Wilo setzt „region-for-region“-Ansatz konsequent um

21.04.2021
Wilo verlagert Produktionsstandort Oschersleben nach Hof und Laval.
Wilo setzt „region-for-region“-Ansatz konsequent um

Der Wilo-Standort in Oschersleben. (Bildquelle: WILO SE)

Die Corona-Pandemie zeigt die Schwächen der derzeitigen Weltwirtschaftsordnung mit all ihren verwobenen Wertschöpfungsketten auf. Die Weltwirtschaft wird in Zukunft in Teilen vor allem von Autarkie-Bestrebungen und Protektionismus bestimmt werden. „Wir erleben eine „Globalisierung 2.0“. Diese wird geprägt sein durch eine stärkere Regionalisierung der Wertschöpfungsketten in den drei großen Wirtschaftszentren Nordamerika, EU und Asien und von strategischem Streben nach Souveränität bei systemrelevanten Gütern, welche kritische Infrastrukturen bedienen. Wir als Wilo Gruppe sind auf diese Entwicklung mit unserem seit Jahren praktizierten „region-for-region“-Ansatz bestens vorbereitet. Im Rahmen dieses Ansatzes verfolgen wir konsequent das Ziel, regionale bzw. lokale Kundenbedürfnisse mit regional bzw. lokal hergestellten Produkten zu bedienen“, so Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzender und CEO der Wilo Gruppe.

Die Wilo-Organisation ist dementsprechend darauf ausgerichtet, so viel Dezentralität wie möglich und so viel Zentralität wie erforderlich zuzulassen. Dabei werden globale Standards und Produkte noch stärker genutzt.

Wilo-Standorte folgen dem „region-for-region“-Ansatz
„Wir werden unseren „region-for-region“-Ansatz auch in den kommenden Jahren weiterhin konsequent umsetzen. Wilo wird in diesem Jahr beispielsweise ein zweites Headquarter in Peking für unsere Vertriebsregion Emerging Markets einrichten, zusätzliche Produktionsstätten in China und Indien bauen sowie kräftig in den Hauptproduktionsstandort Cedarburg in den USA investieren“, führt Oliver Hermes fort. „Hierbei ist es zwingend erforderlich, dass die Wilo-Hauptproduktionsstandorte für das digitale Klimaschutzzeitalter bestens aufgestellt werden“, so Oliver Hermes. In den vergangenen Jahren hat die Wilo Gruppe in den Hauptunternehmenssitz Dortmund rund 300 Millionen Euro investiert, um diesen unter den neusten „Industrie-4.0“- und Klimaschutzstandards zukunftsfähig aufzustellen.

Wilos „region-for-region“-Ansatz ist darauf ausgerichtet, die gute Wettbewerbsposition insbesondere auch in den reifen Märkten Europas nachhaltig zu stärken. Hierbei gilt es, die Auswirkungen des Megatrends „Klimawandel“ als Herausforderung zu bewältigen und die digitale Transformation zu gestalten. Die Wilo Gruppe hat sich gemäß ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, bis 2025 klimaneutral an allen Hauptproduktionsstandorten zu produzieren. Die Digitalisierung kann bei der Transformation in grüne und nachhaltige Produktionsstätten ein entscheidender Schlüsselfaktor sein. Neben hohen Investitionen ist es ebenso notwendig, die Synergiepotentiale unserer überregionalen Geschäftsaktivitäten zu heben, um auch in Zukunft resilient und krisenfest zu bleiben.

Wilo verlagert Produktionsstandort Oschersleben nach Hof und Laval
Dementsprechend hat die Wilo Gruppe beschlossen, die Produktionskapazitäten des Werkes Oschersleben in unsere Hauptproduktionsstätten nach Hof (Deutschland) und Laval (Frankreich) zu verlagern und den Standort Oschersleben zu schließen.

„Mit dieser strategischen Entscheidung setzen wir den „region-for-region“-Ansatz der Wilo Gruppe konsequent um,“ erklärt Dr. Mahmud Mustafa, Leiter Operations der Wilo Gruppe. Die fortschreitende Digitalisierung, die an allen Produktionsstandorten einen immer größeren Stellenwert einnimmt, ist besonders sichtbar in der Smart Factory in Dortmund. Dabei spielt, neben anderen wichtigen Faktoren, eine moderne IT-Infrastruktur eine entscheidende Rolle. „Um den Standort Oschersleben zu erhalten, wären Investitionen, unter anderem im Bereich der IT-Infrastruktur notwendig, die im Sinne der gesamten Unternehmensgruppe betriebswirtschaftlich nicht zu verantworten sind,“ so Dr. Mustafa. Außerdem sei es fraglich, ob langfristig genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stünden.

Zudem möchte Wilo zukünftig ganz im Sinne des „region-for-region“-Ansatzes noch flexibler auf Kundenwünsche eingehen und Vorlaufzeiten verkürzen. Dementsprechend wird daher die Montage von einzelnen Produkten zu Systemen und Lösungen in diejenigen Regionen verlagert, in denen sie verstärkt nachgefragt werden. Diese sich fortsetzende Marktentwicklung hatte bereits in der Vergangenheit Auswirkungen auf die Auslastung des Werks in Oschersleben.

Die Werksschließung soll bis Ende März 2022 erfolgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bereits bei einer kurzen Zusammenkunft darüber in Kenntnis gesetzt. Eine umfassendere Information erfolgt zeitnah im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung. In den kommenden Monaten wird die Produktion von Schaltschränken und Komponenten, die zur Herstellung von Pumpen, Systemen und Lösungen an anderen Produktionsstandorten der Wilo Gruppe benötigt werden, in die Werke nach Laval in Frankreich sowie nach Hof in Bayern verlagert. Der Forschungs- und Entwicklungsbereich wird in einem eigenen Büro in der Region fortgeführt.

Umfassender Sozialplan für rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Wilo Gruppe nimmt ihre soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Oschersleben sehr ernst. Für die rund 120 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird Wilo zeitnah mit dem Betriebsrat Verhandlungen zu einem Sozialplan aufnehmen, um wirtschaftliche Nachteile fair und gerecht abzumildern. Hierbei stehen neben dem möglichen Ausgleich von finanziellen Härten insbesondere auch Instrumente im Vordergrund, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung unterstützen sollen. Dem möglichen Wunsch der Beschäftigten in Oschersleben nach einer Weiterbeschäftigung an anderen unternehmenseigenen Standorten, zum Beispiel in Hof oder Dortmund, steht die Wilo Gruppe grundsätzlich sehr positiv gegenüber. Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich mit der Personalabteilung zu individuellen Beschäftigungsmöglichkeiten am Wunschstandort austauschen.

Quelle: WILO SE

Weitere Artikel zum Thema

ACHEMA-Eröffnung: Eindringlicher Aufruf zur internationalen Zusammenarbeit

12.06.2024 -

Bei der ACHEMA-Eröffnung am 10. Juni 2024 beleuchteten Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck sowie Vordenker aus dem Finanzsektor, der chemischen Industrie und der Zulieferindustrie, wie sich die Prozessindustrie unter neuen globalen Rahmenbedingungen positioniert. Ihr Fazit: Die Prozessindustrie ist für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt unverzichtbar und internationale Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde, um die vielfältigen Herausforderungen zu meistern.

Mehr lesen

Multinationaler Technologiekonzern Wilo legt Nachhaltigkeitsbericht 2023 vor

27.05.2024 -

Die Wilo Gruppe richtet ihr gesamtes unternehmerisches Handeln auf Nachhaltigkeit aus. Das geht aus dem jüngsten Nachhaltigkeitsbericht des multinationalen Technologiekonzerns hervor. So hat Wilo kürzlich eine neue, umfassende Nachhaltigkeitsstrategie definiert, die nun allen anderen funktionalen Unternehmensstrategien übergeordnet ist. Der Bericht dokumentiert Wilos Fortschritte bei der Umsetzung ambitionierter Ziele bis 2030.

Mehr lesen

Rekordzahlen auf der KSB-Hauptversammlung

23.05.2024 -

Der Frankenthaler Pumpen- und Armaturenhersteller KSB hat im Geschäftsjahr 2023 den höchsten Auftragseingang und Umsatz seiner Geschichte erzielt. Die EBIT-Rendite übertraf mit 7,9 Prozent die in das Geschäftsjahr gesetzten Erwartungen. Angesichts anhaltend schwieriger wirtschaftspolitischer Rahmenbedingen zeigte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Bernd Flohr bei der Hauptversammlung am 8. Mai sehr zufrieden.

Mehr lesen

Wilo und DNP loben erneut Internationalen Deutschen Nachhaltigkeitspreis aus

14.05.2024 -

Der 17. Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) zeichnet auch 2024 Unternehmen aus, die sich in ihrer internationalen Zusammenarbeit an den Nachhaltigkeitszielen der globalen Agenda 2030 orientieren. Damit setzt der DNP die Kooperation mit dem multinationalen Technologiekonzern Wilo fort, dessen Vorstandsvorsitzender und CEO Oliver Hermes auch in das Kuratorium des Stiftungsvereins einzieht.

Mehr lesen