Merck KGaA: 2004 das erfolgreichste Jahr der 336-jährigen Unternehmensgeschichte

17.02.2005

  • Ergebnis 2004 nach Steuern auf 672 Mio EUR verdreifacht
  • Umsatz (ohne VWR) +6,7% auf 5,3 Mrd EUR, operatives Ergebnis +15%
  • Erbitux-Umsatz erreicht im ersten Jahr 77 Mio EUR; Liquid Crystals +33%
  • Dividendenvorschlag: 0,80 EUR plus einmaligem Bonus von 0,20 EUR
  • Prof. Dr. Bernhard Scheuble, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA, kommentierte die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2004 und die Erwartungen für das Jahr 2005 wie folgt: "Merck hat das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner 336-jährigen Unternehmensgeschichte abgeschlossen und bestätigt damit den Erfolg unserer Strategie der fokussierten Diversifizierung. Für das Geschäftsjahr 2005 erwarten wir eine Fortsetzung von Mercks insgesamt guter Geschäftsentwicklung. Besonders optimistisch sehen wir die zukünftige Entwicklung unserer Flüssigkristalle und unseres Krebsmedikaments Erbitux®."

    Merck KGaA schließt 2004 als erfolgreichstes Jahr seiner 336-jährigen Geschichte ab

    Darmstadt - Die Merck-Gruppe hat ihren Gewinn nach Steuern im Geschäftsjahr 2004 auf 672 Mio EUR mehr als verdreifacht. Ausschlaggebend hierfür waren Sondererträge, gute Geschäftserfolge, ein verbessertes Finanzergebnis und die niedrigere Steuerquote. Der Umsatz der Sparte Flüssigkristalle stieg um 33% auf 583 Mio EUR und Erbitux übertraf mit einem Erstjahresumsatz von 77 Mio EUR die Erwartungen bei weitem.

    Die Geschäftsleitung von Merck wird auf der Hauptversammlung am 31. März eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR pro Aktie plus einem einmaligen Bonus von 0,20 EUR pro Aktie vorschlagen.

    Die Bonus-Dividende spiegelt die einmalig im Jahr 2004 von Merck verbuchten Sondererträge in Höhe von 267 Mio EUR wider. In dieser Summe sind die Sondererträge aus der im 2. Quartal getätigten Veräußerung von Mercks Labordistributionsgeschäft VWR International in Höhe von 287 Mio EUR enthalten sowie 47 Mio EUR aus dem Verkauf seiner Beteiligung am Joint Venture BioMer C.V. im 1. Quartal. Außerdem schlugen Sondermaßnahmen in Höhe von 66 Mio EUR, insbesondere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und die Abschreibung eines Firmenwertes zu Buche.

    Bereinigt um VWR stieg der Umsatz im Gesamtjahr um 6,7% auf 5.339 Mio EUR. Alle Sparten verzeichneten Zuwächse. Der Umsatz der Sparte Liquid Crystals stieg im Berichtsjahr um hervorragende 33%. Der Umsatz im 4. Quartal stieg um 4,4% auf 1.339 Mio EUR, da sich der Umsatz von Liquid Crystals im Vergleich zum sehr starken Vorjahresquartal nur leicht nach oben bewegte. Der schwache US-Dollar führte zu negativen Währungseffekten, die den Umsatz sowohl im letzten Quartal als auch im Gesamtjahr um 2,7% schmälerten.

    Das operative Ergebnis des Gesamtjahres stieg, bereinigt um VWR, um 15% auf 755 Mio EUR, da sich das Bruttoergebnis erhöhte und die betrieblichen Aufwendungen verringerten. Das operative Ergebnis des 4. Quartals verbesserte sich um 19% auf 195 Mio EUR. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) betrug im Geschäftsjahr 2004 16,0% und übertraf damit die mittelfristige Zielmarke des Unternehmens von 15%. Die Umsatzrendite (ROS) für das Gesamtjahr betrug 14,1% und näherte sich damit dem Ziel von 15%.

    Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ohne VWR verbesserte sich im Gesamtjahr um 60% auf 735 Mio EUR, da sich die hohen Sondermaßnahmen des Geschäftsjahres 2003 nicht wiederholten. Einschließlich VWR verdoppelte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern nahezu von 538 Mio EUR im Jahr 2003 auf 1.044 Mio EUR.

    Nicht nur der Geschäftsverlauf in allen Sparten, sondern auch Mercks finanzielle Lage sind gut. Das Finanzergebnis des Unternehmens verbesserte sich um 28% von –115 Mio EUR im Vorjahr auf –83 Mio EUR im Geschäftsjahr 2004, da das Unternehmen jetzt frei von Nettofinanzschulden ist. Das Gearing (Verhältnis der Nettofinanzschulden einschließlich Pensionsrückstellungen zum Eigenkapital) unter Berücksichtigung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 931 Mio EUR hat sich von 1,01 zum Jahresende 2003 auf nun 0,27 verbessert.

    Der starke Anstieg des Free Cashflow im Geschäftsjahr auf 1.882 Mio EUR ist auf die Veräußerung von VWR und den Verkauf der Beteiligung am Joint Venture BioMer zurückzuführen. Der Free Cashflow erreichte im Jahr 2003 einen Wert von 442 Mio EUR.

    Merck zahlte im Berichtsjahr Ertragssteuern in Höhe von 289 Mio EUR, was einer Steuerquote von 30,1% entspricht. Im Vorjahr hatte Merck bei einer Steuerquote von 48,5% Steuern in Höhe von 205 Mio EUR entrichtet. Das Ergebnis nach Steuern und Fremdanteilen stieg im Geschäftsjahr 2004 auf 659 Mio EUR bzw. 3,47 EUR pro Aktie, nach 208 Mio EUR bzw. 1,15 EUR pro Aktie im Vorjahr.

    Ausblick für das Geschäftsjahr 2005

    Die Ökonomen erwarten für das Jahr 2005 eine weltweite Wachstumsrate von 4,1%, innerhalb der Euro-Zone ein Wachstum von 2,0% und in Deutschland ein Wachstum von 1,0 bis 1,7%. Die Merck-Gruppe erwartet, dass sich auch 2005 die gute Geschäftsentwicklung in allen Sparten der Unternehmensbereiche Pharma und Chemie fortsetzen wird.

    Für den Unternehmensbereich Pharma blickt Merck besonders optimistisch auf das Wachstumspotenzial von Erbitux. Innerhalb der ersten sechs Monate seit Zulassung in 25 Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft erschloss sich Erbitux den Markt von 18 EU-Ländern und erzielte dort einen Gesamtumsatz von 62 Mio EUR. Zu Beginn des Jahres 2005 ist Erbitux in Spanien eingeführt worden. Die Einführung in den sechs verbleibenden Mitgliedsstaaten der EU folgt, sobald ein Erstattungspreis vorliegt. Merck will Mitte des Jahres für Erbitux zusätzlich die Zulassung in der Indikation Kopf- und Halskarzinome in der EU und der Schweiz beantragen. Aktuell laufen Studien der Phase III zur Erstbehandlung (First-Line-Therapie) von Kolorektalkarzinom, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom und Kopf- und Hals-karzinomen und zur Zweitbehandlung (Second-Line-Therapie) von Kolorektal-karzinomen mit Erbitux.

    Neben der Fortsetzung seiner erfolgreichen Geschäftsaktivitäten wird Merck Generics die Forschungsaufwendungen für die Entwicklung von höherwertigen Spezialprodukten verstärken. Dazu gehören beispielsweise verbesserte Darreichungsformen von patentfreien Arzneimitteln.

    Die Industrie prognostiziert dem LCD-Markt ein dynamisches Wachstum, vor allem im Bereich der großformatigen Fernsehgeräte. Als Hauptlieferant für hochwertige Flüssigkristalle erwartet Merck vom eigenen Umsatz eine analoge Entwicklung zur LCD-Industrie. Der Umsatz mit Farbfiltern und ITO-beschichtetem Glas aus Indium-Zinnoxid für Displays zeigt ebenfalls Wachstumspotential. Merck will außerdem seinen Anteil am wachsenden Display-Markt ausweiten und weitere Komponenten anbieten.

    Als forschungsorientiertes Unternehmen wird Merck seine Kerngeschäfte in den Unternehmensbereichen Pharma und Chemie weiter ausbauen, und zwar hauptsächlich aus eigener Kraft mittels innovativer Entwicklungen seiner talentierten und unternehmerisch denkenden Mitarbeiter. Daneben wird das Unternehmen aber auch strategische Akquisitionen von ebenfalls forschungsorientierten Geschäften mit hohem Potential tätigen.

    Merck berichtet operatives Ergebnis jetzt auch für die einzelnen Sparten

    Im Rahmen der heutigen Veröffentlichung der Bilanz des Geschäftsjahres 2004 weist Merck erstmals nicht nur für die Gruppe und die Unternehmensbereiche die operativen Ergebnisse aus, sondern auch für die einzelnen Sparten. Dies wird bei der Berichterstattung der zukünftigen Quartale beibehalten. Diese Entscheidung wurde nach dem Verkauf von VWR getroffen, um die Transparenz der Finanzberichtserstattung des Unternehmens zu verbessern. Bei einigen Sparten hat das operative Ergebnis eine Höhe erreicht, die für die gesamte Merck-Gruppe relevant wird. Zudem hat der Verkauf von VWR die anteilmäßige Bedeutung der verbleibenden Sparten für das Gruppenergebnis deutlich verstärkt.

    Chemie

    Der Umsatz des Unternehmensbereiches Chemie legte im Jahr 2004 organisch um 15% zu. Negative Währungseffekte reduzierten dieses Plus jedoch auf nominelle 11%. Das Umsatzwachstums resultierte im Wesentlichen aus den zweistelligen Zuwächsen der Sparten Liquid Crystals und Electronic Chemicals, die sich starker Nachfrage erfreuten. Der Umsatz des 4. Quartals blieb auf Vorjahresniveau.

    Das operative Ergebnis für das Jahr 2004 erhöhte sich um 39%. Dazu trugen deutliche Zuwächse in allen Sparten bei (EC 136%, LSA 50%, LC 37%, Pigments 16%). Das operative Ergebnis verbesserte sich im 4. Quartal aufgrund des effizienten Kostenmanagements im Jahr 2004 und einmaliger Sondereffekte im Jahr 2003 (Pensionsrückstellungen) um 36%. Sehr positiv entwickelten sich auch die Umsatzrendite (ROS) mit 23,2% und die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) mit 22,3%. Der sehr hohe Free Cashflow des Gesamtjahres in Höhe von 427 Mio EUR deckt sich fast mit dem operativen Ergebnis.

    Weitere Informationen zu den einzelnen Sparten und Kennzahlen finden Sie auf der Website von Merck.

    Quelle: Merck KGaA

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