Siemens erweitert sein digitales Portfolio für das Management von Wasser, Abwasser und Abfall
SIWA Treatment Optimizer senkt Energieverbrauch und Emissionen in der Abwasserbehandlung (Bildquelle: Siemens Aktiengesellschaft)
Neue Lösungen für Wasser, Abwasser und Abfall
SIWA Quality Inspector ist ein Softwaremodul für datengestützte Entscheidungen zur Wasserqualität. Es analysiert Wasserqualitätsparameter in Echtzeit – von der Aufbereitung bis hin zum Endverbraucher – und hilft Betreibern, Veränderungen im Netz frühzeitig zu erkennen, etwa Wasseralter, Vermischungseffekte in Behältern oder Qualitätsabweichungen in der Verteilung. Damit schafft die Lösung die Grundlage für proaktivere Betriebsstrategien und vorbeugende Instandhaltung.
Für die Abwasserbehandlung hat Siemens den SIWA Treatment Optimizer entwickelt – eine Softwarelösung auf Basis physikbasierter Modelle, die Anlagenbetreiber bei der Prozesssteuerung in Echtzeit unterstützt. Im Kern nutzt die Lösung mechanistische Prozessmodelle, um den Reinigungsprozess in Echtzeit zu analysieren und konkrete Steuerungsempfehlungen für den Anlagenbetrieb zu liefern. Die Digital-Twin-Technologie ermöglicht zudem die Simulation von Auslegungsszenarien. Alle SIWA-Applikationen sind Teil des Siemens-Xcelerator-Portfolios.
Soft Sensoren erweitern die Datenbasis zusätzlich: Sie berechnen kontinuierlich Prozessgrößen wie Gesamtschwebstoffe, biologischen Sauerstoffbedarf und Lachgasemissionen – auch dort, wo keine physische Messtechnik verfügbar ist. So erhalten Betreiber einen tieferen Einblick in die tatsächliche Prozessleistung und können die Einhaltung regulatorischer Grenzwerte auch bei schwankenden Zulaufbedingungen besser sicherstellen. Je nach Anwendung sind Energiekosteneinsparungen von bis zu 25 Prozent möglich.
Amrutha Venugopal, Leiterin des Wasser- und Abfallgeschäfts bei Siemens, sagt: „Wasser- und Abwasserprozesse lassen sich in Echtzeit oft nur schwer beurteilen, sodass Betreiber häufig auf Erfahrung oder Sicherheitsmargen angewiesen sind. Unsere digitalen Lösungen schaffen hier mehr Transparenz über das Prozessverhalten. Mit SIWA-Applikationen, Soft Sensing und Echtzeitüberwachung der Wasserqualität können Betreiber präzisere Entscheidungen treffen – etwa bei der Belüftung oder der Chlordosierung – und so Unsicherheiten ebenso wie den Energie- und Chemikalienverbrauch reduzieren. Diese skalierbaren Lösungen sind auf die Anforderungen heutiger Anlagen und Netze ausgelegt.“
Effiziente Überwachung von Stoffströmen und Anlagenbetrieb in der Abfallwirtschaft
Siemens erweitert sein Portfolio auf der IFAT 2026 um Abfallmanagement und ergänzt damit seine etablierten Lösungen für Wasser und Abwasser. Das erweiterte Portfolio deckt den gesamten Abfallkreislauf ab – von der Sammlung und Sortierung über Behandlung und Recycling bis hin zur energetischen Verwertung. Dazu ermöglicht das Portfolio von Siemens Totally Integrated Automation (TIA) einen effizienten, sicheren und integrierten Betrieb von Recyclinganlagen.
Ergänzt wird das Portfolio durch zwei weitere Lösungen aus dem Automatisierungs- und Kommunikationsumfeld. Simatic WinCC Unified ResCon bringt ein vollständig integriertes Lastmanagementsystem in die SCADA-Lösungen Simatic WinCC Unified von Siemens: Es überwacht und steuert automatisch Strom, Gas und weitere Medien, hilft dabei, kostspielige Lastspitzen zu vermeiden, und schafft Transparenz über Energieströme in Echtzeit.
Der Kommunikationsprozessor CP1243-1 ermöglicht die flexible Einbindung verteilter Assets in eine Vielzahl industrieller Kommunikationsprotokolle sowie in moderne Cloud- und Internet-of-Things-(IoT-)Plattformen. Mit integrierter IPv6-Unterstützung, Webserver- und Diagnosefunktionen sowie ereignisbasierter Alarmierung ist er auf die Anforderungen moderner, vernetzter Infrastrukturen ausgelegt.
Siemens auf der IFAT 2026
Mit seinen neuen Lösungen für Trinkwasser, Abwasser und Abfallmanagement bündelt Siemens auf der IFAT 2026 digitale Werkzeuge für drei zentrale Bereiche kommunaler und industrieller Umweltinfrastrukturen – und zeigt zugleich sein gesamtes Automatisierungs- und Digitalisierungsportfolio für die Wasserwirtschaft. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die Verbundleitwarte: Sie bietet Betreibern einen einheitlichen und transparenten Überblick über alle Assets und Anlagen. Dafür führt sie Daten aus unterschiedlichsten Subsystemen auf einer einzigen Plattform zusammen – unabhängig vom jeweiligen Infrastrukturbereich. Offene Schnittstellen und eine skalierbare Architektur schaffen die Grundlage für datengestützten Betrieb, vorausschauende Instandhaltung und weiterführende digitale Services.
Darüber hinaus zeigt Siemens, wie sich die Verbundleitwarte mit weiteren digitalen Werkzeugen kombinieren lässt: KI-basierte Lösungen zur Leckageerkennung, Prozessmodellierung und -simulation für die Abwasserbehandlung sowie moderne Energiemanagementsysteme, die Transparenz über Ressourcenströme schaffen und dazu beitragen, Emissionen und Betriebskosten zu senken. Ein weiterer Schwerpunkt ist Cybersecurity: Siemens unterstützt Betreiber kritischer Wasserinfrastrukturen dabei, ihre Assets zu schützen und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Quelle: Siemens Aktiengesellschaft
