VDMA Gebäudetechnik: Unsicherheit bremst Klimalösungen aus

03.09.2025
Die Gebäudetechnikbranche bietet zentrale Lösungen für die Energiewende – doch sie ist 2024 um 4 Prozent geschrumpft. Dabei mangelt es nicht an innovativer Technik, sondern an politischer Verlässlichkeit in Zeiten zunehmender Unsicherheiten.
VDMA Gebäudetechnik: Unsicherheit bremst Klimalösungen aus

Harald Hotop, CEO KLUDI GmbH & Co. KG, Stellvertretender Vorsitzender des Lenkungskreises des VDMA Gebäudetechnik (Bildquelle: KLUDI GmbH & Co. KG)

Die Gebäudetechnikbranche ist der Lösungsanbieter für Energieeffizienz, Klimaschutz und nachhaltiges Bauen. Doch trotz technischer Innovationen ist der Branchenumsatz 2024 um rund 4 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro gesunken. Die rund 1.400 Unternehmen der Industrie konnten ihre Beschäftigtenzahl von 111.000 trotz widriger Rahmenbedingungen nahezu halten.

„Die Technik und vielfältige Innovationen sind da, die Unternehmen sind bereit. Was fehlt, ist Planungssicherheit. In dieser Legislatur brauchen wir endlich einen klaren politischen Kurs – ohne Stop-and-Go“, erläutert Harald Hotop, CEO KLUDI GmbH & Co. KG und stellvertretender Vorsitzender des Lenkungskreises des VDMA Forums Gebäudetechnik.

Stabile Rahmenbedingungen für den Bau
Die Bau- und Gebäudebranche braucht Berechenbarkeit – keine Förderstopps, keine ständigen Kurswechsel, keine neuen Zielmarken. “Vertrauen entsteht durch Kontinuität – nicht durch Bürokratieschleifen oder politische Hektik“, sagt Hotop. „So muss zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Gebäude in der Höhe stabil bleiben.“

Wichtig ist außerdem, dass die Baukonjunktur endlich wieder Fahrt aufnimmt. Der bestehende Bedarf an neuem, bezahlbarem Wohnraum ist enorm – doch ohne klare politische Leitplanken und verlässliche Prozesse bleiben viele Vorhaben in der Warteschleife.

Die Geschäftsführerin des VDMA Fachverbands Armaturen und des VDMA Sanitärtechnik und -design, Dr. Laura Dorfer, ergänzt: „Verlässliche Rahmenbedingungen sind das Fundament jeder Investition. Wer heute im Gebäudebereich investieren will, muss wissen, worauf er bauen kann – politisch, wirtschaftlich und rechtlich.“

Eine Strategie für die Sanierung
Die energetische Sanierung stagniert: Aktuell liegt die Quote bei 0,7 Prozent, notwendig wären mindestens 2 Prozent jährlich. VDMA Gebäudetechnik setzt sich für ein Sanierungskonzept ein, das auf Kontinuität fußt, auch niedriginvestive Maßnahmen integriert und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) weiterentwickelt.

Ein ganzheitlicher Blick auf Nachhaltigkeit
Gebäudetechnik umfasst weit mehr als Energieeffizienz. Sie ist entscheidend für Trinkwasserhygiene, Raumluftqualität, Barrierefreiheit, Sicherheit und Digitalisierung im Bestand. Diese Dimensionen müssen künftig integraler Bestandteil jeder GEG-Novelle sein.

„Unser Appell ist klar“, betont Harald Hotop abschließend: „Das GEG muss zum Instrument für Stabilität und Innovation werden. Die Branche steht bereit, ihren Beitrag zur klimaneutralen Zukunft zu leisten – wenn die Politik endlich für klare Rahmenbedingungen sorgt.“

Quelle: VDMA e. V.

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