Gewachsene Pumpensysteme bieten hohes Optimierungspotenzial

24.09.2007

Kunststoffverarbeitende Betriebe haben einen erheblichen Bedarf an elektrischer Energie. Durchschnittlich wird knapp eine Megawattstunde (MWh) Strom pro hergestellter Tonne Kunststoff verbraucht.

Dadurch kommen Unternehmen aus dieser mittelständisch geprägten Branche schnell auf einen Energieverbrauch von mehreren Tausend MWh pro Jahr. Die eingesetzten Pumpensysteme haben daran einen erheblichen Anteil.

Gleichzeitig liegen gerade hier bisher kaum genutzte Einsparpotenziale: Beispielhafte Energieberatungen in verschiedenen Betrieben haben gezeigt, dass sich rund 45 Prozent der Energiekosten bei Pumpen einsparen lassen, wenn die Systeme unter Energieeffizienzkriterien optimiert werden. Die Beratungen erfolgten im Rahmen der Kampagne „Energieeffiziente Systeme in Industrie und Gewerbe“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und zweier Fachverbände des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA).

Die systematische Analyse der Pumpensysteme in den Unternehmen ergab Energieeinsparpotenziale von bis zu 950 MWh und damit zirka 86.000 Euro pro Betrieb und Jahr. Für einzelne Systeme lagen die Energieeinsparpotenziale sogar bei über 90 Prozent. Beraten wurden Betriebe, die unter anderem Fensterprofile, Rohre für Heizungstechnik oder Formhäute für den Automobilinnenraum herstellen.

Kunststoff wird zum Bearbeiten erhitzt. Anschließend muss ihm die Wärme wieder entzogen werden. Die dafür benötigten Kühlsysteme enthalten in der Regel zahlreiche Pumpen. Diese sind häufig für Spitzenlasten ausgelegt, die nur kurzfristig auftreten. Die Pumpen laufen daher überwiegend im Teillastbetrieb und somit weit entfernt vom optimalen Betriebspunkt. Daraus resultiert ein erhöhter Energiebedarf. Mithilfe einer ganzheitlichen Systemoptimierung unter Energieeffizienzkriterien können die Pumpensysteme an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Für viele der beratenen Unternehmen hat sich im Rahmen der Systemoptimierung eine bedarfsabhängige Regelung der Pumpendrehzahl mit Frequenzumrichtern ausgezahlt. Weitere Ansatzpunkte zur Energieeffizienzsteigerung der Kühlsysteme waren die Anpassung der Rohrleitungsführung und -dimensionierung sowie der Einsatz von energieeffizienten Motoren und Durchflussmengenmessern. Detaillierte Informationen zur Erhöhung der Energieeffizienz von Pumpensystemen finden interessierte Unternehmen unter www.system-energieeffizienz.de.

Die Kampagne ist Bestandteil der Initiative EnergieEffizienz, einer Aktionsplattform für effiziente Stromnutzung in allen Verbrauchssektoren, die von der dena und den Unternehmen E.ON Energie AG, EnBW AG, RWE Energy AG sowie Vattenfall Europe AG getragen und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird. Partner der Kampagne sind die Unternehmen Danfoss, Deutsches Kupferinstitut, Grundfos, KSB, AGO Energie+Anlagen, Sulzer Pumpen und Wilo.

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