KSB Konzern: Nachfrageschwäche hemmt Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2010

12.05.2010

Die Weltkonjunktur hat sich nach der Talfahrt 2009 in den ersten drei Monaten 2010 wieder etwas stabilisiert. Während allerdings in einigen Schwellenländern die Wirtschaft schon kräftige Erholungstendenzen zeigte, war in den Industriestaaten die ökonomische Entwicklung noch unbefriedigend.

Vor allem in Europa zeigten sich laut KSB viele Investoren im Nachgang der Finanz- und Wirtschaftskrise weiterhin zurückhaltend, neue Anlagen zu realisieren und dafür technische Ausrüstungsgüter zu ordern. Entsprechend blieb auch die Nachfrage nach Pumpen, Armaturen und Systemen im ersten Quartal 2010 verhalten.

Auftragseingang und Umsatzentwicklung

Der Auftragseingang ist im ersten Quartal 2010 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 5,4 Prozent auf 484,8 Mio. € gesunken. Dieser Rückgang sei ausschließlich auf die Marktentwicklung in Europa zurückzuführen. Hier verzeichneten die KSB-Gesellschaften einen um mehr als 10 Prozent geringeren Eingang an neuen Aufträgen. Neben einem teilweise noch schwachen Geschäft mit Standardpumpen und -armaturen wirke sich nun auch die verminderte Investitionsbereitschaft im Projektgeschäft auf den Bestellungseingang aus. Besonders die KSB AG war von den Wirkungen der Wirtschaftskrise beeinträchtigt.

Demgegenüber sei der Auftragseingang der Gesellschaften in den Regionen Mittlerer Osten / Afrika, Asien / Pazifik und Amerika wieder deutlich gestiegen. Sowohl bei Tauchpumpen, wie sie in Wasser- und Abwasseranlagen zum Einsatz kommen, als auch bei Armaturen war in diesen drei Regionen insgesamt ein stärkerer Auftragseingang zu verzeichnen. In Asien wirkten sich außerdem Pumpenbestellungen für drei größere Kraftwerksprojekte positiv aus.

Zu berücksichtigen sei bei den Auftragseingängen die Erstkonsolidierung fünf kleinerer Gesellschaften in Deutschland, Italien, Kanada, Norwegen und Russland. Diese erzielten im ersten Quartal einen Auftragseingang von insgesamt 8,3 Mio. €, entsprechend 1,7 Prozent des Gesamtvolumens.

Der Konzernumsatz war in der Zeit von Januar bis März 2010 gegenüber dem Vorjahreswert um 6,7 Prozent geringer und erreichte 439,4 Mio. €. Umsatzrückgänge verzeichnete das Pumpengeschäft, während beim Umsatz mit Armaturen und Serviceleistungen schon wieder eine Aufwärtsentwicklung zu erkennen war. Aufgrund des hohen Anteils der Pumpen am Gesamtgeschäft von rund 70 Prozent reichte diese positive Entwicklung nach Aussage des Unternehmens aber nicht, um insgesamt ein Wachstum auszuweisen.

Die neu konsolidierten Gesellschaften verbuchten einen Umsatz von zusammen 6,1 Mio. €, was einem Anteil von 1,4 Prozent am Konzernumsatz entspricht.

Veränderung der Belegschaftszahlen

Wegen der anhaltend schwierigen Marktlage wurde sich bei Neueinstellungen im Wesentlichen auf den Ersatz ausscheidender Mitarbeiter beschränkt. Zum Teil wurden frei werdende Stellen aber auch vorläufig nicht wiederbesetzt. Dennoch sei die Beschäftigtenzahl im Konzern gegenüber Ende März des Vorjahres um 84 auf 14.506 gewachsen, bedingt durch die Erstkonsolidierung der erwähnten Gesellschaften mit 269 Beschäftigten.

Ertrags- und Finanzlage

Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) entsprach im ersten Quartal in etwa dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums und hat wegen des geringeren Umsatzes sogar zu einer leicht verbesserten Umsatzrendite geführt. Diese positive Entwicklung sei auf eine günstigere Zusammensetzung des Umsatzes mit vergleichsweise geringeren Materialkosten zurückzuführen.

Die Finanzlage des Konzerns hat sich gegenüber dem Jahresende 2009 noch einmal leicht verbessert. Dies sei in erster Linie auf eine merkliche Verringerung bei Vorräten und Forderungen zurückzuführen.

Perspektive

Für das Gesamtjahr rechnet KSB im Konzern mit einem Auftragseingang und einem Umsatz auf Vorjahresniveau, schließe aber auch eine schwach rückläufige Entwicklung nicht aus. Kommt es zu einer stärkeren Konjunkturerholung, könne sich das Geschäft mit Standardpumpen und -armaturen kurzfristig wieder bessern. Im Projektgeschäft mit vorwiegend auftragsbezogen konstruierten Produkten könne hingegen ein zunehmender Preisdruck − als Folge wachsender Überkapazitäten − und die Verschiebung von Investitionsvorhaben der Kunden zu geringeren Volumina führen. Eine positive Entwicklung, allerdings noch auf niedrigem Niveau, zeichnet sich laut KSB bei Automationsprodukten ab, die für mehr Energieeffizienz bei Pumpen sorgen.

Für 2010 erwarte das Unternehmen einen Rückgang des Konzernergebnisses, im Wesentlichen infolge des verschärften Preisdrucks sowie höherer Abschreibungen. Diese resultieren aus den in den vorangegangenen Jahren getätigten Großinvestitionen zur Zukunftssicherung.

Ein aktives Kosten- und Liquiditätsmanagement solle dazu beitragen, die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen sowie die Risiken zu beherrschen, wie sie aus der noch unsicheren Konjunkturentwicklung resultieren. Für die weiterreichende Zukunftsgestaltung werden 2010 erste strategische Maßnahmen in Vertrieb und Technik umgesetzt, die auf ein nachhaltig profitables Wachstum zielen.

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