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31.05.2018

Wegbereiter der Kleinwasserkrafttechnik: Kössler feiert seinen 90. Geburtstag

Seit seiner Gründung im Jahr 1928 hat sich Kössler zu einem der weltweit führenden Hersteller für Kleinwasserkrafttechnik entwickelt. Im Rahmen einer Jubiläumsfeier am 17. und 18. Mai 2018 gab das Voith-Tochterunternehmen aus Österreich Einblicke in seine Geschichte, stellte aktuelle innovative Lösungen vor und zeigte, welche Perspektiven Energiegewinnung aus Kleinwasserkraft besitzt.

Zahlreiche Gäste konnten an den beiden Tagen erleben, weshalb das 1928 von Alois Kössler gegründete Unternehmen heute mit an der Weltspitze im Bereich Kleinwasserkrafttechnik steht.

Innovation und Expansion unter Erich Kössler
Maßgeblichen Anteil an der heutigen Position des Unternehmens hat der Sohn des Firmengründers Erich Kössler, Geschäftsführer von 1970 bis 1985. Unter seiner Führung begann Kössler, Märkte außerhalb der sogenannten DACH-Region zu erschließen. Infolgedessen stieg Exportquote in den späten 1980er-Jahren auf über 80 Prozent. Einen weiteren Aufschwung erlebte das Unternehmen nach dem Bekenntnis der europäischen Staaten zu den in Kyoto beschlossenen Klimaschutzzielen im Jahr 1997. Zahlreiche Regierungen setzten bei der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien, wovon Kössler profitierte. Die steigende Nachfrage gab den Kleinwasserkraftspezialisten die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Technologien. Beispielsweise ist der Einsatz von Kaplan-Rohrturbinen mit innenliegenden Generatoren im Small Hydro Segment eine Innovation von Kössler. Auch der StreamDiver, den Kössler gemeinsam mit seinem Mutterkonzern Voith Hydro entwickelt hat, reiht sich in die Reihe der Innovationen aus St. Georgen ein.

Präsentation verschiedener Leuchtturmprojekte
Mit der Vorstellung herausragender Projekte der vergangenen Jahre veranschaulichte Kössler an beiden Tagen der Jubiläumsfeier, weshalb das Unternehmen mit seinen Lösungen heute eine Vorreiterrolle im Bereich Kleinwasserkraft einnimmt. Vorgestellt wurden unter anderem die 14 Kleinwasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 18,5 Megawatt, die das Unternehmen in Schottland für seinen Kunden Green Highland Renewables in den vergangenen Jahren gebaut hat. Ein weiteres Highlight sind die drei Kleinwasserkraftwerke Qorlortorsuaq, Sisimitu und Ilulissat in Grönland. Sie werden als Inselnetze betrieben und ersetzen die bisher dort eingesetzten Dieselaggregate. Die Technik von Kössler trägt dazu bei, den CO2-Ausstoß in der sensiblen Umwelt Grönlands zu reduzieren. Im Laufkraftwerk Melk, das sich in unmittelbarer Nähe von St. Georgen befindet, konnten sich die Gäste zudem vor Ort vom aktuellen Stand der Technik im Bereich Kleinwasserkraft überzeugen.

Neuentwicklungen und Perspektiven
Vorträge über die Perspektiven der Energiegewinnung aus Wasserkraft, die Bedeutung der Kleinwasserkraft in den kommenden Jahren sowie über neue technologische Entwicklungen von Kössler rundeten die Redebeiträge ab. Als Keynote-Redner konnte Kössler Dr. Otto Pirker, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wasserkraft innerhalb der Eurelectric, dem europäischen Verband der Elektriziätsversorgungsunternehmen (EVU) in Brüssel, gewinnen. Seiner Ansicht nach spielt Wasserkraft auch in Zukunft eine dominierende Rolle unter den erneuerbaren Energieträgern. „Im Vergleich zu Wind und Sonne hat Wasserkraft eine unvergleichlich höhere Verfügbarkeit und kann alle Arten von Netzdienstleistungen und Flexibilitätsprodukten bereitstellen“. Sie ist somit der ideale Partner von Wind und Sonne im Energiesystem, so Pirker.“

Technologisches Kompetenzzentrum für Kleinwasserkraft
Seit 2007 ist Kössler Teil des Voith Konzerns – eine Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren „Vor allem im Bereich der technologischen Entwicklung ergeben sich immer wieder Synergien“, sagt Robert Schuhmayer, seit April 2018 CEO von Kössler, und ergänzt: „Nur wenige unserer Mitbewerber können auf dieses sehr hohe Technologielevel zurückgreifen.“ Zukünftig will Schuhmayer, der lange Jahre als CFO bei Voith gearbeitet hat, die Rolle Kösslers als technologisches Kompetenzzentrum für den Bereich Small Hydro innerhalb des Voith Konzerns weiter ausbauen. Die Basis dafür ist überaus gut. Schließlich versammelt Kössler alle Kernkompetenzen von der Turbinen- und Modellentwicklung über die Konstruktion und Fertigung bis hin zum After-Market-Service unter einem Dach – und ergänzt diese mit 90 Jahre Know-how.

Bild: Anschnitt des Geburtstagskuchens während des offiziellen Festakts. Auf dem Bild (v.l.n.r.): Josef Lampl, Global Product & Application Manager bei Voith Hydro und ehemaliger Kössler CEO; Ralf Burbaum, Head of Small Hydro bei Voith Hydro; Franz Gunacker, Vizebürgermeister der Stadt St. Pölten; Dr. Stephan Pernknopf, Landeshauptfrau-Stellvertreter von Niederösterreich; Robert Schuhmayer, CEO von Kössler und Uwe Wehnhardt, Vorsitzender der Voith Hydro Geschäftsführung und Mitglied der Konzerngeschäftsführung. (Foto: Voith)

Quelle: Voith

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