Starkregen-Katastrophe: IKT koordiniert „Kanal-Nothilfe“

10.08.2021
Nach der Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz muss die Kanalisation umgehend wieder in Funktion gesetzt werden. Sonst können nachfolgende Regen nicht abfließen und es drohen erneute Überflutungen. Das IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur bringt Kommunen, die Hilfe brauchen, und solche, die helfen wollen, zusammen. In dreizehn Städten und Gemeinden waren und sind Kanalreinigungsfahrzeuge von außerhalb im Einsatz.
Starkregen-Katastrophe: IKT koordiniert „Kanal-Nothilfe“

Damit die Kanalisation den nächsten Regen aufnehmen kann: Dirk Mumm vom Abwasserbetrieb Rheda-Wiedenbrück reinigt die Schmutzfangbehälter der Straßeneinläufe in Swisttal. (Bildquelle: IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH)

Die Zeit drängt: Kanalnetze in den vom Starkregen betroffenen Gebieten müssen schnellstens gesichtet und von Verschlammungen befreit werden. Sonst drohen beim nächsten Regen neue Überflutungen und noch mehr Schäden. Alleine sind die betroffenen Abwasserbetriebe oft nicht mehr in der Lage dazu. In dieser Situation koordiniert das KomNetABWASSER eine solidarische Kanal-Nothilfe.

14 Kommunen, die vom Starkregen verschont wurden, entsendeten Kanalreinigungsfahrzeuge und Sinkkastenreiniger als Amtshilfe in die Katastrophengebiete:

  • Arnsberg hilft in Altena und Sundern
  • Dorsten hilft in Blankenheim
  • Dortmund hilft in Bad Münstereifel
  • Duisburg hilft in Weilerswist
  • Gelsenkirchen hilft in Altena
  • Haltern und Herne helfen in Zülpich
  • Moers hilft in Mechernich, Weilerswist und Niederzissen
  • Mülheim hilft in Eschweiler und Swisttal
  • Münster hilft in Swisttal
  • Oer-Erkenschwick hilft in Altena
  • Rheda-Wiedenbrück hilft in Swisttal
  • Siegen hilft in Schleiden
  • Stuttgart hilft in Gerolstein

Andere wie Hannover und Wolfsburg stehen in den Startlöchern, wenn irgendwo noch Hilfe benötigt wird. „Und für die Gemeinde Schuld konnten wir Unterstützung durch private Rohrreiniger-Initiativen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen vermitteln“, ergänzt Marco Schlüter, Leiter des KomNetABWASSER.

„Wir sind auf diese schnelle und unkomplizierte Unterstützung schlicht angewiesen. Regen ist wieder angesagt und das Wasser muss dann ablaufen. Wir sind sehr dankbar für diese Hilfe von weit her!“ Nicole Danzinger vom Bauamt Swisttal dankt dem engagierten Kanalreinigungsteam aus Rheda-Wiedenbrück

„Hervorragende Aktionen mit engagierten und fleißigen Menschen. Wir haben in Zülpich und Weilerswist die Folgen des Unwetters in den Griff bekommen. Herzlichen Dank an die Kommunen, das IKT, Herrn Schlüter und das LANUV, Frau Brehm! Haltern am See, Herne, Duisburg und Moers haben ganze Arbeit geleistet! Die Bürger haben damit wieder Sicherheit bei der Entwässerung erhalten – eine elementar wichtige Maßnahme! Jeder Tropfen fällt nicht nur auf den Boden, sondern auch aufs Gemüt. Angst vor den Naturgewalten ist schwer zu bewältigen – dank der Hilfe wurde hier Bedeutendes geleistet! Danke vom Erftverband!“ Horst Baxpehler, Fachbereichsleiter bei Erftverband


Nicht-Betroffene helfen Betroffenen

Das Prinzip der spontanen KomNetAbwasser-Aktion ist einfach: Menschen und Maschinen aus nicht betroffenen Kommunen helfen in den betroffenen Gebieten, schnell und unbürokratisch. IKT-Geschäftsführer Roland W. Waniek: „Wir als IKT machen das Matching zwischen Hilfswilligen und Hilfsbedürftigen ganz zielgenau. Aus unserem KomNetAbwasser kennen wir alle. Dadurch können wir dafür sorgen, dass die richtigen Menschen mit der richtigen Ausrüstung an die richtige Stelle kommen und helfen.“

Kommunen leisten Amtshilfe – länderübergreifend
Die „Kanal-Hilfe“ des KomNetABWASSER für die betroffenen Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen startete unmittelbar in den ersten Tagen nach der Katastrophe. Größtes Problem war zunächst, die richtigen Ansprechpartner für die Kanalinfrastruktur überhaupt zu erreichen. Stromversorgung und Mobilnetze waren ausgefallen. Aber als die Fachleute erreicht wurden, lief die Hilfsaktion sofort an. Helfer aus hilfeleistenden Kommunen aus mehreren Bundesländern rückten unverzüglich mit Kanalreinigungsfahrzeugen, Sinkkastenreinigern und mobilen Pumpen in Richtung Katastrophengebiet aus. Sie wurden vor Ort von den Verantwortlichen empfangen und ortskundig eingewiesen.

Matching von Kanalbetrieben auf Fachebene
Die Hilfe ist dann schnell und zielgenau wirksam, wenn die Kanalbetriebe auf der Fachebene verknüpft werden. Dies ist die zentrale Erfahrung der ersten Woche nach der Flutkatastrophe, in der schon viel erreicht wurde.

Koordinierungsstelle „Kanal-Nothilfe“ hat hohes Potenzial
Die frisch gemachten Erfahrungen zeigen zudem, dass es ratsam gewesen wäre, für eine Koordinierung von Hilfe in diesem großen aber notwendigen Umfang einige Vorarbeiten zu leisten. Sinnvoll wäre es, dass Kommunen schon vorab die Kontaktdaten ihrer Kanal-Spezialisten in einer Datenbank hinterlegen und ihren Bestand an Fahrzeugen, Geräten und Personal auflisten. Im Notfall kann dann sehr viel schneller und zielgenauer geholfen werden.

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