VDMA: Gebäude für heiße Sommer und kalte Winter rüsten

19.08.2026
Nach einem schwachen Jahresauftakt mehren sich in der Heizungsarmaturenindustrie die Anzeichen einer Erholung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Gebäuden, die im Winter effizient heizen und im Sommer komfortabel kühlen können.
VDMA: Gebäude für heiße Sommer und kalte Winter rüsten

Michael Muerköster, Vorsitzender des VDMA Lenkungsausschusses Heizungsarmaturen und Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin VDMA Armaturen. (Bildquelle: ©VDMA e.V.)

Nach einem schwierigen Jahresauftakt machen sich in der Heizungsarmaturenindustrie erste Anzeichen einer Erholung bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten die Hersteller von Heizungsarmaturen noch einen Umsatzrückgang von 7 Prozent. Vor allem das Auslandsgeschäft entwickelte sich sehr schwach. Auch im Inland gingen die Umsätze nach einem bereits verhaltenen Vorjahr nochmals um 3 Prozent zurück. Gleichzeitig kommen aus dem Auftragseingang positive Signale: Die Ordereingänge liegen bereits seit mehreren Monaten im Plus und übertrafen im ersten Halbjahr das Vorjahresniveau insgesamt um 9 Prozent.

„Die Entwicklung bei den Auftragseingängen macht uns vorsichtig optimistisch. Dennoch bleibt die Situation herausfordernd und viele Modernisierungsvorhaben werden weiterhin aufgeschoben“, erläutert Michael Muerköster, Vorsitzender des VDMA Lenkungsausschusses Heizungsarmaturen. „Gleichzeitig sehen wir, dass die Anforderungen an Gebäude weiter steigen. Es geht längst nicht mehr nur um effizientes Heizen. Angesichts zunehmender Hitzetage rückt auch die Kühlung immer stärker in den Fokus.“

Heizen und Kühlen gemeinsam denken
Während die öffentliche Diskussion häufig auf die Wärmeerzeugung konzentriert ist, gewinnt die ganzjährige Temperierung von Gebäuden zunehmend an Bedeutung. Gebäude sollen im Winter effizient beheizt und im Sommer komfortabel gekühlt werden können. Wassergeführte Systeme bieten hierfür bereits heute bewährte Lösungen und ermöglichen es, beide Anforderungen in einem Gesamtsystem zusammenzuführen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Energieeffizienz, Wohnkomfort und Klimaschutz.

„Wassergeführte Heiz- und Kühlsysteme verfügen über enormes Potenzial für die Gebäude der Zukunft“, betont Muerköster. „Sie verbinden Energieeffizienz mit Komfort und können einen wichtigen Beitrag leisten, um Gebäude auf veränderte klimatische Bedingungen vorzubereiten.“

Potenziale im Gebäudebestand stärker nutzen
Besonders groß ist das Potenzial nach Einschätzung der Branche im Gebäudebestand. Zahlreiche Gebäude verfügen bereits heute über wassergeführte Systeme, die mit vergleichsweise geringem Aufwand optimiert werden können. Moderne Heizungsarmaturen, intelligente Regelungstechnik, hydraulischer Abgleich oder der Austausch veralteter Thermostatventile tragen dazu bei, Energie effizienter einzusetzen und die Leistungsfähigkeit bestehender Anlagen zu verbessern. Dies gilt sowohl für die Wärmeversorgung im Winter als auch für moderne Kühlanwendungen im Sommer.

„Gerade im Gebäudebestand schlummern erhebliche Effizienzpotenziale“, sagt Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin VDMA Armaturen. „Viele Maßnahmen lassen sich schnell umsetzen und sorgen dafür, dass bestehende Systeme wirtschaftlicher arbeiten. Wer heute modernisiert, schafft die Grundlage für mehr Effizienz, mehr Komfort und eine zukunftsfähige Nutzung von Gebäuden.“

Die positiven Signale bei den Auftragseingängen wertet die Branche auch als Hinweis auf eine wieder zunehmende Modernisierungsbereitschaft. Effiziente Heiz- und Kühltechnik kann dazu beitragen, Energiekosten langfristig zu reduzieren und Gebäude gleichzeitig besser auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. „Die Technologien sind vorhanden und vielfach bewährt“, resümiert Dr. Dorfer. „Jetzt kommt es darauf an, die Potenziale stärker zu nutzen und Gebäude fit für heiße Sommer und kalte Winter zu machen.“

Quelle: VDMA e. V.

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