Grundschule erzielt Energiespar- und Lerneffekte durch Wilo Pumpentechnik

07.10.2011

Durch die energetische Sanierung öffentlicher Liegenschaften können Städte und Gemeinden ihre Betriebskosten deutlich reduzieren. Für umfassende Sanierungsmaßnahmen halten die kommunalen Kassen jedoch oftmals zu wenig Mittel bereit.

Grundschule erzielt Energiespar- und Lerneffekte durch Wilo Pumpentechnik

Die „Geniax“-Server sind über eine 0-10 V-Schnittstelle mit dem Wärmeerzeuger verbunden. Dieser regelt die Vorlauftemperatur gemäß der maximalen Wärmeanforderungen. (Foto: Wilo)

Öffentlich-private Partnerschaften beim Einsatz energiesparender und wirtschaftlicher Technik können hier den Weg zur langfristigen Haushaltsentlastung weisen. Ein Musterprojekt hat die Gemeinde Rommerskirchen mit der Gillbachschule realisiert. Teils mit Geldern der RWE Effizienz GmbH gefördert, kamen hier innovative Energiespartechnologien zum Einsatz. Für Heizkostenersparnis sorgt unter anderem das Dezentrale Pumpensystem „Wilo-Geniax“.

Das 1971 erbaute Schulgebäude umfasst großzügige Klassenräume sowie Werk-, Mehrzweck- und Verwaltungsräume für derzeit rund 250 Primarschüler in zehn Klassen. Bereits zu Beginn der 2000er Jahre verdeutlichte eine Zustands- und Verbrauchsanalyse in der Gillbachschule einen dringenden Optimierungs- und Modernisierungsbedarf der vorhandenen Anlagentechnik. Vor diesem Hintergrund beschloss die Gemeinde Rommerskirchen ein Einspar-Contracting. In dessen Rahmen wurden nicht nur einige Bereiche optimiert und modernisiert. Zudem starteten die Verantwortlichen auch ein kontinuierliches Energiemanagement, das laufend weitere Energiesparpotenziale ermittelt.

Projekt mit Modellcharakter

Im Jahr 2009 nahm die Technische Beratung Energie GmbH (T.B.E.) eine Bestandsaufnahme zur Ausstellung eines Energieausweises vor. Dabei deckte sie für das Schulgebäude weitere energetische Schwachstellen auf. Sie bezogen sich auf die Beleuchtungs-, Heizungs- und IT-Technik sowie die Gebäudesubstanz. Die vorhandene Wärmeerzeugung befand sich demgegenüber in einem vergleichsweise guten Zustand. Nur bei Wärmeverteilung und -übergabe bestand zusätzlicher Optimierungsbedarf. Ziel war eine insgesamt verbesserte Wärmeversorgung. Der verantwortliche Projektleiter, Dipl.-Ing. Markus Zander von der T.B.E., bezog das Dezentrale Pumpensystem als eine Lösung zur Einzelraumregelung in seine Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit ein. Schließlich setzte sich „Wilo-Geniax“ im Systemvergleich mit reinen Einzelraumregelungen durch.

Entscheidungskriterium war neben den Energiespareffekten der geringe Regelungsaufwand bei hohem Komfortgewinn. Das Dezentrale Pumpensystem ermöglicht zudem eine einfache und trotzdem individuell auf jeden Raum abstimmbare Konfiguration. So lassen sich sowohl die Belegung der (Klassen)räume im Schulbetrieb als auch Leerstände an Wochenenden und in Ferienzeiten optimal berücksichtigen. Auch die Tatsache, dass die Heizungsanlage im Rahmen der Konfiguration des Systems bereits automatisch hydraulisch abgeglichen ist, war ein großer Pluspunkt für „Wilo-Geniax“.

Heizungsanlage zeitgemäß modernisiert

Im Rahmen des Projekts legten die Verantwortlichen die Hydraulik anhand von Bestandsplänen und aktuell durchgeführten Rohrnetzberechnungen neu aus. So stellten sie im Vorfeld fest, wie das Leitungsnetz dimensioniert ist und dass die „Geniax“-Pumpen mit ihrer Pumpenkennlinie dafür geeignet sind. Im September 2010 begannen die Montagearbeiten an der Heizungsanlage.

Das ausführende SHK-Fachhandwerksunternehmen Kronemeyer GmbH aus Uelsen installierte insgesamt 156 „Geniax“-Pumpen und Pumpenelektroniken. Zudem erfassen 49 Raumtemperatursensoren die Isttemperaturen. Die Temperaturregelung übernehmen zwei im Technikraum installierte Zentralbediengeräte. Zwei „Geniax“-Server steuern das System. Hocheffizienzpumpen der Baureihe „Wilo-Stratos“ im Hauptwärmeverteiler sorgen für die notwendige Grundförderleistung in dem weit verzweigten Gebäudekomplex. Sie verteilen auch die Wärme in die nicht durch „Wilo-Geniax“ versorgten Gebäudebereiche.

„Wilo-Geniax“ übernimmt in der Gillbachschule seither die Wärmeversorgung des Hauptgebäudes mit Klassen-, Aufenthalts- und Verwaltungsräumen. Eine benachbarte Mehrzweckhalle und die Pausenhalle werden weiterhin konventionell mit Wärme versorgt. Insgesamt handelt es sich bei den mit „Wilo-Geniax“ versorgten Bereichen um 4.500 m² beheizte Fläche mit einem Wärmebedarf von 470 kW.

Die Wärmeerzeugung für alle Gebäude erfolgt durch den zuvor bereits vorhandenen Gas-Brennwertkessel. Dennoch ist jetzt eine bedarfsgerechte Vorlauftemperatursteuerung durch das „Geniax“-System möglich. Die „Geniax“-Server sind dazu über eine 0-10 V-Schnittstelle mit dem Wärmeerzeuger verbunden. Bei erhöhtem Wärmebedarf der konventionell versorgten Bereiche passt dieser die Vorlauftemperatur dem Bedarf an. Werden diese Bereiche nicht genutzt, gibt das Dezentrale Pumpensystem den Wärmebedarf vor.

Heizungstechnik mit Lerneffekten und Einsparpotenzial

Schulleiterin Elke Lorleberg ist besonders von den Lerneffekten des Dezentralen Pumpensystems begeistert. Denn durch die Modernisierung der Heizungstechnik wurden sowohl Personal als auch Schüler für das Thema Energieeinsparung zusätzlich sensibilisiert. Lehrer wie Kinder haben sich beispielsweise angewöhnt, in den Pausen kontrollierter zu lüften und die Türen geschlossen zu halten.

Für die Gemeinde Rommerskirchen als Träger der Schule stehen die zukünftigen Heizenergieeinsparungen im Fokus. Insgesamt erwartet sie jährliche Heizkosteneinsparungen von ca. 4.000 Euro. Aber nicht nur die kommunale Haushaltskasse profitiert von den Energieeinsparungen, sondern auch die Umwelt. Berechnungen zufolge wird der jährliche CO2-Ausstoß der Heizungsanlage dank „Wilo-Geniax“ gegenüber einem konventionellen Vergleichssystem um 17 Prozent reduziert. Die Energieeinsparung entspricht einer Klimaentlastung von 14 Tonnen CO2 pro Jahr.

Quelle: WILO SE

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