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05.08.2019

GF Piping Systems steigert starke Vorjahresperformance – sofortige Massnahmen gegen Einbruch des Automarktes

Das wirtschaftliche Umfeld im ersten Halbjahr 2019 wurde durch geopolitische Unsicherheiten wie dem Handelsstreit zwischen den USA und China, der Situation im Mittleren Osten sowie dem anstehenden Brexit in Europa negativ beeinflusst.

Der Umsatz von GF sank im ersten Halbjahr 2019 organisch um 5,5 Prozent. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr auf CHF 1’915 Mio. (–20 Prozent) basiert im Wesentlichen auf der Devestition Ende 2018 von zwei Eisengiessereien in Deutschland mit einem Umsatz von rund CHF 350 Mio. Das operative Ergebnis verringerte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 26,4 Prozent auf CHF 153 Mio., was einer EBIT-Marge von 8,0 Prozent entspricht (Vorjahr: 8,7 Prozent) bzw. 7,3 Prozent unter Berücksichtigung von Einmaleffekten von CHF 14 Mio. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) erreichte 13,8 Prozent gegenüber 21,2 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Das Konzernergebnis nach Minderheitsanteilen und Sondereffekten belief sich auf CHF 101 Mio. gegenüber CHF 150 Mio. im ersten Semester 2018.

Der freie Cashflow vor Akquisitionen lag im ersten Halbjahr bei CHF –58 Mio. gegenüber CHF –55 Mio. in der Vorjahresperiode. Für das Gesamtjahr erwartet GF einen freien Cashflow vor Akquisitionen in der anvisierten Bandbreite von CHF 150 Mio. bis 200 Mio.

GF Piping Systems steigerte ihre Profitabilität trotz anspruchsvolleren Rahmenbedingungen erneut. Die meisten Produktionswerke waren im ersten Halbjahr 2019 gut ausgelastet. Zum Ergebnis trug auch die laufende Fokussierung auf höherwertigere Produkte und Lösungen bei. Die Division profitiert weiterhin vom globalen Trend zu nachhaltigen und sicheren Lösungen für den Transport von Flüssigkeiten, insbesondere auch Trinkwasser.

Der starke Umsatz des ersten Halbjahres 2018 konnte – korrigiert um Währungseffekte – gehalten werden und belief sich auf CHF 921 Mio. Das operative Ergebnis von CHF 117 Mio. übertraf dasjenige des Vorjahres. Die Division konnte die EBIT-Marge gegenüber der Vorjahresperiode um 60 Basispunkte auf 12,7 Prozent steigern. Die gute Dynamik hielt vor allem in den US- und europäischen Märkten an. Gedämpft zeigte sich die Stimmung bei den chinesischen Kunden angesichts der aktuellen Handelsspannungen mit den USA.

Das Geschäft von GF Casting Solutions war im ersten Halbjahr 2019 belastet von stark rückläufigen Produktionszahlen der westeuropäischen und chinesischen Automobilindustrie sowie von Verschiebungen innerhalb der Sortimente bei wichtigen Kunden. Aufgrund der bedeutenden Devestition zweier grosser Eisengiessereien in Deutschland Ende 2018 reduzierte sich der Umsatz um 43,6 Prozent (organisch –11,1 Prozent) auf CHF 521 Mio. Die organische Umsatzentwicklung entspricht somit dem Rückgang der Hauptmärkte China und Westeuropa, welcher zu einer Reduktion der Kapazitätsauslastung in mehreren Produktionsstätten geführt hat.

Das Betriebsergebnis vor Einmaleffekten sank von CHF 60 Mio. auf CHF 20 Mio., was einer EBIT-Marge vor Einmaleffekten von 3,9 Prozent entspricht (1,2 Prozent nach Einmaleffekten).

Das neue Leichtmetall-Druckgusswerk in Mills River (USA) hat seinen operativen Betrieb aufgenommen. Der Anlauf neuer Aufträge belastete das Halbjahresergebnis mit CHF 8 Mio. Die grosse Anzahl neuer Aufträge erforderte bereits die Erweiterung des Standorts.

GF ergreift umgehend Massnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu sichern. In den kommenden Monaten sollen rund 300 Arbeitsplätze vom Standort Werdohl (Deutschland) nach Rumänien und Österreich verlagert werden. Die Leichtmetallgiesserei litt in den vergangenen Monaten unter den sich verändernden Marktbedingungen und Produktsortiment-Verschiebungen auf Kundenseite. Für die betroffenen Mitarbeitenden in Werdohl wird zusammen mit der Arbeitnehmervertretung nach sozialverträglichen Lösungen gesucht.

Strategiekonform plant GF nach dem Verkauf der Werke in Singen und Mettmann (Deutschland) auch die Devestition der Eisengiesserei in Herzogenburg (Österreich). Es ist vorgesehen, die Transaktion im zweiten Halbjahr 2019 abzuschliessen. Nicht betroffen von dieser geplanten Massnahme ist die Leichtmetallgiesserei am gleichen Standort. Mit dieser Devestition wird der im Dezember 2018 begonnene strategische Rückzug aus dem Eisenguss im Automobilbereich in Europa abgeschlossen.

Diese strukturellen Anpassungen inklusive der geplanten Devestition der Eisengiesserei Herzogenburg werden die Konzernergebnisse 2019 und 2020 mit geplanten Einmalkosten im Umfang von ca. CHF 65 Mio. belasten. Davon fallen CHF 14 Mio. im ersten Halbjahr 2019 an, ca. CHF 34 Mio. im zweiten Halbjahr und weitere CHF 17 Mio. im Jahr 2020.

Bei GF Machining Solutions lag das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-bill-Ratio) mit 1,1 auf einem guten Niveau, nicht zuletzt dank der starken Präsenz im Luftfahrtgeschäft. In diesem ersten Semester konnte die Division verschiedene Grossaufträge von renommierten Triebwerkspezialisten verbuchen.

Aufgrund der Handelsspannungen mit den USA war das Geschäft in China stark rückläufig. Der Umsatz der Division sank von CHF 525 Mio. auf CHF 474 Mio., was einem Rückgang von 9 Prozent organisch entspricht. Das Betriebsergebnis reduzierte sich von CHF 42 Mio. auf CHF 24 Mio., womit eine EBIT-Marge von 5,1 Prozent (Vorjahr 8,0 Prozent) erreicht wurde.

Erfreulich entwickelte sich das Geschäft der neuen, innovativen Lösungen, wie beispielsweise Micro-Laser-Milling. Die Innovationen und neuen Partnerschaften tragen zunehmend zum Umsatz der Division bei. Der Auftragseingang für neue Technologien (Lasertexturierung, Laser-Milling, 3D-Druck) wuchs im ersten Halbjahr um über 70 Prozent.

Das neue Innovations- und Produktionszentrum für Fräsmaschinen in Biel (Schweiz) wird aktuell in Betrieb genommen und Mitte September eröffnet. Die Konzentration der Fräsmaschinen-Aktivitäten an einem Standort schafft die Voraussetzungen für Synergien und für eine Steigerung des Innovationstempos.

Konsequente Umsetzung der Strategie 2020
GF beschleunigt die Umsetzung der Strategie 2020. Schwerpunkte bilden auch in den kommenden Monaten die konsequente Fokussierung auf höherwertigere Geschäftsfelder und auf die schnelle Umsetzung der getroffenen Massnahmen bei GF Casting Solutions. Zum ersten Mal erhöhte sich der Umsatzanteil der Regionen ausserhalb Europas auf über 50 Prozent, und GF Piping Systems verzeichnete einen Anteil von annähernd 50 Prozent des GF Konzernumsatzes.

Bei GF Casting Solutions liegt der Schwerpunkt auf Leichtmetall-Gussteilen und einer stärkeren Ausrichtung auf Aktivitäten ausserhalb des Automobilgeschäfts, insbesondere in den Bereichen Luftfahrt und Energie. Die Anpassung der geographischen Präsenz in Richtung Osteuropa, Asien und Amerika entspricht den Bedürfnissen der Kunden.

GF Machining Solutions steigert laufend ihren Umsatz im wachsenden Luftfahrtsektor. An der bevorstehenden EMO in Hannover (Deutschland), der weltgrössten Fachmesse für Werkzeugmaschinen, wird die Division unter anderem ihr neues Angebot im Bereich digitale Services vorstellen.

Neue Führungscrew seit April im Amt
Anlässlich der Generalversammlung vom 17. April 2019 haben Andreas Müller und Mads Joergensen die Funktionen als CEO und CFO von GF übernommen. Diese internen Nachfolgelösungen stellen die konsequente Fortführung der Strategie 2020 und die erfolgreiche, dynamische Weiterentwicklung des Unternehmens sicher.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2019
Die Handelsspannungen sowie die deutliche Abschwächung des Automobilmarktes dürften die Nachfrage in verschiedenen Industrien weltweit, vor allem in China, weiterhin beeinflussen. Die Verlagerung der Portfolios aller drei Divisionen in weniger zyklische Geschäftsfelder sowie der höhere Anteil von GF Piping Systems im GF Portfolio werden weiter dazu beitragen, die Effekte des Abschwungs zu minimieren.

Die konsequente Fokussierung von GF Casting Solutions in Kombination mit den nun getroffenen Massnahmen führen 2019 und 2020 zu Einmalkosten, werden danach aber zu einer deutlichen Verbesserung der operativen Leistung beitragen. GF Machining Solutions weist einen guten Auftragsbestand aus, was zu einem stärkeren zweiten Halbjahr führen sollte.

Es bestehen deshalb gute Chancen, im zweiten Halbjahr 2019 sowohl bezüglich Umsatz als auch Profitabilität ein besseres Ergebnis erzielen zu können. Sofern keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten, erwartet GF für das Gesamtjahr 2019 vor Einmaleffekten eine EBIT-Marge im Bereich von 8 Prozent und einen ROIC zwischen 14 Prozent und 18 Prozent. Für 2020 visiert GF weiterhin die 2018 nach oben revidierten strategischen Ziele von 9–10 Prozent ROS und 20–24 Prozent ROIC an.

Quelle: Georg Fischer

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