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10.07.2019

UNICEF und WHO: Jeder dritte Mensch auf der Welt hat kein sicheres Trinkwasser

UNICEF/UN0312340/Bongyereirwe

Jeder dritte Mensch auf der Welt – 2,2 Milliarden – hat laut einem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO kein sicheres* Trinkwasser zur Verfügung. Davon haben 785 Millionen Menschen nicht einmal eine Basis-Versorgung*. Mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit (4,2 Milliarden) hat außerdem keine sichere Sanitärversorgung*, und drei Milliarden Menschen haben keine Möglichkeit, sich zu Hause die Hände mit Seife zu waschen.

Der gemeinsame UNICEF-WHO-Report „Progress on drinking water, sanitation and hygiene: 2000-2017: Special focus on inequalities“ stellt heraus, dass zwar große Fortschritte beim Zugang zur Versorgung mit Wasser, Toiletten und Hygiene erreicht wurden. Dieser ist aber ungleich verteilt und es gibt große Lücken bei der Qualität der Versorgung.

„Wenn das Wasser nicht sauber ist, wenn es nicht sicher ist, es zu trinken oder es zu weit weg ist, oder wenn eine Toilette nicht richtig funktioniert oder nur eingeschränkt zur Verfügung steht, dann tun wir noch nicht genug für alle Kinder weltweit“, sagte Kelly Ann Naylor, UNICEF-Expertin für Wasser, Sanitär und Hygiene. „Kinder und ihre Familien in armen und ländlichen Gemeinden haben das größte Risiko, abgehängt zu werden. Regierungen müssen in ihre Gemeinden investieren, damit wir diese ökonomische und geographische Kluft überwinden und dieses grundlegende Menschenrecht erfüllen.“

Globale Trends für Trinkwasser
Nach den neuen Schätzungen von UNICEF und WHO haben zwischen 2000 und 2017 insgesamt 1,8 Milliarden Menschen zusätzlich Zugang zu einer Trinkwasser-Grundversorgung erhalten. Aber nach wie vor ist jeder Zehnte (785 Millionen) davon ausgeschlossen; darunter 144 Millionen Menschen, die keine Wahl haben als ungereinigtes Oberflächenwasser zu trinken. Besonders betroffen sind Menschen im ländlichen Raum und die ärmsten Familien.

Globale Trends bei der Sanitärversorgung
Dem Report zufolge haben seit dem Jahr 2000 weltweit 2,1 Milliarden Menschen zusätzlich Zugang zu einer Grundversorgung mit sanitären Einrichtungen erhalten, aber in vielen Teilen der Erde werden die Ausscheidungen nicht sicher entsorgt. Rund zwei Milliarden Menschen haben keine als „sicher“ eingestufte hygienische Toilette oder Latrine zur Verfügung – sieben von zehn der betroffenen Menschen leben auf dem Land, ein Drittel in einem der am wenigsten entwickelten Länder.

Viele Menschen verrichten auch immer noch ihre Notdurft im Freien. Bei dem Ziel, diese Praxis zu beenden, gibt es sowohl Fortschritte als auch Rückschritte: So ging der Anteil der Bevölkerung, die öffentliche Defäkation praktizieren, seit 2000 von 21 Prozent auf neun Prozent zurück. In 91 Ländern gibt es Fortschritte. Aber schätzungsweise 673 Millionen Menschen erleichtern sich nach wie vor im Freien, und in 39 Ländern mehrheitlich im südlichen Afrika mit einem hohen Bevölkerungswachstum ist die Zahl sogar gestiegen.

Globale Trends für Hygiene
Drei Milliarden Menschen hatten 2017 keine einfache Waschgelegenheit mit Wasser und Seife zu Hause. In den am wenigsten entwickelten Ländern hatten fast drei Viertel der Bevölkerung keine Möglichkeit zum Händewaschen. Jedes Jahr sterben 297.000 Kinder unter fünf Jahren in der Folge von Durchfallerkrankungen, die durch mangelnde Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung verursacht werden. Unzureichende Sanitärversorgung und verschmutztes Trinkwasser tragen außerdem zur Übertragung von Krankheiten wie Cholera, Dysenterie (Ruhr), Hepatitis A und Typhus bei.

Gemeinsames Monitoring-Programm von UNICEF und WHO
Das gemeinsame Monitoring-Programm von UNICEF und WHO für Wasser, Sanitär und Hygiene überwacht im Auftrag der Vereinten Nationen die Fortschritte auf Länder-, Regions- und globaler Ebene. Dabei werden insbesondere die Fortschritte mit Blick auf die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) untersucht.


* Definitionen:
Sicheres Trinkwasser und sichere Sanitärversorgung (Safely managed drinking water and sanitation services): Trinkwasser auf dem Grundstück, frei von Kontaminierung und bei Bedarf jederzeit verfügbar; hygienische Toiletten, von denen das Abwasser sicher behandelt und entsorgt wird.

Grundversorgung (basic services): Eine geschützte Trinkwasserquelle innerhalb eines Radius von 30 Minuten für den Hin- und Rückweg; eine gute Toilette oder Latrine, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden muss; eine Waschgelegenheit zum Händewaschen mit Seife zu Hause.

Bild: UNICEF/UN0312340/Bongyereirwe

Quelle: UNICEF

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