IFAT India 2013: Subkontinent sucht saubere Entsorgungswege

04.06.2013

Pro Kopf produziert die indische Stadtbevölkerung nach Schätzungen des indischen Ministeriums für Stadtentwicklung (Ministry of Urban Development, MoUD) jeden Tag zwischen 0,2 und 0,6 kg Müll. Im Jahr summiert sich die Siedlungsabfallmenge der mindestens 1,2 Milliarden Einwohner des Landes auf 78,14 Millionen Tonnen (2011).

IFAT India 2013: Subkontinent sucht saubere Entsorgungswege

IFAT India / Messe München

Die steigende Bevölkerungszahl und der wachsende Wohlstand vieler Inder werden nach Meinung der MoUD-Experten zu einem weiteren Anschwellen des Müllstroms von jährlich rund fünf Prozent führen. Für die großen Abfallprobleme Indiens müssen umweltfreundliche, moderne und leistungsfähige Lösungen installiert werden. Beste Voraussetzungen für die Aussteller der IFAT India, die vom 24. bis 26. Oktober im Bombay Exhibition Centre (BEC) in Mumbai Lösungen und Dienstleistungen für diese Herausforderungen vorstellen.

Eine Möglichkeit, den Abfallbergen des Subkontinents entgegenzuwirken, ist die thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen (MVA). Dipl.-Ing. Ekkehart Gartner von der Martin GmbH weiß, dass „neben der Schonung von Klima, Boden und Grundwasser dieser Entsorgungsweg zusätzlich den Charme hat, einen Beitrag zur Sättigung des enormen Energiehungers des Landes zu leisten“. Die Martin GmbH mit Hauptsitz in München ist spezialisiert auf den Bau von Abfallverbrennungsanlagen und einer der internationalen Aussteller der IFAT India: „Für uns ist die neue Messe eine gute Gelegenheit, unsere Technologien potenziellen Kunden, speziell aus der kommunalen Verwaltung, vorzustellen. Außerdem hoffen wir, mit einheimischen Firmen in Kontakt zu kommen, die als lokale Partner Teile der MVA realisieren könnten.“

Bislang ist die Energiegewinnung aus Abfall in Indien noch nicht so recht aus den Startlöchern gekommen. Laut Gartner läge dies zum einen daran, dass der Brennwert des indischen Hausmülls im Vergleich zu europäischen oder US-amerikanischen Maßstäben eher niedrig ist. Zum anderen fehle noch eine Müllgebührenordnung, die einen wirtschaftlichen Betrieb unterstützt.

Für die Realisierung von Abfallwirtschaftprojekten setzen die indischen Kommunen und die Regierung des Landes zunehmend auf die Beteiligung des Privatsektors in PPPs. Für Ajay Popat, Geschäftsführer der Ion Exchange WaterLeau Ltd, können auch Joint Ventures modernen Umwelttechnologien bei einer schnellen Marktdurchdringung in Indien helfen. Ion Exchange Waterleau Ltd selbst ist ein Joint Venture aus der indischen Ion Exchange Ltd. und der belgischen Waterleau Gruppe. Der IFAT India Aussteller bietet hauptsächlich dem asiatischen Markt ein breites Anlagen- und Servicespektrum in den Bereichen Abwasser, Abfall, Abluft und Erneuerbare Energien. „Besonders erfolgversprechend sind Joint Ventures, bei denen international erfahrene Unternehmen mit den Finanz- und Managementqualitäten eines indischen Partners kombiniert werden – vor allem dann, wenn diese gemischtnationalen Joint Ventures bei staatlichen Ausschreibungen in Zukunft noch umfangreicher zugelassen werden“, berichtet Popat. Für ein Ankurbeln des indischen Umweltmarktes ist es seiner Meinung nach außerdem wichtig, das allgemeine Bewusstsein für zeitgemäße Technologien und Prozesse zu schärfen: „Internationale Konferenzen und Messen, wie die IFAT India, sind ein sehr gutes Mittel, eine breite Öffentlichkeit für die Herausforderungen der indischen Abfallwirtschaft zu sensibilisieren und über aktuelle Lösungen zu informieren.“

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