Löschwassertechnik 4.0: Speicher werden digital

08.01.2021
Zu den wichtigsten Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes gehört die Bereitstellung von Löschmitteln in ausreichender Menge.
Löschwassertechnik 4.0: Speicher werden digital

Löschwassertechnik 4.0: Speicher werden digital. (Bildquelle: Intewa)

Wasser ist hierbei für die überwiegende Zahl der Brände das am besten geeignete Löschmittel. Sofern die Versorgung aus dem Trinkwassernetz möglich ist, wird diese Lösung umgesetzt. In vielen Fällen ist jedoch eine unabhängige Löschwasserversorgung notwendig. Offene Gewässer, Löschwasserbrunnen, Löschwasserteiche und unterirdische Löschwasserbehälter können hier eine Lösung darstellen. Die Berechnung des Löschwasserbedarfes bei der Entnahme aus Behältern ist abhängig von der Art der Bebauung. Bei Neuerschließungen ermöglicht ein dezentraler Löschwasserbehälter reduzierte Querschnitte der Trinkwasserversorgung. Ein unterirdischer Löschwasserbehälter ist dabei ein künstlich angelegter, überdeckter Löschwasser-Vorratsraum. Die DIN 14230 unterscheidet hier kleine (75 – 150 m³), mittlere (150 – 300 m³) und große (über 300 m³) Behälter. Je nach erforderlicher Größe, Platzbedarf, Lieferzeit und gewünschter Ausführungsform bieten sich zum Beispiel glasfaserverstärkte Kunststofftanks oder das DRAINMAX Tunnelsystem in wasserdichtem Folienmantel an.

Glasfaserverstärkte Löschwassertanks aus einem Stück
In den letzten Jahren haben sich insbesondere glasfaserverstärkte Kunststoffspeicher, sogenannte GFK Speicher für die Löschwasserbevorratung, bewährt. Diese werden heute projektbezogen und preisgünstig bis zu 200 m³ Fassungsvolumen aus einem Stück auf einer automatisierten Fertigungsanlage mit Rippendesign produziert. Eine Schwerlastbefahrbarkeit von bis zu 60 t (SLW60) und ein geringer Platzbedarf beim Einbau sind auf diese Weise möglich.

Bild 1: Anlieferung eines Löschwassertanks für den Marktplatz Osterfeld.

Das DRAINMAX Tunnel Löschwassersystem
Eine andere, preiswerte Variante zur Löschwasserspeicherung lässt sich mit dem DRAINMAX Tunnelsystem realisieren. Durch eine Verlegung des Systems in einem Folienmantel können nahezu beliebige Systemgrößen mit einem sehr flachen Aufbau realisiert werden. Dies spart Kosten für den Tiefbau. Bei dieser speziellen Folie handelt es sich dabei um eine absolut wasserdichte, hoch-feste, elastische EPDM Folie ohne jegliche Verbindungsnähte aus einem Stück. Die Tunnel sind in beliebigen Größen schnell zu verlegen und vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) zugelassen für SLW60 Schwerlastklasse (60 t LKW). Aufgrund der Stapelbarkeit der Tunnel fallen sehr geringe Transport- und Lagerkosten sowie Lieferzeiten an. Interessant ist dieses System auch, wenn keine Zugänglichkeit für die großen GFK Tanks zu der Baustelle gegeben ist. Alle Tunnelreihen sind dabei über Anschlussrohre mit dem zentralen Schacht verbunden. Somit können sie nach DIN 14230 inspiziert und gereinigt werden. Der zentrale Anschlussschacht verfügt über einen Pumpensumpf und die Anschlussmöglichkeit für die Löschwasserentnahme nach Norm.

Bild 2: Verbinden zweier Mitteltunnelelemente.
Bild 3: Löschwasserbevorratung mit DRAINMAX Tunnelrigole.

Aktueller Stand der Löschwassertechnik
Bis dato wird der Füllstand von Löschwasserspeichern wenn überhaupt nur manuell überwacht. Dies stellt ein großes Sicherheitsrisiko für den etwaigen Brandfall dar, falls der vorgesehene Wasserstand durch Undichtigkeit oder sogar eine unzulässige Entnahme für eine andere Anwendung, wie z.B. die Bewässerung, nicht mehr vorhanden wäre. Aus diesem Grund werden bisher Löschwasserspeicher auch nicht für weitere Nutzungsmöglichkeiten mit zusätzlichem Speichervolumen verwendet. Der Einsatz für weitere Nutzungsmöglichkeiten könnte dabei jedoch wesentliche Vorteile liefern. Zum Beispiel eignet sich der Speicher neben der Löschwasserbevorratung ebenfalls ideal für die Trinkwasser- oder Kühlwasser- Notbevorratung. Falls das zusätzliche Volumen mit Regenwasser zur Bewässerung, als Betriebswasser oder Retentionsvolumen verwendet werden soll, muss ein entsprechender Regenwasserfilter sowie ein Überlauf eingeplant werden.

INTEWA CONNECT Fernüberwachung von Löschwassersystemen
Mit der innovativen I-CONNECT Technologie können Löschwassersysteme nun weltweit mehrfache Anwendung finden, da sie fernüberwacht werden können. I-CONNECT nutzt die Symbiose aus Hardware, der im Erdreich vergrabenen Anlage sowie einer Steuerung, und Software, welche über ein Interface via PC, Tablet oder Smartphone oder auch offline über eine USB-Verbindung übersichtlich dargestellt wird. Anlagenbetreiber sind jetzt in der Lage, ihr System jederzeit zu steuern oder zu monitoren. Zum Beispiel kann der aktuelle Füllstand über die stetige Dokumentation dieser Daten angezeigt oder Alarme bei zu niedrigem Füllstand geschaltet werden.

Bild 4: Aufbau eines GFK-Löschwassersystems mit I-CONNECT Technologie.
  • Drucksensor
  • Steuerung
Bild 5: Drucksensor

Ermöglicht wird die Funktion über einen Drucksensor, der am Boden des Löschwasserspeichers installiert wird. Er ermittelt den Füllstand und kann somit auch ein Leck im System erkennen. Unterschreitet die Wasserhöhe im Behälter eine vorgegebene Grenzschwelle, wird ein Signal ausgegeben und der Betreiber informiert. Controller, Cloud-Server und Sicherheit Die Verbindung zwischen Controller und Cloud-Server benötigt im Vergleich zu anderen Systemen kein Portforwarding und keine VPN. Es wird eine direkte, mehrfach verschlüsselte Verbindung über LAN aufgebaut. Der Zugriff per App und Webbrowser erfolgt über eine verschlüsselte HTTPS Verbindung (Sicherheitszertifikat). Die Daten werden auf sicheren IONOS 1&1 Servern in Europa gehostet. Der Controller erlaubt die Ausgabe in alle gängigen BMS (Gebäude-Management-Systeme), wie Bacnet, Modbus und KNX.

Bild 6: Steuerung

Die Benutzung der Cloud erfolgt über ein günstiges Lizenzsystem. Der I-CONNECT Cloud-Server liefert nach dem Login eine übersichtliche Struktur, die die Speicherung beliebiger Anlagen ermöglicht. Hier bekommt der Benutzer auf einen Blick alle wichtigen Informationen zum Zustand der Anlage, wie Füllstand, Nutzwasseranteil und Wartungstimer. Unter „Konfiguration“ lässt sich das System konfigurieren. Dies wird normalerweise nur einmalig bei der Inbetriebnahme durchgeführt. Hier werden die maximale Tankhöhe und der Anteil an zulässigem Nutzwasser definiert. Für alle Parameter kann man sich für beliebige Zeiträume eine Statistik anzeigen lassen.

Bild 7: Ansicht auf den Cloud-Server mit Übersicht über die betriebenen Anlagen*

Nach Auswahl der Anlage gelangt der Benutzer auf die „Anlagenübersicht“:

Bild 8: Anlagenübersicht Löschwassersystem*

Hier bekommt der Benutzer auf einen Blick alle wichtigen Informationen zum Zustand der Anlage, wie Füllstand, Nutzwasseranteil und Wartungstimer.Unter „Konfiguration“ lässt sich das System konfigurieren. Dies wird normalerweise nur einmalig bei der Inbetriebnahme durchgeführt. Hier werden die maximale Tankhöhe und der Anteil an zulässigem Nutzwasser definiert.Für alle Parameter kann man sich für beliebige Zeiträume eine Statistik anzeigen lassen:

Bild 9: Beispiel einer Statistik*

Zusammenfassung und Ausblick
Die neue I-CONNECT Technologie ermöglicht erstmalig eine umfängliche Fernüberwachung von Löschwassersystemen. Das System visualisiert den aktuellen Stand im Inneren der Anlage und ermöglicht so die Überwachung des Volumens. Im Falle eines zu geringen Löschwasservorrats wird der Betreiber jederzeit über den INTEWA Cloud-Server automatisch und weltweit gewarnt. Unabhängig davon, ob ein Teil des Speichers für andere Nutzungszwecke, wie einer Notbevorratung für Kühl- oder Trinkwasser, verwendet wird oder nicht, das Gesamtsystem ist stets einsatzbereit. Im Vergleich zu den Gesamtkosten und der zusätzlichen Sicherheit, ist die neue Technik preiswert und definiert einen neuen Stand der Technik bei der Löschwasserbevorratung.

 

Autor: Oliver Ringelstein, INTEWA GmbH

*Alle Visualisierungen zeigen den aktuellen Status an. Änderungen jeglicher Art sind vorbehalten.

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