Deutscher Forscher gewinnt angesehenen Wasserpreis

10.04.2003

Der mit 150.000 USD dotierte Wasserpreis der Stadt Stockholm für 2003 geht an den deutschen Professor Peter A. Wilderer. Professor Wilderer betreibt und fördert seit 30 Jahren ganzheitliche und interdisziplinäre Forschung im Interesse einer nachhaltigen Nutzung und Erhaltung von Trinkwasser.

Deutscher Forscher gewinnt angesehenen Wasserpreis

Professor Peter A. Wilderer

Wilderer (64) wird den Preis am 14. August 2003 von König Carl XVI. Gustaf von Schweden persönlich in Stockholm entgegen nehmen. Er ist Professor an der Technischen Universität München und Direktor des Institute of Advanced Studies on Sustainability (Verein zur Förderung weitergehender Studien zur Nachhaltigkeit e.V., München).

Eine langfristig angelegte Wasserwirtschaft kann nur erfolgreich sein, wenn man ein umfassendes Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen Umweltfaktoren, ökologischen und mikrobiologischen Systemen und dem Eingriff des Menschen entwickelt. Ausgehend von dieser Tatsache und mit seiner vielfach unter Beweis gestellten Fähigkeit, wissenschaftliche Probleme fachübergreifend zu definieren, hat Wilderer eine zutiefst ganzheitliche Perspektive von einer nachhaltigen und integrierten Wasser- und Abfallwirtschaft entworfen.

Als ausgebildeter Bauingenieur erkannte Wilderer bereits Anfang der Siebziger Jahre als einer der ersten die Auswirkungen, die der Eingriff des Menschen auf den Wasserkreislauf hat. Er brachte Forscher verschiedener Fakultäten an einen Tisch, um Probleme gemeinsam zu lösen. Gleichzeitig wandte er sich an die Öffentlichkeit, die Industrie, Geschäftswelt und Verwaltung, um aufzuzeigen, wie die Berücksichtigung fundierter Forschungsergebnisse und geeigneter Technologien in Entscheidungen zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft führen kann.

Getreu dieser Prinzipien rief er 2002 das "Safe Blue Danube"-Programm ins Leben. Dieses Projekt soll geeignete Maßnahmen erarbeiten, um zerstörerische Überflutungen und versehentliche Verschmutzungen der Donau, ihrer Zuflüsse und der Mündung ins Schwarze Meer zu erkennen und bekämpfen bzw. zu vermeiden.

Der besondere Wert der Forschungsarbeit von Professor Wilderer besteht in einer seltenen Kombination aus der Entwicklung ausgeklügelter Technologie mit der tiefen Sorge um unsere Umwelt und Lebensqualität. Seine Beiträge zu grundlegenden Entdeckungen, die heute in modernen Biofilm-Reaktoren zur Anwendung kommen, ermöglichen den weltweiten Aufbau von Kläranlagen zur Reinigung von Abwässern aus Haushalt, Gewerbe und Industrie und seiner anschließenden Wiedereinspeisung in den Wasserkreislauf.

Andererseits gehörte Wilderer auch zu den ersten Wissenschaftlern, die Zweifel am unkritischen Export westlicher Entsorgungskonzepte äußerten. Deren Ausrichtung auf zentrale, groß angelegte Anlagen in Ballungsräumen sei nicht ohne weiteres auf die übrige Welt zu übertragen. Er erkannte die Bedeutung dezentralisierter und kostengünstiger Kläranlagen mit begrenzter Kapazität - ein Konzept, das er seither beständig fördert. Immerhin werden 95% des Bevölkerungswachstums in den Städten bis 2025 in den rasch wachsenden Städten der Entwicklungsländer stattfinden.

Der im Jahr 1990 von der Stockholm Water Foundation gestiftete Stockholm-Wasserpreis wird jedes Jahr für außergewöhnliche Leistungen in der Wasserwirtschaft sowie entsprechende Initiativen und Öffentlichkeitsarbeiten verliehen.

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