Gewässerregulierung mit mobiler Pumpstation schnell wiederhergestellt

03.01.2012

Orkanböen, Hagelschauer, Platzregen – der globale Klimawandel zeigt auch in Deutschland immer öfter sein Gesicht. So führten im Frühjahr 2011 starke Regenfälle im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels um bis zu zwei Meter.

Gewässerregulierung mit mobiler Pumpstation schnell wiederhergestellt

Die schwimmende Pumpstation in Ufernähe des Sees Kamplake reguliert mit zwei Schmutzwasserpumpen den Wasserstand und reduziert den Grundwasserzufluss in den benachbarten Nachklärteich. (Foto: Wilo)

Hierdurch waren die Anlieger des dort für die Gewässerregulierung verantwortlichen Sodawerks und die Gewässerökologie der Region akut von Überschwemmungen bedroht. Mit Hilfe einer schwimmenden Pumpstation, ausgestattet mit Schmutzwasserpumpen von Wilo, konnten die Gewässerpegel schnell wieder auf den richtigen Stand gebracht werden. Bemerkenswert an dem Projekt ist vor allem die kurzfristige Realisierung innerhalb von nur zwei Tagen. Zu verdanken war dieser Umstand dem umsichtigen und unbürokratischen Handeln aller Beteiligten inklusive der für die Genehmigung der neuen Pumpstation zuständigen Fachbehörden.

Mit einer jährlichen Produktionsmenge von rund 430.000 Tonnen gehört die Sodawerk Staßfurt GmbH & Co. KG (Sachsen-Anhalt) deutschlandweit zu den führenden Herstellern und Veredlern von Soda. Die Rohstoffe baut das Unternehmen in unmittelbarer Nähe zur Produktionsstätte ab. Das bei der Herstellung von Soda benötigte Prozess- und Kühlwasser entnimmt das Sodawerk den nahe gelegenen Gewässern. Nach Gebrauch und Behandlung wird das Wasser wieder dorthin zurückgeführt. Die Wassernutzung beeinflusst dabei die Wasserspiegel der umgebenden Gewässer erheblich. Daher ist das Unternehmen auch für die Wasserhaltung in unmittelbarer Umgebung seines Produktionsstandortes verantwortlich. So gehört es beispielsweise zu den Aufgaben des Sodawerks, in dem Nachklärteich einer Absetzanlage den Wasserstand konstant bei 60 m über Normal-Null (NN) zu halten. Zwei Rückführwasserpumpen mit einer Förderleistung von ca. 1.000 m³/h fördern hierzu Wasser aus dem Nachklärteich in die sechs Kilometer entfernte Bode, einen Nebenfluss der Saale.

Die unvorhersehbar starken Niederschläge im Frühjahr 2011 führten zu einem erhöhten Grundwasserzufluss in den Nachklärteich sowie in die Kamplake, einem See im nahe gelegenen Unseburg. Als Folge konnte das Sodawerk Staßfurt den Wasserspiegel seiner Absetzanlage und des Nachklärteichs mit der vorhandenen Pumpentechnik nicht mehr ausreichend regulieren. Schnell waren benachbarte Grundstücke überschwemmt. So entstand eine sowohl für das Sodawerk und seine Anrainer als auch für die Gewässerökologie der Region dramatische Situation.

Um den Wasserstand schnellstmöglich zu senken, suchte das Unternehmen mit Hochdruck nach einer kurzfristig realisierbaren und wirtschaftlichen Lösung. Diese sollte nicht nur Abhilfe in der akuten Notlage bringen, sondern auch zukünftig vergleichbare Extremsituationen beherrschbar machen. Die Lösung war, eine zusätzliche Pumpstation an der Kamplake einzusetzen. Diese Maßnahme versprach, den Grundwasserzufluss zum Nachklärteich zu verringern und seinen Wasserstand wieder zu regulieren. Mit dem Projekt beauftragte das Sodawerk Staßfurt den Pumpenspezialisten Wilo.

Der Hersteller lieferte umgehend zwei Schmutzwasserpumpen der Baureihe „Wilo EMU KS“. Diese waren unmittelbar verfügbar, was maßgeblich zum schnellen Gelingen des eilbedürftigen Projekts beitrug. Die beiden robusten Blockaggregate mit Tauchmotoren in druckfester Ausführung und interner abgedichteter Aktivkühlung sind im komplett eingetauchten Zustand für Dauerbetrieb unter Volllast geeignet. Da die Pumpen bei erhöhtem Wasserzufluss in die Kamplake ohne Unterbrechung laufen müssen, stellte dies ein wichtiges Auswahlkriterium dar. Die Pumpen wurden in einer Metall-Gitterbox montiert, mit einer Schwimmvorrichtung versehen und in Ufernähe der Kamplake verankert.

Die beiden Pumpen fördern bei Dauerbetrieb täglich bis zu 7.200 m³ Wasser aus dem See über Rohrleitungen in den Fluss Bode. Dadurch lässt sich der Wasserspiegel des Sees um rund einen Zentimeter am Tag absenken. Da auch in Zukunft mit verstärkten Zuflüssen und Niederschlägen gerechnet wird, bleibt die Pumpstation langfristig in Betrieb. Überschwemmungen und hieraus resultierende Umweltschäden werden so zuverlässig verhindert.

Quelle: WILO SE

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