Wasseraufbereitung auf der IFAT 2014

08.08.2013

Wassergewinnung und -aufbereitung sowie Wasser- und Abwasserbehandlung gehören zu den zentralen Produktgruppen der weltweit führenden Umwelttechnologiemesse IFAT. Bereits 2012 nahm dieser Bereich rund 115.000 der insgesamt 215.000 Quadratmeter ein.

Wasseraufbereitung auf der IFAT 2014

IFAT / Messe München

Für die kommende IFAT, die vom 5. bis 9. Mai 2014 stattfindet, rechnet die Messe München mit einer ebenso hohen Ausstellerbeteiligung in diesem Segment – nicht zuletzt wegen dessen stetig wachsender Bedeutung.

Der Weltmarkt für Wasser- und Abwasserdesinfektionssysteme soll im Jahr 2019 ein Umsatzvolumen von annähernd drei Milliarden US-Dollar erzielen. Das prognostiziert die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan in einer aktuellen Studie. Für das Jahr 2012 ermittelten die Analysten eine Marktgröße von knapp zwei Milliarden US-Dollar. Sie rechnen für die kommenden Jahre mit einer stabilen jährlichen Wachstumsrate von über sechs Prozent.

Für die erwarteten hohen Zuwächse gibt es eine Reihe von Gründen. Da sind zum Beispiel die Trends der weltweiten Urbanisierung und Industrialisierung, die zu einer noch intensiveren Nutzung, Aufbereitung und Wiederverwendung der knappen Ressource Wasser drängen. Vandhana Ravi, Frost & Sullivan-Analyst und einer der Autoren der Studie, weiß, „dass neben ihrer Funktion in der Trinkwasserversorgung die Desinfektion zunehmend Bedeutung gewinnen wird in der Aufbereitung von Prozess- und Nutzwasser - beispielsweise für die Non-Food-Bewässerung oder die industrielle Kühlung“. Seiner Einschätzung nach werden sich gerade die wasserintensiven Industrien, wie Energieerzeugung, Nahrungsmittel- und Getränkeproduktion oder Pharmazie, als Motoren für den Markt der Wasser- und Abwasserdesinfektion erweisen.

Als weitere Markttreiber wirken die verschärften gesetzlichen Vorgaben, wie zum Beispiel die EU-Trinkwasserrichtlinie, die europäische Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser oder der Clean Water Act in den USA. Aktuell werden gut 60 Prozent der weltweiten Umsätze mit Wasser- und Abwasserdesinfektionssystemen in den Kommunen erzielt, knapp 40 Prozent in Industrieanwendungen.

Chlorung, Ozonierung, Elektrolyse, UV-Bestrahlung, Mikrofiltration, thermische Behandlung: Für den Weg zu keimarmem oder keimfreiem Wasser bieten die internationalen Hersteller und Systemlieferanten ein breites Verfahrensspektrum an. Allerdings hemmen die vergleichsweise hohen Investitions- und Unterhaltskosten für einige dieser Systeme ihren Einsatz speziell in Entwicklungs- und Schwellenländern. „Diese Nationen bevorzugen nach wie vor kostengünstige Lösungen, auch wenn dies zu Lasten der Produktqualität gehen sollte“, führt Ravi aus. „So wird im asiatisch-pazifischen Raum, in Afrika und im Mittleren Osten in der Desinfektion nach wie vor bevorzugt mit Chlorgas gearbeitet, obwohl der Umgang mit dem giftigen Stoff bedeutende Umweltgefahren birgt.“ Es läge nun an der Umwelttechnologiebranche, für diese Märkte nachhaltige, leistungsstarke und trotzdem preiswerte Lösungen zu entwickeln. Ein Appell, dem die Aussteller zur IFAT 2014 sicherlich gerne nachkommen werden.

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