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27.06.2019

Lewa gewinnt Großausschreibung von europäischem Forschungszentrum CERN

Um präzise Messungen zu erzielen, kommen verschiedene Detektoren in unmittelbarer Nähe zum Interaktionspunkt aller Experimente zum Einsatz. (Foto: CERN)

Die Lewa Nikkiso Switzerland hat sich bei einer Großausschreibung der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt und einen Auftrag im Wert von über 5,5 Mio. Schweizer Franken erhalten. Der im September 2018 unterzeichnete Vertrag umfasst die Lieferung von 33 LDG-Triebwerken mit Remote-Pumpenköpfen in Ein-, Zwei- und Dreifachausführung.

Diese sollen zur Kühlung von verschiedenen Detektoren durch flüssiges CO2 im Rahmen des ATLAS- sowie des CMS-Experiments eingesetzt werden. Zudem ist das Tochterunternehmen des deutschen Pumpenherstellers LEWA GmbH über eine Dauer von bis zu 13 Jahren für alle anfallenden Serviceleistungen bezüglich der im Vertrag erwähnten Anlagen verantwortlich.

Das A Toroidal LHC ApparatuS (ATLAS)-Experiment und das Compact Muon Solenoid (CMS)-Experiment sind zwei von vier Projekten, die derzeit am Large Hadron Collider, dem weltgrößten Teilchenbeschleuniger, bei Genf installiert sind. Um präzise Messungen zu erzielen, kommen verschiedene Detektoren in unmittelbarer Nähe zum Interaktionspunkt aller Experimente zum Einsatz. „Für die Kühlung des Detektorkreislaufs wird hierbei flüssiges CO2 verwendet, da der Stoff auch bei sehr niedrigen Temperaturen noch dünnflüssig ist“, erklärt Wieland Wolff, Product Manager bei Lewa Nikkiso Switzerland. Die eingesetzten Membranpumpen müssen daher laut Vorgaben des CERN für Einsätze bei Temperaturen bis -55 °C geeignet und für ein Jahr Dauerbetrieb ausgelegt sein. „Dank der widerstandsfähigen Ausführung unseres Remote-Pumpenkopfes konnten wir diese Anforderungen erfüllen. Durch die Füllung der Membranzwischenräume mit Ethanol ließ sich zudem für den unwahrscheinlichen Fall eines Membranrisses eine Kontamination des Kühlkreislaufs durch Öl ausschließen. Gleichzeitig erlaubt es die modulare Bauweise der Pumpen sowie die Flexibilität in der Entwicklungsphase, auf individuelle Wünsche und Vorgaben des Kunden einzugehen und Sonderlösungen zu fertigen“, berichtet Wolff. „Nach dem Eingang des Qualification Questionaire und der Einladung zur Ausschreibung erreichte uns am 26.09.2018 schließlich die verbindliche Zusage vom Financial Committee des CERN.“

Das Projekt ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen CERN und Lewa Nikkiso Switzerland. Bereits 2005 erhielt die Forschungseinrichtung über das niederländische Institut NIKHEF eine Ecoflow LDC-M9-Pumpe von Lewa; im Anschluss lieferte die Schweizer Tochter im Rahmen unterschiedlichster Projekte weitere Pumpenanlagen mit Remote-Pumpenkopfausführung in verschiedenen Größen an CERN. „Die Erfüllung aller Anforderungen sowie unsere Expertise haben dazu beigetragen, den Zuschlag für dieses Projekt zu erhalten“, betont Pietro Pettoruto, Managing Director der Lewa Nikkiso Switzerland AG. Die ersten Testanlagen wurden im Mai 2019 in Betrieb genommen.

Bild: Um präzise Messungen zu erzielen, kommen verschiedene Detektoren in unmittelbarer Nähe zum Interaktionspunkt aller Experimente zum Einsatz. (Foto: CERN)

Quelle: Lewa

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