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10.10.2019

GEA stellt weitere Maßnahmen zur Ergebnissteigerung vor und setzt auf Wachstum in allen Divisionen

Der Technologiekonzern GEA hat auf seinem Kapitalmarkttag am 26.September2019 neue Mittelfristziele für den Gesamtkonzern und die fünf künftigen Divisionen vorgestellt. Demnach soll der Konzernumsatz bis zum Jahr 2022 jährlich um durchschnittlich 2,0 bis 3,0 Prozent wachsen.

Die EBITDA-Marge vor Restrukturierungsaufwand, die auf Basis des Mittelwerts der aktuellen Prognose im Geschäftsjahr 2019 voraussichtlich im Bereich um 9,8 Prozent liegen wird, soll bis dahin auf einen Zielkorridor von 11,5 bis 13,5 Prozent steigen. Wesentliche Treiber dafür sind Synergien im Einkauf, die bereits ab 2020 greifen sollen, sowie die Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks. Darüber hinaus will GEA die Effizienz im operativen Geschäft steigern: Hier ist bis Ende 2020 weltweit ein Stellenabbau von etwa 800 Vollzeitkräften inklusive des bereits weitgehend umgesetzten Abbaus von rund 220 Stellen in der heutigen Business Area Solutions vorgesehen. Zudem beabsichtigt GEA den Verkauf ausgewählter Geschäfte der Divisionen Farm Technologies und Refrigeration Technologies. Damit fokussiert sich das Unternehmen weiter auf die strategischen Kernmärkte Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie und trennt sich von niedrigmargigen Aktivitäten mit geringem Synergiepotential. Begleitet werden die strategischen Maßnahmen durch die Investitionen in state-of-the-art IT-Systeme und die Einführung eines globalen ERP-Systems.

Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der GEA Group Aktiengesellschaft: "Wir sind mit unseren Geschäften in attraktiven und stabilen Märkten unterwegs. Nahrungsmittel, Getränke und Medikamente braucht der Mensch unabhängig von Konjunkturzyklen. Wir liefern die anspruchsvollen Maschinen sowie den dazugehörigen Service und besetzen aufgrund unserer Technologieführerschaft Top-Positionen. Die Megatrends sind auf unserer Seite. Die Wachstumsaussichten sind intakt, aber mit unserer heutigen Profitabilität sind wir nicht zufrieden. Wir haben es jedoch selbst in der Hand, die Margen zu erhöhen. Die Voraussetzungen dafür schaffen wir mit der neuen Organisationsstruktur: klare Verantwortung und mehr Transparenz. Jetzt gestalten wir Einkauf und Produktion effizienter, bauen eine zukunftsfähige IT und straffen unser Portfolio."

Neue mittelfristige Finanzziele bis 2022
Neben den genannten Zielen für die Steigerung des Umsatzes und der EBITDA-Marge vor Restrukturierungsaufwand avisiert GEA im Rahmen der neuen mittelfristigen Ziele für die Investitionsausgaben (Capex) zwischen 2020 und 2022 einen Korridor von 2,5 bis 3,5 Prozent des Umsatzes. Die erhöhten Investitionen sollen insbesondere in die Optimierung des Produktionsnetzwerks und in die Implementierung eines einheitlichen ERP-Systems fließen. Gegenläufig soll die Net Working Capital Intensität von 18,6 Prozent am Ende des zweiten Quartals 2019 bis 2022 deutlich auf einen Wert zwischen 12,0 und 14,0 Prozent reduziert werden.

Divisionale Organisationstruktur: schrittweise Einführung ab 1. Oktober 2019
Mittlerweile hat GEA mehr als 90 Prozent aller Managementpositionen der höchsten drei Hierarchieebenen besetzt. Zum Jahresbeginn 2020 wird GEA komplett in der neuen Organisation arbeiten. Der Konzern wird dann in fünf Divisionen mit jeweils bis zu sechs Business Units geführt. Anders als zuvor wird jede dieser Einheiten sowie alle operativen Gesellschaften von Managern mit unmittelbarer Verantwortung für die jeweilige Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) geleitet. Zusätzlich werden aufgrund des hohen Synergiepotenzials die Bereiche Einkauf und Produktion als übergreifende Funktionen geführt.

Optimierung von Einkauf und Produktion mit neuem Chief Operating Officer
Wie angekündigt schafft GEA für die Bereiche Einkauf, Produktion und Logistik ein neues Vorstandsressort. Der neue Chief Operating Officer (COO), der für diesen Bereich künftig verantwortlich zeichnet, wurde vom Aufsichtsrat diese Woche bestellt und wird zeitnah kommuniziert.

Dazu Stefan Klebert: "Unser Einkaufsvolumen ist mit rund 2,8 Milliarden Euro mehr als halb so groß wie unser Umsatz. Deshalb werden wir unsere Einkaufsaktivitäten in einer Organisation bündeln und konsequenter managen. Unsere Produktion ist stark auf Westeuropa ausgerichtet. Hier sehen wir ebenfalls Einsparpotentiale, die wir gezielt heben wollen.

GEA will im Einkauf ab dem Jahr 2022 jährlich rund 50 Mio. EUR sparen. Im Jahr 2020 sollen es bereits etwa 26 Mio. EUR sein, 2021 dann etwa 34 Mio. EUR. Um das zu erreichen, werden drei vormals eigenständige Einkaufsbereiche in einem Zentralbereich gebündelt. Weiterhin sollen die Einkaufsprozesse standardisiert und verbessert sowie ein größerer Anteil von Zulieferungen aus Osteuropa bezogen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks sein. Heute werden 73 Prozent der Produktionsstunden in Hochkostenländern erbracht. Dieser Wert soll bis zum Jahr 2025 schrittweise auf etwa 63 Prozent reduziert werden. Bis zum Jahr 2023 ist bereits eine Reduktion auf 67 Prozent geplant. Dadurch werden jährliche Einsparungen von rund 30 Mio. EUR ab 2023 und anschließend zusätzlich bis 2025 mehr als 15 Mio. EUR pro Jahr erwartet. Teile der Produktionskapazitäten sollen von West- nach Osteuropa verlagert werden. In bestehenden Produktionsstätten in der Region Asien-Pazifik soll die Produktion gebündelt werden, um die Auslastung zu verbessern. Parallel dazu sollen weltweit Produktionsstätten zu sogenannten Multifunktionsstandorten ausgebaut werden, an denen - je nach Nachfrage - unterschiedliche Produkte gefertigt werden können. Dieses Maßnahmenbündel dient nicht nur der Kostensenkung, sondern auch der besseren Auslastung und Flexibilität der Produktion.

Veräußerung von Teilen von Farm Technologies und Refrigeration Technologies beabsichtigt
Weiterhin strebt GEA den Verkauf ausgewählter Aktivitäten der Divisionen Farm Technologies und Refrigeration Technologies an. Die betroffenen Geschäfte erzielen vergleichsweise geringe Margen. Zusammen kommen die Bereiche aktuell auf einen Jahresumsatz von knapp 200 Mio. EUR. Die Anzahl der Vollzeitkräfte in diesen Bereichen beläuft sich auf etwa 700 Mitarbeiter.

Erweiterte Restrukturierungsmaßnahmen: Umsetzung bis Ende 2020
Die im Mai 2019 vorgestellten Sofortmaßnahmen in der Business Area Solutions, die eine Reduktion der Vollzeitkräfte um rund 220 Mitarbeiter umfassen, sind weitestgehend umgesetzt und voll im Plan. Bis Jahresende führt diese Maßnahme bei Restrukturierungsaufwendungen von rund 30 Mio. EUR zu nachhaltigen Kosteneinsparungen von rund 14 Mio. EUR.

Darüber hinaus wird es bis Ende 2020 einen weiteren Stellenabbau im Gesamtkonzern geben. Die Anzahl der Mitarbeiter einschließlich der genannten Stellen bei der Business Area Solutions wird weltweit um insgesamt 800 Vollzeitstellen reduziert werden. Ziel ist es, den in den vergangenen Geschäftsjahren rückläufigen Umsatz pro Mitarbeiter und damit die Effizienz des Konzerns wieder dauerhaft zu verbessern. Durch diese Maßnahme rechnet GEA mit zusätzlichen, jährlichen Einsparungen zwischen 35 und 45 Mio. EUR. Voraussichtlich fallen in diesem Zusammenhang Restrukturierungskosten zwischen 50 und 60 Mio. EUR an.

Globales ERP-Programm
Des Weiteren vereinheitlicht GEA konzernweit die ERP-Systeme. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren, Synergien zu schaffen und mehr Transparenz für das Reporting und die Steuerung aller Geschäftseinheiten herzustellen. Das globale ERP-System wird phasenweise bis Ende 2025 eingeführt. Ein neues, erfahrenes IT-Topmanagement verantwortet diese Maßnahmen.

Solide Finanzen, stabile Dividende, Festhalten an Investment-Grade-Rating
GEA verfügt über eine gesunde Finanzstruktur. Hierzu trägt auch die starke Bilanz mit adäquatem Eigenkapitalanteil bei.

"Unser Augenmerk liegt trotz der Reorganisation und den Maßnahmen zur Ergebnissteigerung des Konzerns klar auf einer stabilen Dividende für unsere Anteilseigner, auch wenn unsere Ausschüttungsquote damit erneut relativ hoch sein wird. Langfristig streben wir unverändert an, 40 bis 50 Prozent des Konzerngewinns an unsere Aktionäre auszuschütten. Weiterhin ist es unser Ziel, das Investment-Grade-Rating zu halten", erläutert Marcus A. Ketter, Finanzvorstand der GEA Group Aktiengesellschaft.

Ausblick auf die Geschäftsentwicklung 2019 bestätigt
Die bisherige Geschäftsentwicklung sowie die Erwartungen für das verbleibende Jahr nimmt GEA zum Anlass, um den Ausblick auf die Geschäftsentwicklung für das laufende Geschäftsjahr erneut zu bestätigen: Der Vorstand erwartet 2019 dementsprechend unverändert einen moderat unter Vorjahresniveau liegenden Umsatz, ein EBITDA vor Restrukturierungsaufwand zwischen 450 und 490 Mio. EUR und einen ROCE zwischen 8,5 und 10,5 Prozent.

Quelle: GEA

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