Mobiles Fassentleerungssystem ersetzt Schaufel: Pastöses Tomatenmark schonend fördern

07.05.2026
Gesunde Nahrungsmittel sind wichtig für das Wohlbefinden, aber nicht jeder hat die Zeit oder die Möglichkeit, immer frisch zu kochen oder die nötigen Zutaten zu besorgen. Hier helfen fertig zubereitete Gerichte wie Gemüsegerichte und Brotaufstriche weiter, die nach bewährten Rezepten mit Bio-Zutaten hergestellt werden. Auch vegetarische und vegane Lebensmittel lassen sich schonend wie zu Hause herstellen. Durchdachte Arbeitsabläufe und moderne Technik wie ein Fassentleerungssystem für pastöses Tomatenmark sorgen für gesunde, wohlschmeckende Produkte in gleichbleibender Qualität.
Mobiles Fassentleerungssystem ersetzt Schaufel: Pastöses Tomatenmark schonend fördern

Das VISCOFLUX mobile S Fassentleerungssystem besteht aus einem Prozessgerät mit Fahrwerk sowie einer Pumpeneinheit mit Motor, Exzenterschneckenpumpe und der Nachfolgeplatte. Dank lenkbarer Hinterräder am Fahrwerk lässt es sich mühelos zum Fass fahren und erlaubt es, vier auf einer Palette stehende Fässer zu entleeren. (Bildquelle: Flux-Geräte GmbH)

Rohstoffe in Bio-Qualität sind die Grundlage für eine ganze Palette an vegetarischen und veganen Zubereitungen bei der Zwergenwiese Naturkost GmbH aus dem norddeutschen Silberstedt (siehe Kastentext). Wurde der erste Brotaufstrich vor über 45 Jahren noch am heimischen Herd hergestellt, bereiten heute über 150 Mitarbeiter mehr als 100 verschiedene Produkte zu, darunter Brotaufstriche, Senfspezialitäten, Tomatensaucen, Ketchup, Fruchtaufstriche, Salatcreme und leckere Gemüsegerichte, alles in Bio-Qualität. Dafür werden Rohstoffe überwiegend von lokalen, persönlich bekannten Zulieferern verwendet und direkt weiterverarbeitet. Das Tomatenmark kommt von einem langjährigen Partnerbetrieb aus Italien. Um die Produktvielfalt immer liefern zu können, müssen alle Arbeitsschritte gut aufeinander abgestimmt sein. Bei der exakten Dosierung der pastösen Tomatenmark-Masse war das eine Herausforderung.

Tomatenmark, der „dicke“ Geschmacksträger
Tomaten sind mit ihrem natürlichen Gehalt an würzigen Inhaltsstoffen (Umami-Geschmack) ein wichtiger Bestandteil vieler Zubereitungen von Gemüsegerichten, Aufstrichen und Saucen. Da nur vollreife Tomaten ein volles Aroma entfalten, ist die beste ganzjährig verfügbare Tomatengrundlage für einen gleichbleibenden Geschmack ein schonend zubereitetes Bio-Tomatenmark. Der Nachteil ist dabei offensichtlich: Doppelt konzentriertes Tomatenmark fließt nicht, es musste bislang von Hand mit Schaufeln aus dem Lieferfass entnommen und der Rezepturmischung zugegeben werden. Schon das Anheben der Kelle war dabei nicht einfach, die Entnahme vom Boden des hohen 200-l-Fasses war sehr schwer. Um das Dosieren von Tomatenmark leichter und schneller zu machen, setzen die Silberstedter nun auf das VISCOFLUX mobile S Fassentleerungssystem der FLUX-Geräte GmbH. Das eigenständige System wird anwenderspezifisch zusammengestellt und besteht aus einem Prozessgerät mit Fahrwerk sowie einer Pumpeneinheit mit Motor, Exzenterschneckenpumpe und der Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung. Die Pumpeneinheit wird jeweils individuell auf die Anwendung ausgelegt. Dank lenkbarer Hinterräder am Fahrwerk lässt sich die Einheit mühelos zum Fass fahren und erlaubt es, vier auf einer Palette stehende Fässer zu entleeren, ein bedeutender Vorteil für den Anwender, der bis zu 9 Fässer Tomatenmark jeden Tag leert.

Rohstoffe produktschonend fördern
Um die nicht nachfließende Tomatenmarkmasse aus dem Fass mit Plastik-Inliner zu fördern, arbeitet das System mit einer Exzenterschneckenpumpe, deren Exzenter erlaubt auch hoch viskose Medien schonend zu fördern. Zusammen mit dem oben aufgesetzten 3 kW Drehstrommotor können so bis zu 70 l/min bei einem Gegendruck von bis zu 8 bar gefördert werden. Das reicht aus, um das Mark auch durch längere Dosierschläuche zu pressen. Ein Frequenzumrichter sorgt für die nötige Feinmengenregelung. Bei Bedarf kann die Pumpensteuerung auch über externe Signale, beispielsweise von einem Durchflussmengenmesser oder einer Waage, gesteuert werden. Beim Einsatz wird die Pumpeneinheit über einen akkubetriebenen Hubarm so weit abgesenkt, bis die Nachfolgeplatte auf dem Medium aufliegt und dann gestartet.

Die selbstansaugende Pumpe bekommt immer genug „Zulaufmedium“. Das übernimmt die aufgesetzte Nachfolgeplatte mit Formdichtung. (Bildquelle: Flux-Geräte GmbH)

Eine Herausforderung bei dickflüssigen Medien wie Tomatenmark, aber auch bei Fruchtmark, Karamellsirup, Erdnussbutter oder Nonfoodmedien wie Schmierfette, Creme, Wachsen oder Vergussmassen ist, dass die selbstansaugende Pumpe immer genug „Zulaufmedium“ bekommt. Das übernimmt die aufgesetzte Nachfolgeplatte mit Formdichtung. Die Dichtung schließt den Inhalt hermetisch von der Umgebungsluft ab und toleriert dabei auch kleinere Transportdellen oder Falten im Inliner. Im Gegensatz zu herkömmlichen Entleersystemen, bei denen die Folgeplatte den Inhalt unter Druck setzt, arbeitet das Fassentleerungssystem dabei allein durch den von der Pumpe beim Entleeren erzeugten Unterdruck, bzw. den Luftdruck, der die Platte nachführt. Das ist besonders produktschonend. So ist eine reproduzierbare Entleerung auf unter 1 % Restmenge möglich. Die luftdicht abschließende Folgeplatte kann nach Entnehmen des Pumpensteigrohres mit einem Verschlussstopfen versiegelt werden, so können auch angebrochene Fässer hygienisch einwandfrei zurück in die Kühlung oder das Lager gebracht werden. Bei völlig entleertem Fass wird der Deckel per Druckluft wieder angehoben, der Innendruck fixiert dabei gleichzeitig Inlinersäcke an der Fasswand.

 

Einfache Bedienung und Reinigung
Das Fassentleerungssystem ist aus Edelstahl gefertigt und für den Einsatz im Hygienebereich ausgelegt. Thorsten Ponath, Produktionsleiter bei Zwergenwiese, meint dazu: „Das gesamte System ist sehr durchdacht, alle medienberührten Teile der Pumpe können leicht von Hand für eine gründliche Reinigung zerlegt werden. So ist die Pumpe schnell wieder einsatzbereit. Der robuste Aufbau und die hohe Zuverlässigkeit der Pumpe machen machen sie zu einem verlässlichen Mitarbeiter in der Produktion.“ Da bei der Herstellung sehr hoher Wert auf Hygiene und die Einhaltung von Biostandards gelegt wird, schützt der dicht sitzende Folgedeckel auch vor Kontamination in der Produktion, z.B. gegen Spuren von Allergenen. Der Hersteller verzichtet deshalb, wo es produktbedingt möglich ist, auf den Aufdruck „kann Spuren von xy enthalten“ und garantiert, gestützt durch das implementierte Allergenmanagement die Spurenfreiheit. Der dichte Folgedeckel erleichtert die Produktion durch eine zusätzliche Sicherheitsstufe gegen Spurenverschleppung. Das und die enorme Arbeitserleichterung gegenüber der alten Schaufelumfüllung erlauben eine zügige Produktion. „Gerade die mobile Ausführung des Fassentleerungssystems ist für uns ideal. So können wir die Fasspaletten individuell zwischen unseren drei Produktionslinien hin- und herbewegen“, führt Ponath weiter aus. „Mit dem VISCOFLUX mobile S sind wir der stetig weiterwachsenden Nachfrage an hochwertigen Biofertigprodukten auch in Zukunft gewachsen.“

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