HOMA feiert 75-jähriges Jubiläum

24.01.2022
Vor 75 Jahren eröffnete der Elektromaschinenbauer Hans Hoffmann sen. kurz nach seiner Ausbildung im Rhein-Sieg-Kreis, in der Nähe von Köln, eine Reparaturwerkstatt für Elektromotoren. Damals rechnete er wohl kaum damit, dass der kleine Handwerksbetrieb innerhalb von drei Generationen zu einem internationalen Industrieunternehmen heranwachsen würde.
HOMA feiert 75-jähriges Jubiläum

1948 erfolgte der Umzug der Familie Hoffmann und der noch jungen Firma in ein geräumigeres Wohnhaus. Das Erdgeschoss beherbergte von nun an die erweiterten Werkstatträume sowie Büros und Wally Hoffmann, die Frau des Seniorchefs, kochte mittags in der geräumigen Wohnküche für die wachsende Belegschaft. (Bildquelle: HOMA Pumpenfabrik GmbH)

Noch immer befindet sich die HOMA Pumpenfabrik GmbH, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben des Familiennamens Hoffmann und dem Begriff „Maschinenbau“ zusammensetzt, in Familienhand. Dabei zählt der Betrieb nicht nur in Deutschland sowie Europa zu den wichtigsten Unternehmen in den Bereichen Abwasser- und Gebäudetechnik, sondern realisiert auch weltweit Projekte in über 100 Ländern – von den USA bis nach Singapur. Zum Jubiläumsjahr lässt der deutsche Pumpenspezialist eine engagierte Firmengeschichte Revue passieren und blickt zukünftigen Herausforderungen entgegen.

Hans Hoffmann sen. war gerade einmal 24 Jahre alt, als er in einem ehemaligen Stallgebäude eine Werkstatt zur Reparatur von Elektromotoren gründete – Start-up-Kultur in einer Epoche, in der dieser Begriff noch gänzlich unbekannt war. „Ein mutiger Gründergeist ist heute genauso gefragt, wie er es damals schon war“, sagt Hans Hoffmann, heutiger Geschäftsführer von HOMA und Enkel des Gründers. „Das bedeutet jeden Tag mehr wissen, Neues wagen, schnell und klug entscheiden, Fehler respektieren und natürlich daraus lernen. Diese Werte zeichnen HOMA bis heute aus.“ Das zu Beginn noch kleine Unternehmen startete so erfolgreich, dass bereits 1948 der Umzug von Familie und Firma in ein geräumigeres Wohnhaus erfolgte. Dessen Erdgeschoss beherbergte von nun an die erweiterten Werkstatträume sowie Büros und Wally Hoffmann, die Frau des Seniorchefs, kochte mittags in der geräumigen Wohnküche für die wachsende Belegschaft. Bald musste darüber hinaus auch der Garten der Familie Hoffmann einer zusätzlichen Produktionshalle weichen.

1950 traf Hans Hoffmann sen. schließlich eine wegweisende Entscheidung: „Mit der Spezialisierung auf die Entwicklung und Herstellung von Tauchmotorpumpen stellte er die Weichen für die bis heute aktiv vorangetriebene Internationalisierung“, erzählt Hans Joachim Rabe, technischer Geschäftsführer von HOMA. Denn bereits 1960 begann das Familienunternehmen, seine vertrieblichen Aktivitäten über die nationalen Grenzen hinaus auszubauen – rasch folgten weitere Schritte. Erst im Jubiläumsjahr 2021 eröffnete der Pumpenspezialist in diesem Zuge auch eine neue Niederlassung in Malaysia, um auch auf dem asiatischen Markt eine größere Kundennähe und kürzere Lieferzeiten garantieren zu können.

Das Erbe von HOMA – mehr als nur Tradition
In den 70er Jahren begann HOMA, neben den bereits etablierten Vertriebspartnerschaften in ganz Europa auch eigene Niederlassungen zunächst in Irland, den Niederlanden und Frankreich zu gründen. Die zunehmende Internationalisierung erlebte ihren ersten Höhepunkt schließlich 1981 mit einer groß angelegten Expansion durch einen Kooperationspartner in den USA. Heute ist HOMA eines von nur noch wenigen Familienunternehmen im weltweiten Markt für Entwässerungs- und Abwassertechnik. „Für uns leitet sich daraus ein sehr persönliches und serviceorientiertes Verhältnis zu unseren Kunden ab“, erklärt Rabe. Allerdings bringt das stetige Wachstum inner- wie außerhalb Deutschlands auch eine immer komplexer werdende Unternehmens- und Mitarbeiterstruktur mit sich. „Wir sind uns dieser Herausforderung bewusst und arbeiten täglich daran, die familiäre Atmosphäre im Unternehmen aufrechtzuerhalten“, ergänzt Hoffmann. „Als Familienmitglied in der Geschäftsführung ist es mir ein Anliegen, mein ganz persönliches Engagement zum Wohle des Unternehmens auch an die Belegschaft zu vermitteln.“

Der führungserfahrene Diplom-Kaufmann Hans Hoffmann trat im März 2020 in die Geschäftsleitung von HOMA ein – zunächst an der Seite seines Onkels Dr. Klaus Hoffmann, der Ende desselben Jahres in den Ruhestand ging. Daneben unterstützt der studierte Diplom-Ingenieur und gelernte Maschinenschlosser Hans Joachim Rabe die Geschäftsführung seit März 2021 von technischer Seite. So konnte HOMA mit einer frischen Doppelspitze ins bedeutungsträchtige Jubiläumsjahr starten. Mit Marcel Hoffmann, einem Cousin des Geschäftsführers, wird Anfang 2022 außerdem ein weiteres Familienmitglied in den Unternehmensalltag eintreten und die Gesamtleitung des Vertriebs übernehmen

Die Zukunft der Pumpentechnik gestalten
Das neue Führungsduo stellt sich nun der Herausforderung, die Marke HOMA als deutsches Qualitätsprodukt noch stärker auf dem internationalen Markt zu positionieren. Denn schon mit den ersten Tauchmotorpumpen in den 1950ern, der Erweiterung des Produktsortiments um Hebeanlagen Ende der 1960er, der Entwicklung des ersten Modells der Schneidwerkpumpe Barracuda GRP in den 1980ern – bis heute eines der Aushängeschilder von HOMA – und schließlich der Konstruktion der ersten Großpumpen bis 630 KW Mitte der 1990er Jahre befand sich das Unternehmen stets am aktuellen Puls der Abwasser- und Gebäudetechnik. Auch bei den jüngeren Entwicklungen wie der energieeffizienten Abwasserpumpen-Baureihe EffTec, den Propellerpumpen mit gebrauchsmustergeschützter Einlaufkammer für den Hochwasserschutz und den neuen Saniquick-Schmutzwasserhebeanlagen steht ein einheitliches, funktionelles und durchdachtes Design an vorderster Stelle. Zudem erfüllt die HOMA Pumpenfabrik alle internationalen Frequenzanforderungen und Sicherheitsrichtlinien ihrer Produkte, wie z.B. der Explosionsschutz ATEX (Europa) und FM (USA).

„Wie in vielen anderen Branchen werden auch in der Pumpentechnik zunehmend geschlossene Systeme in den Markt eingeführt“, wirft Rabe ein. „Das bedeutet, dass nahezu alle Anlagenteile von bestimmten Herstellern bezogen werden müssen, damit das Gesamtsystem funktioniert.“ Solche Konzepte, welche die individuellen Erweiterungsmöglichkeiten bewusst einschränken, werden auch als geschlossene Plattformen bezeichnet. „Wir legen dagegen großen Wert darauf, dass unsere Produkte auch weiterhin mit Produkten und Komponenten anderer Hersteller kombinierbar sind“, so Rabe weiter. Daher arbeitet HOMA stets mit offenen Schnittstellen und maßgeschneiderten Lösungen, die dem Anlagenbetreiber auch in Zukunft freie Hand in der Produkt- sowie Zubehörauswahl lassen und jederzeit ein individuelles Aufrüsten oder Erweitern des Systems ermöglichen.

Die Unternehmenskultur – verantwortungsvoll und nachhaltig
Trotz des stetigen Wachstums, das sich etwa in der 2020 fertiggestellten, 6.562,5 m² großen neuen Produktionshalle am Hauptsitz in Neunkirchen-Seelscheid widerspiegelt, startete HOMA unter erschwerten Bedingungen ins Jubiläumsjahr. So musste das Unternehmen während der Coronapandemie flexibel auf stark gestiegene Rohstoffpreise sowie erschwerte Lieferbedingungen reagieren und sich einem vermehrt digitalen Arbeitsalltag anpassen. „Das ist uns dank unserer starken internationalen Aufstellung, sowohl auf Beschaffungs- als auch auf Absatzseite, sehr gut gelungen“, resümiert Hoffmann. „Außerdem legen wir derzeit einen großen Fokus auf eine bedarfsgerechte Auswahl unseres Sortiments, um dem Markt mithilfe einer klugen Produktpolitik auch nach Ende der Pandemie gerecht zu werden.“

Dazu zählt auch die Nachhaltigkeit als hochaktuelles Thema. So setzt HOMA etwa auf Photovoltaik als ergänzende Energiequelle für die Fertigung und ist gerade dabei, den Fuhrpark schrittweise auf E-Fahrzeuge umzustellen. „Schon jetzt recyceln wir in Zusammenarbeit mit dem Entsorgungsdienstleister Interseroh zudem große Mengen unserer alten Elektrogeräte und führen diese wieder dem Wertstoffkreislauf zu“, erläutert Hoffmann. „Dadurch haben wir allein im vergangen Jahr 420 t Ressourcen und 13.622 kg Treibhausgase eingespart.“ Der Beitrag der beiden Unternehmen hin zu einer nachhaltigen Produktion und zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks wird regelmäßig vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT zertifiziert.

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