Dezentrales Pumpensystem mit Softwarelösung und neuer Kühloption

06.05.2011

Der Dortmunder Pumpenhersteller Wilo präsentierte jüngst wichtige Ergänzungen und Systemoptimierungen für das Dezentrale Pumpensystem „Wilo-Geniax“.

Dezentrales Pumpensystem mit Softwarelösung und neuer Kühloption

Die neue PC-Software „SysManager“ ist als umfassende Benutzerschnittstelle zu „Wilo-Geniax“ konzipiert. (Foto: Wilo)

„Wilo-Geniax“ setzt auf mehrere Miniaturpumpen an den Heizflächen bzw. Heizkreisen anstelle der Thermostatventile. Die herkömmliche „Angebotsheizung“ mit einer zentralen Heizungspumpe wird hier durch eine „Bedarfsheizung“ abgelöst. Gepumpt wird nur, wenn Wärme benötigt wird. 20 Prozent Heizenergieeinsparung und 50 Prozent Stromeinsparung für ein mit „Wilo-Geniax“ ausgestattetes Einfamilienhaus im Vergleich zu einem identischen Haus mit hydraulisch abgeglichener konventioneller Heizung wurden durch eine Langzeit-Vergleichsmessung des Fraunhofer Instituts für Bauphysik (IBP) im Praxistest bestätigt und vom TÜV Rheinland offiziell zertifiziert.

Eine noch flexiblere Bedienung und Regelung von „Wilo-Geniax“ erlaubt die PC-Software „SysManager“. Sie ist als umfassende Benutzerschnittstelle konzipiert und erlaubt beispielsweise Facility Managern größerer Liegenschaften, per Computer vom eigenen Schreibtisch aus – auch über Fernaufschaltung – auf das gesamte Dezentrale Pumpensystem im Objekt zuzugreifen und hierüber die Steuerung des Heizungssystems zu übernehmen. Mit dem neuen „SysManager“ können individuelle Einstellungen für jeden Raum, jede Raumgruppe oder auch das gesamte Objekt vorgenommen werden, dabei lassen sich unterschiedliche Heizvorgaben wie Zeit- und Temperaturprofile programmieren.

Besonders interessante Möglichkeiten bietet das Programm zudem für Fachhandwerker: Erweiterte Diagnosefunktion umfassen nicht nur die Darstellung von Trendkurven zur Analyse von raumweisen Temperaturverläufen, Pumpendrehzahlen und Systemzuständen im laufenden Betrieb, sondern erlauben eine sehr detaillierte Analyse von Problemen in der gesamten Heizungsanlage. So lassen sich beispielsweise hydraulische Fehler in der Wärmeverteilung lokalisieren, die einen störungsfreien Heizungsbetrieb, aber auch eine ordnungsgemäße Funktion von „Wilo-Geniax“ gefährden können. Dies hilft unter anderem bei der Inbetriebnahme nach Erstinstallation oder Modernisierung, die Einregulierungszeiten deutlich zu verkürzen.

Der SysManager wird auf einem USB-Stick geliefert und ist auf Rechnern mit den Betriebssystemen Windows XP, Vista oder Windows 7 (32- oder 64-Bit) einsetzbar. Bis auf einen DSL-Zugang für den optionalen Fernzugriff stellt der SysManager keine weiteren Hard- oder Softwareanforderungen.

Darüber hinaus präsentierte Wilo eine neue Anwendungsmöglichkeit für „Wilo-Geniax“. Über die konventionelle Nutzung in Heizungsanlagen hinaus kann das Dezentrale Pumpensystem jetzt auch – in Verbindung mit einer Wärmepumpe und einer Fußbodenheizung – zur einfachen Kühlung eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass ein Wärmepumpensystem für die Wärmequelle Erdreich mit einer passiven Kühlfunktion ausgestattet ist. Das „Geniax“-System verarbeitet hierbei ein Eingangssignal vom übergeordneten Wärme-/Kälteerzeuger und übernimmt dann über die dezentralen Pumpen den Transport des kalten Mediums durch das Flächenheiz- und -kühlsystem. Sämtliche regelungstechnischen Aufgaben in Verbindung mit dem Kühlen werden vom übergeordneten Wärme-/Kälteerzeuger übernommen. Dazu gehört die Überwachung der Taupunkttemperatur, die Überwachung der Raumtemperatur und die Umschaltung zwischen Heizen und Kühlen.

Zudem wurden die Hydraulikkomponenten für die Rohinstallation von „Wilo-Geniax“ optimiert. So stehen neue Adaptersets für die Installation der „Geniax“-Pumpen an Heizkörpern und in den Verteilern von Flächenheizungen zur Verfügung. Sie erleichtern die Installationsabläufe und bieten flexible Wartungsoptionen. Das „Adapter Set Radiator“ enthält beispielsweise für die Rohinstallation einen Adapter für den Vorlauf, in dem in der Fertiginstallation ein Rückflussverhinderer platziert wird, und einen Adapter für den Rücklauf, auf dem nach dem Spülen der Anlage die eigentliche Pumpe montiert wird. Die Adapter sind mit werkseitig vormontierten, manuell zu betätigenden Bypässen versehen, die bei der Installation der Rückflussverhinderer bzw. der Pumpen entfernt werden. Vorteile der neuen Hydraulikkomponenten bestehen in der Möglichkeit, die Heizungsanlage ohne Rückflussverhinderer zu spülen sowie die Rückflussverhinderer einfach warten bzw. austauschen zu können. Außerdem ermöglicht eine integrierte Absperrfunktion den Verzicht auf die bauseits montierte Heizkörperabsperrung.

Quelle: WILO SE

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