Spezielle Drehkolbenpumpen von Netzsch erfüllen selbst strengste gesetzliche Anforderungen

11.05.2018

Jeder gewerbliche und industrielle Betrieb in Europa unterliegt heutzutage einer Vielzahl an Vorschriften zum Schutz von Personal, Verbrauchern und Umwelt. Netzschg konzipiert und fertigt daher alle seine Produkte dahingehend, dass schon die Standardbauformen den verschiedensten europäischen und internationalen Richtlinien entsprechen. Anfang 2014 wurde einem großen Chemikalien-Hersteller für die Förderung ätzender Fettsäure eine T.Proc Drehkolbenpumpe geliefert, die nicht nur ATEX-konform ist, sondern auch die Vorgaben der TA Luft einhält.

Spezielle Drehkolbenpumpen von Netzsch erfüllen selbst strengste gesetzliche Anforderungen

Netzsch Pumpen & Systeme GmbH

Vor allem die Kosmetik- sowie die Farben- und Lackindustrie benutzen Fettsäuren in ihren Produktionsprozessen. Je nach Zusammensetzung, Konzentration und Flüchtigkeit können die Säuren die Haut oder sogar die Atemwege verätzen. Das Medium fällt daher in den Bereich der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft), die Emissions- und Immissionsgrenzwerte nicht nur für Abgase, sondern auch für alle Arten von Gefahrstoffen und Umgebungsbelastungen enthält. Die Zahnradpumpe, die der Hersteller bislang zur Beschickung seiner Tankwagen benutzt hatte, konnte diese Vorgabe nicht mehr erfüllen und musste daher ausgetauscht werden.

Ganzmetall-Pumpe für aggressive Fettsäuren

Um beiden Vorschriften, TA Luft und ATEX Zone 1, zu genügen, ließ der Betreiber Anfang 2014 eine Drehkolbenpumpe vom Typ T.Proc installieren, die eigens für schwierige Medien entwickelt wurde. Aufgrund des aggressiven Stoffs und der hohen Fördertemperatur von 70°C, die benötigt wird, um das klebrige und temperatursensible Medium fleißfähig zu halten, wurde eine hoch-feste Stahl-Ausführung gewählt, die mit sehr geringen Spaltmaßen zwischen Drehkolben und Gehäuse einen hohen Wirkungsgrad bietet.

Die Pumpe, die zur Tornado T2-Serie von Netzsch gehört, arbeitet mit zwei geraden, zweiflügligen Drehkolben, um einen großen freien Kugeldurchgang und eine störungsfreie Förderung des Mediums zu ermöglichen. Auch wird die Rückströmung aufgrund der längeren Dichtlinie besonders gering gehalten. Durch das Netzsch Pulsationsreduktionssystem (PRS), eine spezielle Geometrie der Pumpenraumes liegen die Pulsationswerte trotz der geraden Kolben ähnlich niedrig wie bei komplex gewendelten, mehrflügeligen Konstruktionen. Die gesamte Pumpenkonstruktion ist auf Robustheit, Betriebssicherheit und einen möglichst geringen Instandhaltungsaufwand ausgelegt.

Um die von der TA Luft geforderte hermetische Trennung der geförderten Fettsäure von der umgebenden Atmosphäre zu gewährleisten, verbauten die Experten von Netzsch eine doppeltwirkende Gleitringdichtung mit Sperrdrucksystem. Aus dem angeschlossenen Quench-Behälter wird die Dichtung permanent geölt, was ein Verkleben verhindert und eine höhere Sicherheit bietet als eine einfachwirkende Dichtung. Die voreingestellten Dichtungen der T2-Serie sind in Cartridge-Bauweise ausgeführt und werden einfach bei der Montage mit dem Kolben auf die Welle geschoben.

Entscheidend für die Auswahl der Pumpe war jedoch die Einhaltung der Vorgaben für die Explosionsschutz-Zone 1. Die T.Proc kann hier gefahrlos eingesetzt werden, da sie wie alle T2-Pumpen für Umgebungstemperaturen bis 60 °C und Mediumstemperaturen bis 100 °C ATEX-zertifiziert ist. Bei dieser sensiblen Fettsäure-Förderung installierte der Betreiber ein elektrisches Heizband mit separater Ex-Schutz-Zertifizierung, um das Aushärten des Mediums im Pumpengehäuse zu verhindern.

Seither verrichtet die Pumpe zuverlässig ihren Dienst und befüllt die Tankwagen des Herstellers mit 20 m³/h bei einem Druck von 2,5 bar. Alle gesetzlichen Vorgaben, einschließlich der TA Luft, werden dabei streng eingehalten.

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