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11.02.2019

Kombination aus Zerkleinerer und Drehkolbenumpe von Netzsch ermöglicht effiziente Kollagengewinnung

Fischhaut wird meist als minderwertiges Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie angesehen, dabei lassen sich daraus wertvolle Proteine gewinnen. (Foto: Netzsch)

Fisch zählt nicht nur zu den Grundnahrungsmitteln in allen Küstenregionen der Welt, aufgrund seiner hochwertigen Bestandteile – von Omega-3-Fettsäuren bis Jod – wird er auch andernorts als wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung immer mehr verzehrt. Die Reste werden dagegen meist entsorgt oder zu billigem Tierfutter verarbeitet, dabei enthalten zum Beispiel die Häute wertvolle Proteine.

Die Vinh Hoan Corp., einer der größten Pangasius-Exporteure Vietnams, hat daher im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens neben der Filet-Produktion eine eigene Herstellungslinie für Kollagenpulver aufgebaut. Netzsch Pumpen & Systeme lieferte hierfür eine Kombination aus leistungsstarkem Doppelwellenzerkleinerer und hygienischer Ganzmetall-Drehkolbenpumpe.

Die Vinh Hoan Corp. mit Sitz im Mekong-Delta ist weltweit einer der Hauptanbieter des dort heimischen Pangasius und versorgt Kunden in rund 40 Ländern. Ein Hauptprodukt ist ein Kollagenpulver mit dem Markennamen Amigen.

Gewonnen wird das Pulver per enzymatischer Hydrolyse aus den Pangasius-Häuten, die bei der Herstellung der Filets für den Weltmarkt anfallen. Um die je nach Alter des Fisches rund 18 cm langen Häute, die zudem elastisch und durch das feuchte Milieu äußerst glitschig sind, zur Verarbeitung transportieren zu können, benötigte der Betrieb eine geeignete Pumpentechnik. Netzsch richtete dazu 2015 eine hygienische Lösung mit geschlossenen Leitungen und einer Pumpe ein, die eine Kontamination des Rohstoffs verhindert und gleichzeitig die Sauberkeit in der Produktionsumgebung gewährleistet.

Robuster Zerkleinerer bewältigt auch harte Störstoffe
Problematisch bei der Anwendung war, dass die Fischhäute im Verhältnis 80:20 mit heißem Wasser gemischt werden und mit rund 2 bar Druck zur Zerkleinerung gelangen, wodurch sie sehr schnell sind und die Gefahr bestand, dass unbehandelte Teile durchrutschen könnten. Zum Einsatz kam daher ein Doppelwellenzerkleinerer, dessen Geschwindigkeit sich an den Durchfluss der schwierigen Mediumsmischung anpassen lässt, um ein ideales und konsistentes Schnittergebnis zu erreichen.

Hohe Förderleistung, einfache Wartung
Die zerteilten Hautstücke fließen aus dem Zerkleinerer direkt in eine T.Proc®-Drehkolbenpumpe, die die weitere Förderung übernimmt. Die Pumpe, die zur Tornado® T2-Serie von Netzsch gehört, empfiehlt sich insbesondere für das sehr stückige Fördergut durch ihren großen freien Kugeldurchgang. Selbst mit gröberen Hautstücken, die wegen ihrer glitschigen Konsistenz doch durch den Zerkleinerer gerutscht sind, kann die Pumpe problemlos ohne Verstopfungsgefahr umgehen: Statt eines komplexen gewendelten, mehrflügligen Drehkolbens, der anfälliger für Defekte und schwerer zu reinigen oder zu warten ist, drehen sich hier zwei glatte, zweiflüglige Kolben gegenläufig und befördern das Material kontinuierlich von der Saug- zur Druckseite. Diese Bauweise lässt dem Reststoffbeladenen Medium viel Raum und ermöglicht es gleichzeitig, bei Bedarf die Drehkolben einzeln und ohne großen Aufwand auszubauen.

Platzsparender Riementrieb für hohe Betriebssicherheit
Für etwaige Wartungsarbeiten lässt sich die Front der Pumpe unkompliziert abnehmen, was Zugriff auf den gesamten Innenraum ermöglicht. Ebenso leicht lässt sich auch die rückseitige Abdeckung entfernen, um zum Antrieb zu gelangen. Die Pumpe arbeitet hier – wie alle Tornado T2-Pumpen – mit einem doppelt gezahnten Riementrieb, der zum einen das Drehmoment vom Motor auf die Wellen überträgt und zum anderen die Rotation der Wellen samt Kolben synchronisiert.

Für eine einfache Reinigung und Sterilisation sowie zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit wurde bei Vinh Hoan eine Ganzmetall-Version der Drehkolbenpumpe verbaut.

Bild: Fischhaut wird meist als minderwertiges Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie angesehen, dabei lassen sich daraus wertvolle Proteine gewinnen. (Foto: Netzsch)

Quelle: Netzsch

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