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18.07.2019

90 Jahre Pleuger: Von Nassläufern in der U-Bahn und Unterwassermotoren in der Wüste

V.l.n.r.: Florian Schmidt, Geschäftsführer Hermann Sieg GmbH, Andreas Heinrich, Director Supply Chain & Project Management Pleuger Industries GmbH, und Frank-Ulrich Szittke, General Manager Operations Pleuger Industries GmbH. (Foto: Pleuger Industries)

Pleuger Industries wird 90. Die jüngste Neuaufstellung als konzernunabhängiges Maschinenbauunternehmen und seine fortschreitende Expansion bieten der langjährigen Belegschaft Pleugers reichlich Grund zur Freude: Ende Juni feierte die Pleuger-Familie mit ihrem neuen Private-Equity-Partner eine Erfolgsgeschichte, die im Berlin der Goldenen Zwanziger ihren Anfang nahm und gegenwärtig am Firmensitz in Hamburg-Wandsbek fortgeschrieben wird.

Bis heute fertigt Pleuger Industries seine Unterwassermotorpumpen, Kolbenpumpen und Thruster in Deutschland. Die hiesige Produktionstiefe des Unternehmens ist einzigartig und beweist, dass das Label „Made in Germany“ weltweiten Qualitätsstatus genießt.

Was haben Tesafilm, Hansaplast und Pleuger gemein? Über Jahrzehnte entwickelten sich die Hamburger Marken zu generischen Begriffen, die als Synonym für ganze Produktkategorien gesehen werden. Ist von der Pleuger-Pumpe die Rede, sind im heutigen Sinne wassergefüllte Motoren mit mehrstufigen Pumpen gemeint, die unter anderem als Tiefbrunnen-, Kavernen-, und Schöpfwerkspumpen eingesetzt werden. Renommierte Kunden der Bergbaubranche wie die chilenische Collahuasi Kupfermine in der Atacama Wüste setzen auf das Original aus Hamburg. Sei es zur Förderung industriellen Prozesswassers, zur Feststofftrennung oder zur Entwässerung von Tagebauminen – Pleuger Pumpen gelten als ausfallsichere Maschinen mit geringem Wartungsaufwand. So setzt die Kommunalverwaltung der französischen Metropole Montpellier bei der Trinkwasserversorgung von 400.000 Bürgern auf speziell entwickelte Tiefbrunnenpumpen des Hamburger Pumpenbauers. Die prominenteste aller Pleuger-Pumpen ist in Hamburgs Wahrzeichen, der Alsterfontäne, verbaut. Mit einer Förderleistung von 216.000 Liter pro Stunde pumpt Pleugers 8-Zoll Unterwasser-Motorpumpe seit 1983 Alsterwasser in eine Höhe von über 60 Metern. Ihre verbesserte Energieeffizienz verhilft seit mehr als zwei Jahrzehnten zu einem gleichsam ökonomischen wie ökologischen Betrieb.

Das Patent, auf dem Pleugers moderne Submersible Pump Units noch heute beruhen, geht auf das Jahr 1929 zurück. Friedrich Wilhelm Pleuger, ein Ingenieur aus Bonn am Rhein, entwickelte den sogenannten „Nassläufer“-Motor. Dieser war eine bahnbrechende Alternative zu den bis dahin gebräuchlichen Bohrlochwellenpumpen und Kolbenpumpen. Der wassergefüllte Motor bot erstmals die Möglichkeit, Wasser aus großen Tiefen und besonders engen Brunnen zu fördern. Wichtigstes Novum war eine flüssigkeitsfeste, nasse Isolierung der Statorwicklung, die eine vertikale Ankuppelung des Motors im Ansaugbereich unterhalb der Pumpe ermöglichte. Das Patent auf die sogenannte Nassläuferpumpe stellte die Basis für den späteren Erfolg von Pleuger dar. Erstmals beim Bau der Berliner U-Bahn in den prosperierenden Zwanzigerjahren eingesetzt, verhalf die Unterwassermotorpumpe dem Hamburger Unternehmen bis Ende der 1970er Jahre zum weltweiten Erfolg. Seitdem werden Pumpen aus Wandsbek zur kommunalen Wasserversorgung, im Hochwasserschutz, im Bergbau, in Offshore-Windparks und auf Bohrinseln eingesetzt. Tausende Schiffe und Plattformen sind weltweit mit Pleuger-Technologien in Form von Pumpen oder Schiffsmanövrieranlagen ausgestattet.

Zuletzt war das Unternehmen Teil des amerikanischen Flowserve Konzerns, doch die Flacks Group, eine Private-Equity-Gesellschaft, kaufte Pleuger 2018 aus dem US-amerikanischen Mutterkonzern heraus. Das Management führt das deutsche Traditionsunternehmen seitdem vom attraktiven Firmensitz im Herzen des Hamburger Stadtteils Wandsbek aus. Dort werden auch heute noch Pumpen und Pumpenmotoren von der Planungsskizze bis zur letzten Schraube gefertigt. Eine derartige Produktionstiefe ist für die Hansestadt untypisch und Unterwasser-Motorpumpen „Made in Germany“ sind ungebrochen begehrt. Aufgrund der hohen Nachfrage ihrer Produkte auf dem amerikanischen Markt, plant Pleuger Industries in Kürze eine Niederlassung in den USA zu gründen. Zu verdanken hat Pleuger diesen Erfolg seinen Mitarbeitern, die mit ihrer Unternehmenstreue das Know-how in der Firma halten.

Bild: V.l.n.r.: Florian Schmidt, Geschäftsführer Hermann Sieg GmbH, Andreas Heinrich, Director Supply Chain & Project Management Pleuger Industries GmbH, und Frank-Ulrich Szittke, General Manager Operations Pleuger Industries GmbH. (Foto: Pleuger Industries)

Quelle: Pleuger Industries

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