Überarbeitete Dosier- und Entleeranlagen sparen bei gleicher Leistung Platz und Aufwand

26.04.2013

Eingefahrene Konstruktionsgewohnheiten überdenken, um neuen Raum für Verbesserungen zu schaffen – mit diesem Prinzip konnte die Netzsch Pumpen & Systeme GmbH bei Drehkolben- und Exzenterschneckenpumpen bereits deutliche Optimierungen erreichen. Jetzt wurden auch die Dispenser und Behälterentleerungsanlagen neu betrachtet und vor allem die teils sehr komplexen Bauformen und die große Komponentenvielfalt auf ein effizienteres Maß reduziert.

Überarbeitete Dosier- und Entleeranlagen sparen bei gleicher Leistung Platz und Aufwand

Nur zwei Rahmentypen und drei Bauformen reichen, um mit verschiedenen Pumpengrößen Behälterentleerungen von 0,5 bis 200 l zu realisieren. Auch spezielle Anforderungen können dadurch schnell und unkompliziert umgesetzt werden. (Foto: Netzsch)

An der hohen Dosiergenauigkeit und den geringen Restmengen der Netzsch-Anlagen ändert die Überarbeitung der Bauformen dagegen nichts. Erstmals vorgestellt wurden die neuen Systeme zusammen mit einer umfassenden Steuerungstechnik sowie automatisierten Dosierzellen auf der diesjährigen Hannover Messe.

Vor allem die Abdichtung und die Lagerung der Antriebswelle wurden beim Nemo Dispenser unter dem Gesichtspunkt der Effizienz neu konzipiert. Dabei konnte die Konstruktion so vereinfacht und die Teilezahl soweit reduziert werden, dass sich die Länge bei allen Baugrößen um mehr als 10 mm verkürzt und das Gewicht im Durchschnitt um 15 Prozent sinkt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Produktionsmaschinen, da der leichte Dispenser beispielsweise von einem kleineren Roboter getragen werden kann, was wiederum Investitions- und Betriebskosten spart. Darüber hinaus erhöht die neue Technik durch die kleinere Menge an verbauten Komponenten die Standzeiten und macht eine aufwändige Ersatzteilvorhaltung überflüssig. Zur bequemeren Wartung lässt sich das Gerät über eine Schnellwechsel-Steckverbindung einfach montieren und demontieren.

Der verwendete Servo-Antrieb erlaubt dem Dispenser einen hochdynamischen Auftrag, gleichzeitig garantiert die besondere Rotor-Stator-Geometrie der integrierten Exzenterschneckenpumpe einen schonenden Transport selbst von stichfesten, höchstgefüllten oder schersensitiven Produkten sowie von Medien mit gröberem Feststoffanteil. Die Fördermenge verhält sich dabei direkt proportional zur Drehzahl der Pumpe, so dass ab 90° Rotordrehung eine volumetrische Dosiergenauigkeit von ± 1 Prozent erreicht wird. Ein universell einstellbarer Rückzug verhindert zusätzlich ein eventuelles Nachtropfen. Gefördert werden können je nach Bedarf und Baugröße zwischen 0,05 und 9 ml/U unabhängig von der Viskosität und Temperatur des Mediums. Sollte es der Prozess erfordern, lässt sich der Dispenser sogar mit einer Heizung ausstatten.

Drei Anlagengrößen decken Behälterentleerung von 0,5 bis 200 l ab

Als Teil der Dosiertechnik wurden auch die Behälterentleerungsanlagen von Netzsch überarbeitet und die breite Palette an unterschiedlichen Konstruktionsformen verschlankt: Künftig können alle Volumenansprüche mit drei Baugrößen abgedeckt werden. Die Experten entwickelten dazu zwei neue Trägerrahmen, in die Pumpen aller Größen bis hin zu NM063 installiert werden können. Dadurch lassen sich Behälterentleerungen auch nach spezifischen Kundenvorgaben schneller und unkomplizierter realisieren.

Das gesamte System basiert auf einer Exzenterschneckenpumpe, die auf einer Nachfolgeplatte sitzt. Die Größe der Platte wird nach dem Durchmesser des zu leerenden Gebindes gewählt, so dass die Pumpe unter der Platte ein Vakuum erzeugen und sich darüber selbsttätig dem Fassboden entgegensaugen kann. Da die Platte zudem einen leichten Druck auf das Medium ausübt, wird ein konstanter Abtransport bis zu einer Restmenge von unter 1 Prozent gewährleistet. Standardmäßig lassen sich so Behälter von 0,5 bis 200 l zuverlässig entleeren, Sonderlösungen bewältigen auch Gebinde mit bis zu 1.000 l Volumen. Der Durchfluss kann von 6 ml/min bis 10 m³/h reichen. Dank der Exzenterschneckentechnik lässt sich die Fördermenge im Spielraum der jeweiligen Baugröße stufenlos regulieren und auch direkt aus dem Fass exakt dosieren.

Komplettsysteme bis hin zur automatisierten Dosierzelle

Dispenser und Behälterentleerung werden auf Wunsch auch zusammen mit Steuerung und Pufferspeicher als Komplettsystem angeboten. Der Speicher mit einem Volumen von 1 l sorgt dabei für einen konstanten Vordruck, gleicht Schwankungen aus und überbrückt Fasswechsel, so dass die Dosiergenauigkeit gesichert bleibt und der Verschleiß am Dispenser reduziert wird. Die Steuerung kann je nach Anforderung des Prozesses unterschiedlich ausgeführt werden, von der einfachen Start-Stopp-Schaltung bis zur komplexen Zwei-Komponenten-Regulierung. Für umfangreichere Kontrollansprüche lässt sich ein Display mit Bedientasten oder ein Touchpanel installieren. Darauf sind alle Bestandteile des Systems mitsamt der relevanten Prozessparameter übersichtlich dargestellt.

Darüber hinaus produziert Netzsch aber auch automatisierte Dosierzellen. Diese werden kundenspezifisch passend zum jeweiligen Anwendungsfall maßgefertigt und umfassen neben dem Dosiersystem auch Ventile, Dispenser oder Zwei-Komponenten-Mischköpfe als Auftragseinheit sowie das Teilehandling einschließlich Knickarm- oder Linearroboter. Über entsprechende Schnittstellen lassen sich die Anlagen direkt in die dazugehörige Produktionslinie einbinden. Entleerungs-, Dosier-, Steuerungs- und Auftragstechnik kommen bei dieser Lösung aus einer Hand.

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