Ganzheitliches Regenwassermanagement in Zeiten des Klimawandels

30.11.2012

Am 8. November 2012 stand bei Jung Pumpen in Steinhagen im Rahmen des 5. OWL Abwassertages das Thema Regenentwässerung im Mittelpunkt spannender Diskussionen und Vorträge. Mit Blick auf den Klimawandel und weitere Einflussfaktoren wurden Fragestellungen und Lösungsszenarien auf den Prüfstand gestellt.

Ganzheitliches Regenwassermanagement in Zeiten des Klimawandels

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen in diesem Jahr zum 5. OWL Abwassertag nach Steinhagen und folgten den Vorträgen namhafter Referenten rund um das Thema Regenentwässerung. (Foto: Jung Pumpen)

Sechs Fachreferenten folgten der Einladung von Jung Pumpen nach Steinhagen und präsentierten dem interessierten Fachpublikum Neues aus Forschung, Entwicklung und Praxis rund um das Thema Regenwasser. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Planungsbüros, dem Tief- und Anlagenbau sowie von der Hochschule Lippe folgten ihren Vorträgen gebannt. Das Unternehmen Jung Pumpen präsentierte Systeme und Produkte, mit denen den Folgen des Klimawandels für die Druckentwässerung, die Rückstausicherung, die Drainageentwässerung oder auch im Katastrophenschutz effizient zu begegnen ist.

Ganzheitliche Lösungsansätze

Aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchteten die Referenten in ihren Vorträgen ein ganzheitliches Regenwassermanagement unter Berücksichtigung des Klimawandels. Wie gehen Planer und Kommunen mit extremen Wetterereignissen um? Finden diese wirklich statt oder verändert sich nur die Wahrnehmung durch die mediale Präsenz dieses Themas? Welche Einflüsse bringen Faktoren wie der demografische Wandel und Spätfolgen des Bergbaus mit sich? Wie kann Problemen schon auf dem privaten Grund mittels intelligenter Planung begegnet werden und wie analysiert die Versicherungswirtschaft das Thema Regenwasser und Klimawandel? Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die Referenten und Teilnehmer des 5. OWL Abwassertages.

Prof. Dr.-Ing. Theo Schmitt von der Technischen Universität Kaiserslautern erläuterte in seinem Vortrag, wie in den Kommunen eine Überflutungsvorsorge vor dem Hintergrund des Klimawandels getroffen werden kann. „Die Diskussion um mögliche Zunahmen von Starkregen und Überflutungen durch den Klimawandel hat den Fachleuten der Siedlungsentwässerung wertvolle Denkanstöße zur methodischen Neuausrichtung der kommunalen Überflutungsvorsorge geliefert," so der Experte.

Bernd Ishorst vom IZEG (Informationszentrum Entwässerungstechnik Guss e. V.) informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend darüber, welche Auswirkungen die Regenrückhaltung auf privatem Grund für die öffentlichen Kanalnetzbetreiber hat. Über den Einfluss des demografischen Wandels auf die Stadthydrologie referierte Prof. Dipl.-Ing. Dieter Sitzmann von der Hochschule Coburg. Der Vortrag von Dr.-Ing. Jürgen Becker von der Emschergenossenschaft/Lippeverband Essen behandelte das Grundwassermanagement und die damit verbundenen Auswirkungen durch den Klimawandel und die Kanalsanierung.

Dirk Hillebrecht von der VGH Versicherung beleuchtete das Risiko des Klimawandels unter versicherungswirtschaftlichen Aspekten. „Der Klimawandel bringt bereits heute eine zunehmende Zahl von Extremereignissen mit sich, die auch in Deutschland zu steigenden Schadenaufwänden z. B. bei Starkregenereignissen führen. In den kommenden Jahrzehnten ist mit einer weiteren dramatischen Zunahme von Sturm- und Hochwasserereignissen und deren Intensität zu rechnen", so der Experte. Abschließend brachte Rechtsanwalt Dr. Jörg Niggemeyer den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die rechtlichen Anforderungen an eine Befreiung von der Niederschlagswasserüberlassungspflicht unter Berücksichtigung aktueller Rechtssprechung näher.

Eine gelungene Veranstaltung

Nicht zuletzt der Fachkräftemangel in Deutschland mag ein Grund dafür gewesen sein, dass die Veranstaltung in den Pausen zu einer regelrechten Jobbörse wurde. Viele Gäste aus Planungsbüros und Kommunen nutzten den Kontakt zu den Besuchern der Hochschule Lippe, um über Praktikums- und Festanstellungen zu sprechen. Einen gelungenen Ausklang fand die Veranstaltung am Abend mit einem Besuch im „Lenkwerk“ in Bielefeld. Hier wurden nicht nur kulinarische Eindrücke gesammelt. Auch die beeindruckende Automobilausstellung im aufwändig sanierten, ehemaligen Bekleidungsamt der Luftwaffe sorgte für jede Menge Gesprächsstoff. Sogar ein wenig Aufklärungsarbeit wurde geleistet: „OWL“ steht für Ostwestfalen-Lippe – den Nordosten Nordrhein-Westfalens und Heimat von Jung Pumpen. Manchem weit gereisten Teilnehmer erschloss sich erst nach dieser Erklärung die Logik der Namensgebung für die alljährlichen Abwassertage in Steinhagen.

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