Georg Fischer stärkt sich für die Zukunft

07.10.2003

Georg Fischer strafft die drei Kernbereiche und lanciert ein umfassendes Strukturprogramm zur Steigerung der operativen Leistung in allen drei Unternehmensgruppen. Dadurch wird die Ertragskraft des Konzerns nachhaltig erhöht und die Nettoverschuldung reduziert, selbst bei unverändert schwieriger Wirtschaftslage.

Das gesamte Maßnahmenpaket wird bis Ende 2004 umgesetzt und sieht für das Finanzjahr 2005 gegenüber 2002 eine Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) um CHF 100 Millionen vor. Durch Devestitionen und die Ausgabe einer nachrangigen Wandelanleihe stärkt Georg Fischer die Kapitalbasis.

Georg Fischer beurteilt die eigene Ertragslage im Falle eines ausbleibenden konjunkturellen Aufschwungs als unbefriedigend. Deshalb wurde in den vergangenen Monaten ein breit gefächertes Strukturprogramm ausgearbeitet. Bereits anlässlich des Halbjahresberichts 2003 wurde angekündigt, dass Massnahmen zur Verbesserung der Ertragskraft und Reduktion der Nettoverschuldung eingeleitet werden. Mit dem vorliegenden Programm wird das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zum Finanzjahr 2002 selbst bei unveränderter Konjunkturlage bis Ende 2005 nachhaltig um CHF 100 Millionen verbessert.

Dies entspricht mehr als einer Verdoppelung des EBIT per 2005. Positive Effekte werden sich bereits 2004 einstellen. Die einzelnen Massnahmen betreffen eine Reduktion der Produktionsstandorte in Europa und den USA, eine Straffung der einzelnen Geschäftsbereiche und die Devestition von Aktivitäten, Beteiligungen und Liegenschaften, die nicht zu den Kerngeschäften gehören. Die operative Effizienz der Unternehmensgruppen wird durch die Verringerung von Kosten beim Einkauf zusätzlich verbessert. Gezielte Anpassungen der Vertriebsorganisation tragen zu einer weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei.

Strukturprogramm bereits in Umsetzung

Georg Fischer arbeitet bereits intensiv daran, die einzelnen Massnahmen des Strukturprogramms umzusetzen. In den vergangenen Wochen wurden bereits vier Strukturprojekte bekannt gegeben und eingeleitet. So wurde die Vertriebszusammenarbeit mit der Fränkischen Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH per 1. Oktober 2003 beendet. Die eigene Giesserei in Bitterfeld (D) wird im Jahr 2004 geschlossen, und Teile dieser Produktion werden nach Herzogenburg (A) verlagert. Ebenso wird das Werk für Kunststoffprodukte in Genua (I) per Ende dieses Jahres stillgelegt und die Produktion nach Schaffhausen verlagert. Der Bereich Rohrverbindungstechnik Singen wird restrukturiert. Zudem wurde heute bekannt gegeben, dass die Unternehmensgruppe Fertigungstechnik (Agie Charmilles) die beiden Werke in Owosso und Davidson (USA) schliessen und die Produktion konzentrieren wird. Dadurch werden Überkapazitäten in diesem Bereich abgebaut. Alle weiteren geplanten Massnahmen des Strukturprogramms werden laufend umgesetzt und sind per Ende 2004 realisiert.

Finanzielle Auswirkungen

Der Ertragssteigerung von CHF 100 Millionen stehen einmalige Aufwendungen für die Strukturanpassung in Gesamthöhe von CHF 130 Millionen gegenüber. Davon sind ungefähr CHF 80 Millionen liquiditätswirksam. Demgegenüber erwartet Georg Fischer aus den Devestitionen einen Mittelzufluss von rund CHF 150 Millionen. Somit werden die liquiditätswirksamen Kosten des Strukturprogramms durch den Mittelzufluss aus Devestitionen mehr als ausgeglichen.

Der Jahresrechnung 2003 werden von den Gesamtaufwendungen rund CHF 110 Millionen als einmalige Aufwendungen und Rückstellungen belastet. Ferner wird für die Akquisition Mössner (Fahrzeugtechnik) eine Berichtigung des Goodwill in der Höhe von CHF 60 Millionen vorgenommen. Ab 2004, wenn die einzelnen Massnahmen des Strukturprogramms zu greifen beginnen, wird sich die Ertragslage wieder nachhaltig verbessern.

Das laufende Geschäft im 2. Halbjahr dürfte sich gemäss den im Halbjahresbericht geäusserten Erwartungen entwickeln. Das zweite Semester 2003 sollte bei gleich bleibendem konjunkturellem Umfeld einen leicht höheren Betriebserfolg (EBIT) als das erste Halbjahr (CHF 42 Millionen) erbringen.

Auswirkungen auf den Personalbestand

Durch die Massnahmen des Strukturprogramms wird ein Personalabbau von weltweit ca. 1000 Mitarbeitern oder knapp 8% der gesamten Konzernbelegschaft unumgänglich. Dieser Stellenabbau kann nicht nur über natürliche Fluktuationen erfolgen. Georg Fischer wird deshalb besorgt sein, dass die geplanten Massnahmen mit den jeweiligen Personalvertretern abgesprochen und in einem sozial verträglichen Rahmen durchgeführt werden. Die einzelnen Entscheide werden laufend bekannt gegeben, sobald die betroffenen Mitarbeiter orientiert worden sind.

Verringerung der Nettoverschuldung

Georg Fischer hat sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, durch die geplanten Devestitionen und den erarbeiteten Freien Cashflow die Nettoverschuldung bis Ende 2005 um rund CHF 300 Millionen zu reduzieren.

Stärkung der Kapitalbasis

Georg Fischer plant die Emission einer nachrangigen Wandelanleihe in Höhe von CHF 120 bis 150 Millionen. Diese Anleihe wird mit einem handelbaren Anrecht für bestehende Aktionäre ausgestattet sein und stärkt die Kapitalbasis des Unternehmens. Für die Schaffung des dafür benötigten bedingten Aktienkapitals ist die Zustimmung der Aktionäre anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung im November erforderlich. Die Aktionäre der Georg Fischer AG werden eine entsprechende Einladung zur Generalversammlung erhalten. Die Konditionen der Wandelanleihe werden zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt und kommuniziert.

Der CEO Kurt Stirnemann fasst zusammen: "Wir wollen nicht einfach auf eine Konjunkturerholung warten. Deshalb haben wir uns zu einem Paket von Massnahmen entschlossen, das unsere Ertragskraft nachhaltig verbessern wird. Wir sind überzeugt davon, unseren operativen Gewinn bis ins Jahr 2005 um CHF 100 Millionen steigern zu können. Jede der drei Unternehmensgruppen erfährt so eine deutliche Wertsteigerung.

Sollte sich zudem die Konjunktur beleben, so wird sich die Ertragslage nochmals markant verbessern. Dieses Massnahmenpaket, gekoppelt mit dem Abbau der Nettoverschuldung, wird den Georg Fischer Konzern für die Zukunft stärken. Einzelne, zum Teil sehr einschneidende Massnahmen fallen uns jedoch nicht leicht. Dies insbesondere in Bezug auf den Personalabbau. Dennoch müssen wir alles tun, um den Wert des Konzerns substanziell zu steigern."

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