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13.06.2012

Lewa feiert 60-jähriges Jubiläum

Blick auf den Lewa-Hauptsitz in Leonberg: In wenigen Jahrzehnten entwickelte sich aus dem kleinen Familienbetrieb ein Unternehmen mit internationalem Charakter. (Foto: Lewa)

Seit nunmehr 60 Jahren setzt Lewa die technischen Maßstäbe bei Membranpumpen und Dosieranlagen für die Prozesstechnik. Dabei ist es dem Unternehmen gelungen, die Wertevorstellungen des ursprünglichen Familienbetriebs bei der Entwicklung zu einem Unternehmen mit internationalem Charakter beizubehalten.

Das zuverlässige Dosieren von Fluiden ist schon Mitte des letzten Jahrhunderts eine Aufgabe für Spezialisten. Herbert Ott, der das Unternehmen Lewa 1952 zusammen mit Rudolf Schestag gründet, hat auf diesem Gebiet bereits einen hervorragenden Ruf bei den Anwendern. Die Gründer verstehen es in den folgenden Jahren, Dosierpumpen für komplizierte Anforderungen und unterschiedliche Anwendungen zu realisieren. Das überzeugt vor allem anspruchsvolle Kunden aus der Prozessindustrie, auf die sich Lewa im Wesentlichen konzentriert.

Technische Meilensteine
Bereits 1955 ist Lewa zum ersten Mal Gast auf der Achema, der Fachmesse der Prozessindustrie. Seitdem stellt das Unternehmen alle drei Jahre sein vielfältiges Programm und die interessantesten Neuentwicklungen vor.

Wichtige technische Meilensteine sind beispielsweise das 1968 erteilte Patent auf die mehrlagige PTFE-Sandwichmembran mit Membran-Überwachung: Die Überwachung zeigt Beschädigungen einer Membranlage zuverlässig an. Aufgrund der zwei Lagen der Sandwichmembran muss der Betreiber bei einem Schaden die Membran nicht sofort auswechseln; die Pumpe bleibt dicht und die Produktion kann für begrenzte Zeit fortgeführt werden. Der Austausch erfolgt gezielt zu einem späteren Zeitpunkt – das gewährleistet eine hohe Anlagensicherheit.

1973 folgt das Patent für die M500-Baureihe – ein Membranpumpenkopf, der aufgrund der wegweisenden Membranlagensteuerung auch bei schwierigen Fluiden wie Suspensionen oder hochviskosen Flüssigkeiten eine bis dahin nicht gekannte Betriebssicherheit bietet. 2005 stellt Lewa das Condition Monitoring System (CMS) vor – und zeigt, dass man sowohl die Fluidventile als auch die komplette Funktion des Pumpenkopfes permanent überwachen kann. Das System erlaubt zudem eine vorbeugende bzw. zustandsorientierte Wartung; so lassen sich Lebenszykluskosten verringern und die Anlagenverfügbarkeit steigern.
Alle diese Entwicklungen unterstreichen den zentralen Anspruch von Lewa: Spezialist zu sein für das sichere und zugleich wirtschaftliche Handling anspruchsvoller Fluide.

Neue Eigentümer
Am 1. Oktober 2005 trennt sich die Familie Ott von den Unternehmen der Herbert Ott-Gruppe mit dem Pumpenhersteller und Systembauer Lewa sowie Handels- und Produktionsgesellschaften in 15 Ländern. Neuer Eigentümer wird im Rahmen eines Management-Buyouts eine Investorengruppe (Quadriga Capital und Deutsche Beteiligungs AG (DBAG)).

Mit der Übernahme des familiengeführten Unternehmens vollzieht die neu formierte Lewa-Gruppe eine strategische Weichenstellung. Auf Grundlage der starken technischen Basis von Lewa wird in den folgenden Jahren die Marktdurchdringung und Internationalisierung des Unternehmens durch Produktentwicklung und den Ausbau des Vertriebs weiter vorangetrieben. Unter Führung von CEO Bernd M. Stütz entwickelt sich Lewa weiter zum Lösungsanbieter.

Nach dem Erwerb der Lewa durch die japanische Nikkiso Co. Ltd. im Jahr 2009 profitieren beide Unternehmen vom jeweiligen Zugewinn an Produkttechnologie und weltweiter Marktpräsenz. Nikkiso wurde 1953 gegründet und wuchs beständig vom Pumpenimporteur zu einem weltweit agierenden Hightech-Unternehmen, das in Europa durch Medizintechnik – speziell im Bereich Dialysetechnik – bekannt wurde. Auf den asiatischen Märkten werden neben Präzisionspumpen für die chemische Industrie und Wasseraufbereitungsanlagen für Kraftwerke auch CFRP-Produkte (Verbundstoffe auf Kohlefaserbasis) für die Flugzeugindustrie hergestellt. Produktionsanlagen in Japan, den USA, China, Taiwan, Thailand und Vietnam erleichtern den Marktzugang in die wichtigsten außereuropäischen Zielregionen. Die börsennotierte Nikkiso setzt im Geschäftsjahr 2011 mit 4.820 Mitarbeitern (konsolidiert) weltweit ca. 760 Millionen Euro um.

Da es kaum Produkt- und nur wenige Zielmarktüberschneidungen der beiden Unternehmen gibt, sehen sich Nikkiso und Lewa in einer komfortablen Win-win-Situation: Innovationsaustausch, gemeinsame FuE-Nutzung sowie das Ebnen spezifischer Marktzugänge und der stetige Ausbau der Vertriebskanäle sind auch für die Bestands- und Neukunden von Vorteil.

Weiter auf Wachstumskurs
Bernd M. Stütz sieht Nikkiso als ideale Muttergesellschaft: „Die Schwerpunkte beider Gesellschaften ergänzen sich optimal. Gemeinsam mit Nikkiso werden wir einen global führenden Anbieter von Pumpensystemen formen, der seinen Kunden auch komplexe Anlagen und Systemlösungen bieten kann.“

Florian Kieninger, Corporate Development Manager: „Der Erfolg zeigt sich bereits: Nikkiso und Lewa sind weiter auf Wachstumskurs. Das erweiterte Produktportfolio hat die Position unserer Unternehmen auf dem Weltmarkt gestärkt.“

Lewa zählt heute mit über 750 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 150 Millionen Euro weltweit zu den Kompetenzführern in der Flüssigkeitsdosierung, insbesondere in kritischen Verfahren und sicherheitsrelevanten Anwendungen: In der Chemie ebenso wie in der Öl & Gas-Industrie, in der Pharma- und der Nahrungsmittel-Industrie. Mit 16 Tochtergesellschaften und einer Vielzahl autorisierter Vertretungen findet der Anwender Niederlassungen und Kooperationspartner in über 90 Ländern.

In wenigen Jahrzehnten entwickelte sich so aus dem kleinen Familienbetrieb in Leonberg ein Unternehmen mit internationalem Charakter.

Bild: Blick auf den Lewa-Hauptsitz in Leonberg: In wenigen Jahrzehnten entwickelte sich aus dem kleinen Familienbetrieb ein Unternehmen mit internationalem Charakter. (Foto: Lewa)

Quelle: Lewa

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