Strom und Wärme vom Dach

22.10.2004

Die Solarenergie ist weiter auf Wachstumskurs. Strom und warmes Wasser von der Sonne (Photovoltaik und Solarthermie) liegen im Trend. Mit der Sonnenkraft können Eigenheimbesitzer, Gewerbe, Industrie und Immobilienwirtschaft nicht nur ihr Image verbessern, sondern auch Betriebskosten sparen.

Dieser Aspekt gewinnt durch die gestiegenen Preise für Strom, Heizöl und Erdgas zunehmend an Bedeutung. Attraktive Förderung unterstützt den Einstieg in die Solarenergie. Auf der kommenden ISH, der internationalen Leitmesse für Gebäude- und Energietechnik, Erlebniswelt Bad, Klima und Lüftungstechnik (vom 15. bis 19. März 2005 in Frankfurt am Main), bieten die führenden Anbieter von Solartechnik einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Produkte samt passendem Systemangebot: ausgereifte Komplettlösungen für Strom und warmes Wasser von der Sonne.

Die steigenden Preise für Strom, Heizöl und Erdgas erhitzen die Gemüter. Die Energieversorger drehen kontinuierlich an der Preisschraube für Strom. Erdgaskunden stecken inmitten einer neuen Preisrunde. Und die Heizölpreise erreichten nach Information des EID (Energie Informationsdienst, Hamburg) Anfang Oktober in Deutschland mit durchschnittlich 50 Cent pro Liter (bei Abnahme von 3.000 Liter) ein neues Jahreshoch. Damit lagen sie um rund 40 Prozent höher als noch zwei Jahre zuvor.

Vor allem Besitzer veralteter, ineffizienter Heizanlagen könnten die Abhängigkeit von der Energiepreisentwicklung durch eine Heizungsmodernisierung mit Einsatz von Solartechnik verringern, rät die Initiative Solarwärme Plus, Leipzig. „Solarwärmenutzer sparen im Jahresdurchschnitt bis zu 60 Prozent Energie für die Warmwasserbereitung. Größere Anlagen, die zusätzlich die Raumheizung unterstützen, liefern sogar 12 Prozent bis 25 Prozent der insgesamt benötigten Heizenergie.“

Solarwärme könne in Kombination mit moderner Brennwerttechnik die Heizkosten von Altbauten um 30 Prozent bis 50 Prozent senken, schätzt die UVS (Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft, Berlin). Rund 700.000 Eigenheimbesitzer in Deutschland würden bereits die solare Wärmegewinnung nutzen. Bereits jede achte Heizungsmodernisierung wird nach Information des BDH (Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik, Köln) mit der Installation einer Solarkollektoranlage kombiniert. Dies fällt umso leichter, da neben Spezialanbietern wie Wagner, Paradigma oder Solvis auch fast die komplette Heizungsbranche (von Bosch/Buderus über Vaillant oder Viessmann bis hin zu Stiebel Eltron) dieses imageträchtige Marktsegment als Teil der Systemtechnik anbietet.

Solarkollektoren sind zu ausgereiften High-Tech-Konstruktionen geworden, die sowohl den harten Einsatzbedingungen auf dem Hausdach trotzen, als auch den gestiegenen Anforderungen an Optik und Design entsprechen. Antireflexgläser und effiziente Absorberbeschichtungen kennzeichnen moderne Flachkollektoren, widerstandsfähige Gläser mit ausgeklügelten Spiegel- und Absorberkonstruktionen die im Trend liegenden Röhrenkollektoren. Ausgeklügelte Regelungen, spezielle Pumpen und neue Speicherlösungen ergänzen das Systemangebot.

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung bekundet in Umfragen regelmäßig ihre hohe Akzeptanz der Sonne als eine besonders umweltfreundliche Energiequelle. So auch im Jahr 2004: Dem Institut für Demoskopie Allensbach gaben rund drei Viertel der Befragten die Sonne als Wunschenergiequelle der Zukunft an. Und nach einer Emnid-Umfrage befürworteten gar 85 Prozent die Förderung Erneuerbarer Energien.

Die Förderpolitik spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg der Sonnenkraft. Beispielsweise stieg das Interesse der Verbraucher an der Solarthermie in den 90er Jahren deutlich an und erreichte im Jahr 2001 seinen vorläufigen Höhepunkt: Der Absatz stieg um 45 Prozent auf 900.000 m² neu installierte Kollektorfläche. Doch aufgrund einer Reduzierung der Förderung brach 2002 die Nachfrage um rund 40 Prozent auf etwa 540.000 m² ein. Als das Bundesumweltministerium zum 1. Februar 2003 die Fördersätze für Solarwärmeanlagen von 92 auf 125 Euro/m² Kollektorfläche erhöhte, verdoppelte sich denn auch sofort die Antragszahl. Die Nachfrage wuchs laut BSi (Bundesverband Solarindustrie, Berlin) schließlich auf etwa 720.000 m² an.

Zwar wurde zum 1. Januar 2004 der Zuschuss planmäßig auf 110 Euro/m² gesenkt. Doch die Experten gehen von einer weiteren Nachfragesteigerung aus. So schätzte UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig Ende September, dass der Markt für solarthermische Anlagen in diesem Jahr voraussichtlich um knapp 10 Prozent wachsen und 750.000 m² bis 800.000 m² Kollektorfläche erreichen wird. BDH-Geschäftsführer Andreas Lücke geht von einem Wachstum von gut 10 Prozent aus, also von 800.000 m² bis max. 850.000 m² Kollektorfläche. Prognosen für die kommenden Jahre fallen schwer. „Sollte sich die Verteuerung des Heizöls zuspitzen, könnte sich dies bereits 2005 anregend auf den Solarkollektormarkt niederschlagen“, schätzt Körnig. Verbandsziel sei, die Jahresmarke von 1 Mio. m² neu installierter Kollektorfläche möglichst bald zu knacken.

Dass man mit Sonnenkraft nicht nur warmes Wasser, sondern auch Strom produzieren kann, zeigt sich im Systemangebot vieler Heiztechnikhersteller. Sie bieten damit dem SHK-Handwerk für dieses zunehmend interessanter werdendes Marktsegment entsprechende Produkte mit Photovoltaik-Modulen beispielsweise von Sharp, BP Solar, Kyocera oder Shell Solar. Photovoltaik liegt dank der aktuellen Förderung voll im Trend. Vor Auslauf des 100.000-Dächer-Solarstrom-Programm im Juni 2003 nahm die Zahl der Kreditanträge sprunghaft zu. Laut BSi konnten bis Ende 2003 denn auch Solarzellen mit einer Spitzenleistung von rund 130 MW neu installiert werden. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber den beiden Vorjahren mit jeweils um die 80 MW, und sogar eine Verzehnfachung gegenüber Ende der 90er Jahre.

Die zum 1. Januar 2004 verbesserte Solarstromvergütung löste einen weiteren Nachfrageschub aus, der die Hoffnung auf einen Absatz von 200 MW nährte. Nach Angaben der UVS erhalten Anlagen, die 2004 erstmals ans Netz gehen, je nach Lösung zwischen 45,7 und 62,4 Cent pro eingespeister Kilowattstunde vergütet (Neuanlagen, die erst in den Folgejahren ans Netzt gehen, unterliegen dabei einer Degression).

Trotzdem die deutsche Photovoltaikindustrie 2003 bereits ihre Produktion verdoppelt hatte, kam es zu vorübergehenden Lieferengpässen. Laut BSi wurde die Monatsproduktion im ersten Halbjahr weiter verdoppelt. Mit Inkrafttreten des novellierten EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) korrigierten BSi und UVS im August ihre Prognosen deutlich nach oben. Die Branche rechnet nunmehr für 2004 mit einem Marktwachstum auf rund 300 MW neu installierter Leistung – also mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr.

Ob Strom oder warmes Wasser – die ISH 2005 wird als die internationale Leitmesse für Gebäude- und Energietechnik (vom 15. bis 19. März 2005 in Frankfurt am Main) allen Aspekten der Solarenergienutzung gerecht. Führende Hersteller präsentieren ihre Produktneuheiten und Systemlösungen für eine effiziente und umweltschonende Energieversorgung. Ergänzend findet zur ISH 2005 die Sonderschau „Renewables in energetic systems for houses“ statt, bei der u.a. auch moderne Photovoltaik-Systeme für den Gebäudebereich sowie solartechnische Systeme als integraler Bestandteil moderner Versorgungstechnik behandelt werden.

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