Energie aus Müll: IFAT India 2016 setzt auf nachhaltige Abfallnutzung für Indien

27.07.2016

Laut der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing Germany Trade & Invest legt der indische Umwelttechnikmarkt im Trend zweistellig zu. Eine Gelegenheit, von diesem aussichtsreichen Ländermarkt zu profitieren, ist die IFAT India 2016.

Energie aus Müll: IFAT India 2016 setzt auf nachhaltige Abfallnutzung für Indien

Die IFAT India ist die führende Umwelttechnologiemesse in Indien (Foto: Ifat)

Indiens führende Fachmesse für Umwelttechnologien findet vom 28. bis 30. September im Bombay Exhibition Centre (BEC) in Mumbai statt. Zu den Kernthemen der Schau zählen neben der Wasser- und Abwasserbehandlung auch Lösungen für eine moderne Abfallwirtschaft.

Das jährliche Abfallaufkommen in Indien kann nur geschätzt werden – je nach Berechnungsmethode soll es zwischen 42 Millionen und 243 Millionen Tonnen liegen. Das geht aus einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie hervor, die das Öko-Institut (Berlin) und das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung (Heidelberg) im Auftrag des deutschen Umweltbundesamts (UBA) erstellten. Laut der Publikation landen über 90 Prozent des indischen Mülls auf ungeordneten Deponien und sorgen dort für anhaltende Umweltprobleme. Dabei ließen sich viele der Abfallstoffe rezyklieren – oder sie könnten helfen, den Energiebedarf der Riesennation mit ihren knapp 1,31 Milliarden Menschen zu decken: Nach Informationen des Magazins Waste Management World hat die indische Regierung das Ziel, im Jahr 2019 landesweit aus Abfällen eine Leistung von 700 Megawatt zu generieren.

Hohen Organikanteil für Biogas nutzen

Rund die Hälfte der Gesamtabfallmenge auf dem Subkontinent ist organisches Material. Das indische Ministerium für Erneuerbare Energien errechnete, dass sich allein durch die konsequente Biogasnutzung der in den Zuckermühlen des Landes anfallenden biogenen Reststoffe ein Leistung von bis zu 5.000 Megawatt erzielt werden könnte.

Um den vielversprechenden Biogasmarkt in Indien in Zukunft noch besser zu erschließen, gingen der deutsche Fachverband Biogas und die Indian Biogas Association (IBA) Ende vergangenen Jahres eine Kammer- und Verbandspartnerschaft ein. „Biogas bietet unserem Land eine große Chance sowohl für die Wirtschaft, als auch für den Umweltschutz. Die Entwicklung in Deutschland ist ein guter Beweis dafür, welches Potenzial Biogas für eine saubere und nachhaltige Energieversorgung hat“, sagt IBA-Geschäftsführer Gaurav Kedia. Und laut dem Fachverband Biogas eröffnet die Verbandspartnerschaft nicht zuletzt für deutsche Biogasfirmen, von denen schon jetzt einige in Indien aktiv seien, neue Absatzmöglichkeiten. Finanziert wird die Partnerschaft vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Thermische Verwertung als weitere Option

Eine weitere Technologieschiene, um Abfall in Energie zu verwandeln, ist die thermische Verwertung. In Indien wurden Müllverbrennungsanlagen bislang allerdings nur vereinzelt und mit oft unbefriedigenden Ergebnissen gebaut. Als hemmend zeigte sich hier unter anderem, dass der Brennwert des indischen Hausmülls im Vergleich zu europäischen oder US-amerikanischen Maßstäben eher niedrig ist. Außerdem fehlt eine Müllgebührenordnung, die einen wirtschaftlichen Betrieb unterstützt. Werden diese Hindernisse überwunden, könnten nicht nur die Gesellschaft und die Umwelt in Indien unmittelbar profitieren, sondern es könnte auch ein Beitrag zum globalen Klimaschutz geleistet werden. So kommen die Analysten der oben genannten UBA-Studie zu dem Ergebnis, dass der Ausbau einer geordneten Wertstoffsammlung und -verwertung sowie die Verbrennung von nicht nutzbarem Restmüll in effizienten Müllverbrennungsanlagen die indischen Treibhausgasemissionen um bis zu 25 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren könnten.

Energetische Abfallnutzung auf der IFAT India

Sowohl die Möglichkeiten einer fortschrittlichen Biogasnutzung, wie auch die Chancen der thermischen Verwertung von Abfällen werden sich auf der diesjährigen IFAT India nicht nur an den Ständen der Aussteller wiederfinden, sondern auch in den Vorträgen und Diskussionen des umfangreichen Rahmenprogramms der Messe. Interessierte Unternehmen haben noch bis Ende Juli die Gelegenheit, sich als Aussteller anzumelden.

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