Spülabwasser wiederverwenden: Grünbeck optimiert Wasserkreisläufe im Schwimmbadbetrieb
Spülabwasseraufbereitung spaliQ:RU von Grünbeck (Bildquelle: Grünbeck AG)
Mit der Spülabwasseraufbereitungsanlage spaliQ:RU nach DIN 19645 bietet die Grünbeck AG eine Lösung zur Aufbereitung und Wiederverwendung von Spülabwasser aus der Beckenwasseraufbereitung. Nach Angaben des Unternehmens kann dadurch der Bedarf an Frischwasser reduziert und der Energieeinsatz für die Wasserbereitstellung verringert werden.
Hintergrund
Steigende Energiepreise, wachsender Kostendruck und hohe hygienische Anforderungen stellen Betreiber von Schwimmbädern und Freizeiteinrichtungen vor Herausforderungen. Gleichzeitig gewinnt ein effizienter Umgang mit Wasser und Energie zunehmend an Bedeutung.
Aufbereitung von Spülabwasser zur Wiederverwendung
Bei der Beckenwasseraufbereitung fallen im Rahmen regelmäßiger Spül- und Reinigungsprozesse Spülabwässer an. Mit spaliQ:RU wird dieses Wasser gesammelt, aufbereitet und erneut dem Wasserkreislauf zugeführt.
Das Verfahren beginnt mit der Speicherung des anfallenden Spülabwassers in einem Sammelbehälter. Anschließend durchläuft das Wasser mehrere Aufbereitungsstufen. Zunächst erfolgt die Filtration über Ultrafiltrationsmembranen. Danach entfernt ein Aktivkohlefilter freies Chlor. In einem weiteren Verfahrensschritt reduzieren die eingesetzten MCDI-Module (Membrane Capacitive Deionization) die Konzentration gelöster Salze sowie weiterer ionischer Bestandteile. Abschließend wird das Wasser desinfiziert und wieder in den Rohwasserkreislauf eingebunden. Optional kann zusätzlich die Säurekapazität angepasst werden.
Das aufbereitete Wasser steht anschließend für die erneute Nutzung zur Verfügung, wodurch der Bedarf an Frischwasser reduziert werden kann.
MCDI-Technologie
In der Anlage kommt MCDI-Technologie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein membranbasiertes elektrochemisches Verfahren zur Reduzierung gelöster Salze sowie von Anionen und Kationen im Wasser. Dadurch kann die Leitfähigkeit des Wassers eingestellt werden.
Nach Herstellerangaben zählen zu den Eigenschaften der Technologie ihre Chlorbeständigkeit, eine geringe Neigung zur Bildung von Ablagerungen (Scaling) sowie die Möglichkeit, Zulaufwasser mit Chlorkonzentrationen von bis zu 1,0 mg/l zu verarbeiten. Darüber hinaus kann die gewünschte Entsalzungsleistung an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Neben einer Vollentsalzung sind auch Teilentsalzungen realisierbar.
Im Vergleich zu herkömmlichen Entsalzungsverfahren kann die MCDI-Technologie den Energiebedarf laut Grünbeck je nach Anwendungsfall um bis zu 75 Prozent reduzieren.
Praxisbeispiel: Modernisierung der Wasseraufbereitung in der WWK Arena
Ein Referenzprojekt gibt es beim FC Augsburg. Im Herbst 2023 wurde die Wasseraufbereitung für das Entspannungsbecken in der WWK Arena modernisiert. Dort wird eine vollautomatische Wasseraufbereitungsanlage mit einer automatisierten Spülabwasseraufbereitung von Grünbeck eingesetzt.
Nach Angaben des Betreibers und der projektspezifischen Auslegung können mit dem Anlagenkonzept aktuell rund 70 Prozent des Füllwassers eingespart werden. Darüber hinaus werden für die Anlage ein um bis zu 35 Prozent geringerer Energieaufwand sowie Betriebskosteneinsparungen von ca. 20 Prozent angegeben. Zusätzlich benötigt die installierte Lösung rund 20 Prozent weniger Platz als die zuvor eingesetzte Technik.
Die genannten Werte beziehen sich auf das beschriebene Referenzprojekt und können abhängig von den jeweiligen Betriebsbedingungen, der Anlagenauslegung und den örtlichen Gegebenheiten variieren.
Einsatzbereiche
Mit spaliQ:RU bietet die Grünbeck AG eine Lösung zur Wiederverwendung von Spülabwasser in Schwimmbädern, Wellnessanlagen und Sporteinrichtungen. Die Kombination aus Filtration, Wasserwiederverwendung und MCDI-Technologie ermöglicht die Aufbereitung von Spülabwasser für die erneute Nutzung im Wasserkreislauf.
Quelle: Grünbeck AG
