wurde dabei normgerechtes Heizungswasser produziert. Dieses floss in den Heizungskreislauf zurück. Insgesamt zwölf ORBEN MINISTIL P102 Patronen kamen dabei für die Umlaufentsalzung zum Einsatz. Zielwerte für das vorhandene Anlagenwasser waren Werte weit unter 100 μS (Mikrosiemens), da noch eine Rückentsalzung durch ausgefallene und inkrustierte Härte im älteren Rohrleitungsbereich zu erwarten war.

Vom Leitungswasser zum VDI-konformen Ergänzungswasser
Im nächsten Schritt ging es um das Ergänzungswasser für die Heizungsanlage.
Sehr hartes Wasser mit einer Gesamthärte von über 3,8 Millimol (mmol/l), was in etwa 22 Grad deutscher Härte entspricht, machte eine umfassende Aufbereitung des Leitungswassers notwendig. So wurde das Nachfüllwasser mit vier ORBEN MINISTIL P102 Patronen aufbereitet und zum bestehenden, aufbereiteten Heizwasser nachgespeist. Die angestrebte Zielleitfähigkeit in der Anlage nach der Nachfüllung betrug 58 μS/cm (Mikrosiemens) und wurde problemlos erreicht.

Austausch defekter Komponenten und Installation neuer Pufferspeicher
Nach der erfolgreichen Aufbereitung und Nachfüllung erfolgte der Abbau und Tausch der defekten Teile. Bevor zwei neue Pufferspeicher mit jeweils 150m3 mit eingebunden werden konnten, erfolgte erstmal eine vierwöchige Wartezeit, bevor es mit der Wasseraufbereitung weiterging. Neue Komponenten, insbesondere wenn sie höher liegen als der Rest des Systems, schließen Luftblasen ein. Diese Luftblasen können die Effizienz der Heizungsanlage beeinträchtigen und zu Problemen wie ineffizienter Wärmeübertragung oder Luftblockaden führen. Es ist wichtig, dass die Luft aus dem System entweicht, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Das gesamte System wurde gespült, um Ablagerungen, Fremdpartikel oder Verunreinigungen zu entfernen. Dieser Prozess trägt dazu bei, die Lebensdauer der Anlage zu verlängern und Probleme wie Korrosion zu verhindern. Es wurde auf Leckagen geprüft, um sicherzustellen, dass es den Druckanforderungen standhält. Zudem müssen neue Komponenten auf die optimale Betriebstemperatur eingestellt werden, was Zeit für die Anpassung erfordert. Nachdem das System geprüft war und problemlos lief, wurden zwei Pufferspeicher mit jeweils 150 m3 erstbefüllt. Zu den insgesamt 300 m3 Kreislaufwasser für die Speicher kamen noch ca. 50 m3 Anlagenwasser für die Rohre. Die Aufbereitung erfolgte mittels JUMBOSTIL P 670 Ionentauscheranlagen.

Kundenspezifische Nachspeiseanlage mit Nachfüllstation
Zwei Ionentauscher Ministil P102 mit Thermion 2035 pH conform Mischbettharz sorgen für die Nachspeisung von VDI-normgerechten Heizungswasser. In einer separaten Halle wurde ein Plug-in-System installiert und arbeitet vollautomatisch. Ein nach TVO/DVGW geforderter Systemtrenner, eine Leitfähigkeitsüberwachung mit Gegenioneneffekt-Unterdrückung und ein automatisches Magnetventil zur Wasserflusskontrolle verrichten seitdem unterbrechungsfrei ihren Dienst.
Ein Anstieg des gemessenen Leitwertes des Nachspeisewassers deutet darauf hin, dass das Harz erschöpft ist. Ist dies der Fall, erfolgt der Austausch durch einen Orben Mitarbeiter.

Gewährleistungsfalle: nicht regelkonformes Heizungswasser
Basierend auf der VDI-Richtlinie 2035, die auch im Schadensfall herangezogen wird, stellen Hersteller von Heizkesseln und Heizgeräten Anforderungen an die Qualität des gesamten Anlagenwassers. Investoren und Betreiber sollten gezielt die Beschaffenheit des korrekten Anlagenfüllwassers einfordern bzw. einhalten. Die Kosten für die normgerechte Aufbereitung des Füllwassers stehen in keinem Vergleich zum finanziellen Risiko bei erfolgten Anlagenschäden.

Heizungswasseraufbereitung vor Ort durch Orben
Leitungswasser enthält Mineralstoffe in gelöster Form, welche die ORBEN MINISTIL-Patronen entfernen. Dazu wird das Trinkwasser von oben nach unten über eine Harzfüllung geführt, welche die Salze, die Kohlen- und Kieselsäure des Trinkwassers praktisch vollständig entfernen. Je nach Einsatzfall und benötigter Wassermenge werden unterschiedliche Verfahrenstechniken wie Ionenaustausch, Umkehrosmose, Nachbehandlung, Ultrafiltration oder kontinuierliche elektrische Entsalzung (EDI) angewendet. Das erfahrene Orben Team berät, unterstützt und begleitet die Heizwasseraufbereitung und weist auch firmeneigenes Personal ein.

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