Sulzer: Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte

30.07.2015

Der Bestellungseingang ist um 3,9 Prozent gestiegen. Der wachsende Bestellungseingang im Wasser- und Energiemarkt kompensierte die niedrigere Aktivität im Öl- und Gasmarkt. Die Bruttomarge1 des Bestellungseingangs lag auf dem Vorjahresniveau. Der Umsatz1 und das operative Ebita, gingen um 3,8 Prozent beziehungsweise 18,7 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr 2015 erwartet Sulzer einen leichten Rückgang des Bestellungseingangs. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass der Umsatz und das operative Ebita auf bereinigter Basis moderat niedriger ausfallen werden als im Vorjahr.

Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte

Der Bestellungseingang erhöhte sich um 3,9 Prozent. Ein gegenüber der Vorjahresperiode um 8,9 Prozent höherer Auftragseingang im zweiten Quartal 2015 kam dabei dem Bestellungs-eingang1 zugute. In der ersten Jahreshälfte wirkten sich einige grosse Aufträge positiv auf den Bestellungseingang aus; so verbuchte Chemtech in der Geschäftseinheit Tower Field Services einen Grossauftrag aus dem Nahen Osten und Pumps Equipment holte einen Grossauftrag in der Nordsee-Region ein. Der höhere Bestellungseingang in den Märkten Wasser und Energie kompensierte die nachlassende Aktivität im Öl- und Gasmarkt sowie in der allgemeinen Industrie. Die marktorientierte Struktur der Division Pumps Equipment und die Restrukturierung der Geschäftseinheit Wasser wirken sich ebenfalls positiv aus. Die Bruttomarge1 des Bestellungseingangs lag auf dem Vorjahresniveau.

Der Umsatz und das operative Ebita gingen in der ersten Jahreshälfte um 3,8 Prozent beziehungsweise 18,7 Prozent zurück. Im Öl- und Gasmarkt ist die Lage nach wie vor herausfordernd. Dies führte per Juni 2015 zur Aussetzung von zuvor eingegangenen Bestellungen im Wert von insgesamt CHF 114 Millionen. Dies wirkte sich sowohl auf den Umsatz als auch auf die operative Rosa aus, besonders in der Division Pumps Equipment. In China und Südostasien ist Sulzer mit rückläufigen Märkten und intensivem Wettbewerb konfrontiert, worunter speziell die Geschäftseinheit Stoffaustauschtechnologie von Chemtech leidet. Überdies schlug sich der starke Schweizer Franken weiterhin in der operativen Rosa nieder, die auf 7,1 Prozent zurückging (2014: 8,1 Prozent).

Angesichts der niedrigeren Volumen hat Sulzer Massnahmen getroffen, um seine Kapazität anzupassen. Das Unternehmen stellt sein Produktionsnetzwerk um und hat deshalb die Produktionskapazitäten der Division Pumps Equipment in China, Brasilien und den USA angepasst. In der Division Chemtech hat Sulzer strukturelle Massnahmen ergriffen und bestimmte Produktionstätigkeiten in China, Singapur, Kanada und der Schweiz eingestellt. Die Servicezentren der Division Rotating Equipment Services im Vereinigten Königreich und in anderen europäischen Ländern werden neu aufgestellt und im Hinblick auf die operative Leistung verbessert. Um den negativen Entwicklungen entgegenzuwirken und die betrieblichen Kapazitäten an die aktuellen Volumen anzupassen, baute Sulzer per Ende Juni 635 Arbeitsplätze ab. Aufgrund von Zugängen durch Akquisitionen und Zugängen in einigen wachsenden Geschäftsbereichen resultiert dies in der ersten Hälfte des Jahres in einer Netto-Reduktion von 335 Mitarbeitenden auf Gruppenstufe.

Der Free Cash Flow verbesserte sich auf CHF 33,3 Millionen gegenüber der Vorjahresperiode (2014: CHF –40,1 Millionen). Dies führte zu einer Nettogewinn-zu-Free-Cash-Flow-Conversion von 120 Prozent.

Anspruchsvolles Marktumfeld

Das Marktumfeld bleibt anspruchsvoll. Einige Unternehmen haben Projekte verschoben, besonders die internationalen Ölunternehmen warten mit Investitionen weiter zu. Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds sieht Sulzer Wachstumschancen in seinen drei Schlüsselmärkten. Es ist dem Unternehmen gelungen, den Bestellungseingang1 gegenüber der Vorjahresperiode um 3,9 Prozent zu steigern. Der Bestellungseingang1 für Ersatzteile wuchs um 19 Prozent. In der Öl- und Gasindustrie erlebt Sulzer derzeit eine anhaltende Verschiebung von traditionellen Kunden wie internationale Ölunternehmen hin zu nationalen Ölunternehmen, die im Allgemeinen während des gesamten Konjunkturzyklus Investitionen tätigen. Das Unternehmen hat mehrere große Serviceaufträge im Nahen Osten eingeholt und ist mit seiner Akquisition in Saudi-Arabien gut aufgestellt, um am anhaltenden Wachstum in der Region teilzunehmen.

Das Sulzer Full Potential-Programm nimmt Fahrt auf

Ziel des Sulzer Full Potential-Programms (SFP) ist es, die operative Rosa ab 2018 um vier bis sechs Prozentpunkte gegenüber den 2014 erzielten 9,4 Prozent zu steigern. Mit den Maßnahmen, die Sulzer zur Erreichung dieses Ziels definiert hat, liegt das Unternehmen auf Kurs. So treibt die neue globale Beschaffungsorganisation die Optimierung der Einkaufsprozesse voran und setzt die unternehmensweit großen Einkaufsvolumen wirksam ein. Des Weiteren wird die Anzahl der rechtlich eigenständigen Gesellschaften bis Ende des Jahres von jetzt 110 auf rund 95 verringert. Damit reduzieren sich auch die Komplexität und die Kosten der Organisation.

Für das Gesamtjahr 2015 wird das Sulzer Full Potential-Programm rund 0,6 Prozentpunkte zur operativen Rosa beitragen und mithelfen, die Auswirkungen des herausfordernden Marktumfelds zumindest teilweise aufzufangen. Während der Anlaufphase dieses Jahr werden die Umsetzungskosten für das Programm den Gewinnbeitrag jedoch noch übersteigen.

Sulzer hat sein Portfolio der Produkte und Services und seine globale Präsenz weiter gestärkt. In der ersten Jahreshälfte 2015 übernahm das Unternehmen das Geschäft von Precision Gas Turbine, Matis Interventions Sarl und InterWeld Inc Ltd und schloss die Akquisition von Saudi Pump Factory ab. Der kombinierte Erlös für 2015 beläuft sich auf rund CHF 41 Millionen.

Ausblick

Aufgrund der Ölpreisentwicklung, regionaler Konflikte und geopolitischer Entwicklungen sind die Märkte derzeit von hoher Volatilität geprägt. Der Öl- und Gasmarkt dürfte weiterhin schwach bleiben. Die Lage in den Märkten Energie, Wasser und allgemeine Industrie dürfte sich gegenüber dem Vorjahr auch nicht wesentlich verändern.

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet das Unternehmen trotz der positiven Entwicklung in der ersten Jahreshälfte einen leichten Rückgang des Bestellungseingangs.

Aufgrund der Aussetzung von Aufträgen im Öl- und Gasmarkt geht Sulzer bei den Prognosen für das Gesamtjahr 2015 nun davon aus, dass der Umsatz und das operative Ebita auf bereinigter1 Basis moderat niedriger ausfallen werden als im Vorjahr.

Pumps Equipment: Gestiegener Bestellungseingang und marktorientierte Geschäftseinheiten

Der Bestellungseingang legte im ersten Halbjahr 2015 um 3,5 Prozent zu. Die Aktivitäten im Öl- und Gasmarkt waren in allen Regionen niedrig, insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika und in China. Der Bestellungseingang im Energiemarkt legte zu, vor allem in der Region Emea. Die Nachfrage im Wassermarkt stieg, was hauptsächlich auf Großprojekte im Nahen Osten und in Brasilien zurückzuführen ist. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds wuchs der Bestellungseingang1 für Ersatzteile um 19 Prozent. Die Bruttomarge1 des Bestellungseingangs stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 33,0 Prozent.

In der ersten Jahreshälfte 2015 ging der Umsatz um 5,9 Prozent zurück. Ursache waren ausgesetzte Bestellungen in der Geschäftseinheit Öl und Gas, insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in China. Der Umsatz im Wasser- und Energiemarkt sowie im Geschäft mit Ersatzteilen, Retrofits und Nukleartechnologie legte zu. Dies zeigt, dass sich der Fokus auf die Marktsegmente und die Restrukturierung der Geschäftseinheit Wasser allmählich auszahlen. Das operative Ebita sank im Zuge ausgesetzter Bestellungen im Öl- und Gasmarkt und interner Neuzuweisungen um 40,0 Prozent. Die operative Rosa betrug 4,4 Prozent (2014: 6,8 Prozent).

Pumps Equipment ist nun in drei marktorientierte Geschäftseinheiten Öl und Gas, Energie und Wasser sowie eine dedizierte globale Organisation für Ersatzteile, Retrofits und Nukleartechnologie gegliedert. Die Division hat ein globales Produktionsnetzwerk aufgebaut, um Kapazitäten besser zu nutzen und die Qualität zu steigern. Im April übernahm Sulzer das französische Unternehmen Matis Interventions Sarl und stärkte damit seine Position im Nukleargeschäft weiter.

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet Pumps Equipment einen moderat rückläufigen Bestellungseingang1. Die Division prognostiziert eine geringere Nachfrage im Öl- und Gasmarkt, insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in China. Es wird erwartet, dass die höheren Auftragsvolumen im Energie- und Wassermarkt – insbesondere in der Region Emia – den geringeren Bestellungseingang im Öl- und Gasmarkt teilweise ausgleichen.

Rotating Equipment Services: Umsatzsteigerung und Ausbau der Servicekapazitäten

Der Bestellungseingang ging um 2,2 Prozent zurück, was auf die hohe Vergleichsbasis des ersten Halbjahres 2014 zurückzuführen ist, die einige Grossprojekte beinhaltete. Der Bestellungseingang in Nord-, Mittel- und Südamerika nahm zu, ging aber in der Region Emea zurück – besonders im Nordseeraum. In der Region Asien-Pazifik verringerte sich die Nachfrage, da keine grossen Energieprojekte zur Ausführung gelangten. Die Bruttomarge1 des Bestellungseingangs reduzierte sich um 0,6 Prozentpunkte.

Der Umsatz erhöhte sich um 3,4 Prozent. Grund hierfür war das starke Ergebnis in den USA, welches von den operativen Verbesserungsmaßnahmen im Pumpenservicegeschäft gestützt wurde. Die Region Emea verzeichnete wegen der geringen Nachfrage und Projektverzögerungen Umsatzeinbußen, besonders im Turbinenservicegeschäft für den Energiemarkt. Auch die Region Asien-Pazifik litt unter niedrigeren Umsatzvolumen. Das operative Ebita blieb unverändert. Die geringen Umsatzvolumen und Kosten-Unterdeckung in den Regionen Emea und Asien-Pazifik konnten durch die starke Region Nord-, Mittel- und Südamerika kompensiert werden. Die Restrukturierungen an verschiedenen Standorten werden weitergeführt und es werden derzeit zusätzliche Verbesserungsmaßnahmen geprüft. Die operative Rosa betrug 8,3 Prozent (2014: 8,2 Prozent).

Sulzer übernahm das Geschäft von Precision Gas Turbine Inc. (Florida) und erweiterte somit sein Servicespektrum für Gasturbinen. Dem Gasturbinen-Joint-Venture in China ist es gelungen, die ersten langfristigen Service- und Ersatzteilverträge abzuschließen.

Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds und der politischen Ungewissheit in wichtigen Bereichen geht die Division in allen Regionen von einem ähnlichen Bestellungseingang1 wie im Jahr 2014 aus.

Chemtech: Gestiegener Bestellungseingang und erweitertes Produktportfolio

In der ersten Jahreshälfte 2015 stieg der Bestellungseingang um 12,7 Prozent. Der höhere Bestellungseingang war hauptsächlich einem Großauftrag aus dem Nahen Osten für die Geschäftseinheit Tower Field Services zuzuschreiben. Mit Ausnahme dieses Großauftrags blieb die Nachfrage im Öl- und Gasmarkt gegenüber der Vorjahresperiode unverändert. In diesem Marktsegment erzielten die Regionen Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Emira ein gutes Ergebnis, während Asien – speziell China – eine schwache Nachfrage verzeichnete. Die Geschäftseinheit Prozesstechnologie und die von Sulzer Mixpac Systems bedienten Märkte (allgemeine Industrie) bewegten sich auf dem Vorjahresniveau. Die Bruttomarge des Bestellungseingangs reduzierte sich um 2,1 Prozentpunkte.

Der Umsatz1 verringerte sich um 4,6 Prozent. Grund war der geringe Beitrag der Geschäftseinheiten Prozesstechnologie und Stoffaustauschtechnologie in Asien, der nur teilweise vom Wachstum in Nord-, Mittel- und Südamerika ausgeglichen werden konnte. Das operative Ebita ging um 27,3 Prozent zurück, was auf niedrigere Margen und Volumen in den Geschäftseinheiten Prozesstechnologie und Stoffaustauschtechnologie zurückzuführen war. Zudem belastete der starke Schweizer Franken die Profitabilität der in der Schweiz angesiedelten Geschäfte. Die operative Rosa betrug 10,0 Prozent (2014: 13,1 Prozent).

Sulzer übernahm das Geschäft von InterWeld Inc Ltd (Nordirland) und wertete damit sein Angebot an Schweisslösungen weiter auf. Mit Blick auf das herausfordernde Marktumfeld (besonders in China und Südostasien) und den starken Schweizer Franken kündigte Sulzer Maßnahmen zur Anpassung der operativen Struktur von Chemtech an.

Für das Gesamtjahr rechnet die Division Chemtech mit einem leicht höheren Bestellungseingang. Die Nachfrage in der allgemeinen Industrie dürfte laut Prognosen leicht steigen. Die Aktivität im Öl- und Gasmarkt dürfte auf dem gleichen Niveau verbleiben. Die Emira-Märkte bleiben voraussichtlich unverändert. Nord-, Mittel- und Südamerika dürften sich weiterhin auf hohem Niveau bewegen, während die Region Asien-Pazifik gemäß Prognosen auch künftig herausfordernd sein wird.

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