Zerstörungsfreies Fördern empfindlicher Produkte

01.07.2002

In der Verfahrenstechnik stellen empfindliche, abrasive oder zum Koagulieren neigende Produkte besondere Anforderungen an die einzusetzenden Pumpen. Bei der Förderung solcher Fluide, wie etwa Pigment- und Kristallsuspensionen oder Latex, bieten Schlauchpumpen entscheidende Vorteile. Hierzu gehören neben dem scherkraft- und damit zerstörungsfreien Förderprozess ihr geringer Verschleiß, ihre schnelle und problemlose Reinigung sowie die im Vergleich mit anderen Pumpenarten deutlich geringeren Betriebs- und Wartungskosten.

Die medien- und prozessgerechte Auslegung von Pumpen ist für den störungsfreien Ablauf verfahrenstechnischer Prozesse von entscheidender Bedeutung. Neben der chemisch resistenten Beschaffenheit aller produktberührender Teile stellt der Anwender häufig eine Reihe weiterer Anforderungen, so etwa

  • schonende Förderung insbesondere pigment-, kristall- oder sonstiger feststoffhaltiger Fluide
  • Vermeiden von Koagulation des Fördergutes während des Pumpens
  • Eignung für hohe Förderdrücke bis 15 bar
  • möglichst geringe Fließwiderstände im Inneren der Pumpe
  • Sicherheit gegen Trockenlauf und Leckagen
  • kurze Einbauzeiten
  • flexible Anschlussmöglichkeiten und problemlose Inbetriebnahme
  • schnelles Reinigen und Umstellen bei Chargenwechsel oder hohen Hygieneanforderungen
  • möglichstkein Vorhalten von Ersatzpumpen auf Lager
  • geringe Betriebs- und Wartungskosten.

Schlauchpumpen entsprechen diesen Anforderungen. Sie vermeiden die Zerstörung von Produktbestandteilen, wie dies bei anderer Pumpenarten mit hohen Drehzahlen der Fall sein kann. Darüber hinaus bieten sie ein hohes Maß an Flexibilität und Verfügbarkeit in den unterschiedlichsten Prozessen.

Ansaugen durch Verdrängen

Schlauchpumpen sind selbstansaugende, ventillose, rotierende Verdrängerpumpen. Die Förderung erfolgt in einem medienbeständigen, elastischen Schlauch. Dieser liegt an der Innenwand des Pumpengehäuses an. Im Gehäuse ist je nach Ausführung ein Rotor mit zwei um 180° oder drei um 120° versetzten Verdrängerrollen zentrisch angeordnet. Das Ansaugen bzw. Abfördern des Fördergutes erfolgt über saug- und druckseitig angeschlossene, flexible Leitungen. Beim Ansaugvorgang drücken die Verdränger den Schlauch im Gehäuseinneren zusammen und schieben die darin befindliche Luft in die Druckleitung. Hinter dem Verdränger stellt sich der Pumpenschlauch wieder in seine ursprüngliche Form zurück und erzeugt dadurch einen Unterdruck, der ein Ansaugen des zu fördernden Produktes bewirkt. Nach Abschluss des Ansaugvorganges wird das Fördergut durch die Verdränger im Schlauch volumetrisch von der Saug- zur Druckseite gefördert. Auf Grund der guten Selbstansaugfähigkeit eignen sich die Schlauchpumpen für geodätische Saughöhen bis maximal 8 m Wassersäule. Je nach Applikation stehen dem Anwender zwei Ausführungen zur Verfügung. Niederdruckpumpen bis 4 bar Förderdruck arbeiten nach dem Trockenlaufprinzip, d. h. ohne flüssiges Schmiermittelbad im Gehäuseinneren. Bei Hochdruckpumpen für bis zu 15 bar Förderdruck, den sogenannten Nassläufern, ist der Schlauch von einem flüssigen Schmierbad umgeben.

Abrasive oder empfindliche Produkte im Schongang fördern

Durch ihr Funktionsprinzip gewährleisten Schlauchpumpen eine scherkraftfreie Förderung, d. h. Feststoffe wie Farbpigmente oder Kristalle werden durch das Pumpen nicht zerstört. Da diese Inhaltsstoffe jedoch gleichzeitig ein unter Umständen hohes Maß an Abrasivität aufweisen, bieten Schlauchpumpen in solchen Einsatzfällen weitere Vorteile. Hierzu gehören die robusten, strapazierfähigen Schlauchqualitäten sowie die dichtungs- und ventillose Konstruktion. Dies gilt insbesondere gegenüber Exzenter-Schneckenpumpen, die häufig einen sehr starken Verschleiß bei den Rotor- bzw. Statorpaketen, Gleitringdichtungen oder Stopfbuchsen aufweisen.

Auch für Produkte wie beispielsweise Latex, die beim Fördern zum Koagulieren neigen, sind Schlauchpumpen auf Grund ihres scherkraftfreien Förderprinzips besser geeignet als andere Systeme. Hinzu kommt, dass sie nahezu totraumfrei konstruiert sind. So können sich Farbpigmente oder Latexreste im Gegensatz zu Druckluft-Membranpumpen nicht in Schmutzecken anlagern, die beim Reinigen nicht zugänglich sind. Dies ist für viele Anwender in der Farb-und Pharmaindustrie von entscheidender Bedeutung. Hier muss eine rasche und gründliche Reinigung möglich sein, um schnelle Farb- und Chargenwechsel bei höchster Reinheit durchführen zu können. Darüber hinaus handelt es sich bei einer Schlauchpumpe um ein geschlossenes System, d. h. das Fördergut kommt lediglich mit dem Pumpenschlauch in Kontakt.

Gepumpt wird, was durch den Pumpenschlauch passt

Schlauchpumpen in verschiedenen Ausführungen einschließlich pulsationsarmer Doppelpumpensysteme ermöglichen die individuelle Lösung unterschiedlichster Förderaufgaben. Ihre Förderleistung kann ohne großen Aufwand an die Erfordernisse des jeweiligen Prozesses angepasst werden. Gepumpt wird dabei, was durch den Pumpenschlauch passt. Das Spektrum reicht von A wie Abwasser über Farben, Klebstoffe, Laugen, Pharmazeutika und Säuren bis Z wie Zahnpasta oder Zuckersirup. Dabei gewährleisten die Schlauchpumpen auf Grund ihrer hohe Verfügbarkeit eine zuverlässige Produktion bei gleichzeitig niedrigen Betriebskosten. Zudem ist es nicht erforderlich, Ersatzpumpen auf Lager vorzuhalten, wie dies bei anderen Pumpensystemen in der Regel der Fall ist. Der Grund: Das einzige Verschleißteil der Pumpenschlauch kann innerhalb weniger Minuten gewechselt werden kann. Entsprechend vielseitig wie die Fördergüter sind auch die Branchen, in denen Schlauchpumpen zum Einsatz kommen. Die Chemie- und Pharmaindustrie gehören ebenso dazu wie die Industriezweige Glas/Keramik, Holz/Papier, Harze/Kunststoffe, Metall, Nahrungsmittel sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Je nach Aufgabenstellung sind die Resistenz gegen Chemikalien und abrasive Feststoffe, die sehr guten Ansaugeigenschaften sowie die problemlose Reinigung und Sterilisation für den Anwender entscheidend. Unabhängig von der Förderaufgabe bieten Schlauchpumpen eine hohe Verfügbarkeit und eine lange Einsatzdauer bei niedrigen Betriebskosten.

Kompakt

Fördern mit Schlauchpumpen

Vor allem in der Pharmazie sowie Lebensmittel-und Kosmetikindustrie werden hohe Anforderungen an die einzusetzenden Pumpen gestellt. Insbesondere Schlauchpumpen eignen sich für schonendes Fördern empfindlicher Produkte sowie hohe Förderdrücke bis 15 bar. Sie vermeiden eine Koagulation während des Förderprozesses, weisen nur geringe Fließwiderstände im Innern der Pumpe auf und bieten Sicherheit gegen Trockenlauf und Leckagen. Weitere Vorteile sind kurze Einbauzeiten, flexible Anschlussmöglichkeiten, schnelles Reinigen und Umstellen bei Chargenwechsel oder hohen Hygieneanforderungen sowie wirtschaftliches Betreiben.

Über Ponndorf Gerätetechnik GmbH

Die Ponndorf Gerätetechnik GmbH bietet 10 verschiedene Baureihen von Schlauchpumpen an. Die Pumpen sind weltweit im Einsatz, so bei namenhaften Unternehmen, wie BASF AG, BAYER AG, AKZO NOBEL.

Ponndorf ist ein Familienunternehmen in der 3. Generation.

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