SHK-Handwerkertage 2013 in Köln – Energiewende geht nicht ohne das Handwerk

08.10.2013

Mehr als 650 Teilnehmer aus ganz Deutschland folgten der Einladung der Veranstalter der „SHK-Handwerkertage 2013“ am 27. und 28. September ins Maritim Hotel. Damit war die siebte Auflage der vom Dortmunder Pumpenspezialisten WILO initiierten und geleiteten Vortragsveranstaltung genauso erfolgreich wie in den Jahren zuvor.

SHK-Handwerkertage 2013 in Köln – Energiewende geht nicht ohne das Handwerk

„Den fachlichen Austausch nach vorne bringen, diese Intention unterstützt der Fachverband und sieht daher die SHK-Handwerkertage sehr positiv“, so Landesinnungsmeister SHK NRW Hering. (Foto: Wilo)

Die „SHK-Handwerkertage“ sind ein idealer Platz zur Interaktion zwischen Handwerk und Industrie und zugleich eines der größten je von der deutschen SHK-Industrie organisierten derartigen Branchenevents. Die Teilnehmer erlebten in der Domstadt einen intensiven Erfahrungsaustausch mit Branchenkollegen und Herstellern sowie ein Rahmenprogramm der Spitzenklasse. Hochkarätige Referenten zeigten aktuelle Herausforderungen und Chancen für die SHK-Branche auf. Im Mittelpunkt stand die Energieeffizienz in der Gebäudetechnik – auch und gerade angesichts der von der Bundesregierung ausgerufenen Energiewende. Veranstaltungspartner waren die Hersteller Oventrop, Reflex, Uponor, Stiebel Eltron und Zehnder.

Grußwort des Fachverbandes SHK NRW

Hans-Joachim Hering, Landesinnungsmeister SHK NRW, ging in seinem Grußwort auf aktuelle Branchenthemen aus Sicht des Handwerkers ein und lobte die Veranstaltung als sehr gelungen: „Den fachlichen Austausch nach vorne bringen, diese Intention unterstützt der Fachverband und sieht daher die SHK-Handwerkertage sehr positiv“, so Hering. Genauso positiv wie die Veranstaltung sehe er die Konjunkturerwartung im SHK-Handwerk für den Herbst 2013. „Der positive Stimmungstrend setzt sich fort und beflügelt die Branche weiterhin“, führte Hering aus. Die Ausrichtung der zukünftigen Bundesregierung sowie kommunale Rahmenbedingungen seien für das Handwerk von perspektivischer Bedeutung. „Die schon lange geforderte steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen von Wohngebäuden muss endlich politisch umgesetzt werden“, forderte Hans-Joachim Hering. So schaffe man Anreize für die dringend erforderliche Steigerung der Sanierungsquote. Dagegen ist eine interessengetriebene Steigerung von Fernwärmeanschlüssen zur besseren Auslastung unwirtschaftlicher Gas- und Dampfturbinenkraftwerke, wie es kommunale Versorger an Rhein und Ruhr gerne hätten, mit viel Skepsis zu betrachten. „Die freie Wahl des Verbrauchers hinsichtlich seiner Wärmeversorgung darf nicht angetastet werden“, so Hering. Positiv sah der NRW-Landesinnungsmeister die ausgezeichnet verlaufenen, zahlreichen Events für Kundendienstmonteure: „Wir schulen an vorderster Front zum Wohle der Branche. Für den Erfolg eines jeden einzelnen Fachbetriebs spielt der Kundendiensttechniker eine zentrale Rolle“. Gemeinsam mit den Industriepartnern WILO und Oventrop schulte der Fachverband insgesamt 200 Teilnehmer in Sachen Recht, Technik, Betriebswirtschaft und Kommunikation.

Ohne das Handwerk geht es nicht

Dr. Michael Herma, Geschäftsführer des VdZ Forum für Energieeffizenz in der Gebäudetechnik e.V., sprach über die Rolle des Handwerks für die Energiewende. Zurzeit befinde sich die Politik ― trotz viel zitierten politischen Aussagen zur herausragenden Bedeutung des Handwerks für die Energiewende ― in einer abwartenden, untätigen Position. Und das, obwohl dieses Verhalten bei Hauseigentümern immer kritisiert wird. In Deutschland gibt es 18 Millionen Wohngebäude mit insgesamt 40 Millionen Wohneinheiten (Statistisches Bundesamt, 2010). Diese Gebäude befinden sich weitestgehend in einem unsanierten Zustand und werden mit veralteter Anlagentechnik betrieben. „Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen viel mehr Gebäude energetisch saniert werden als es bisher geschieht“, so Dr. Michael Herma. Aus Sicht des VdZ sei es wichtig, kurzfristige Anreize zu schaffen ― ohne Kosten oder bürokratischen Aufwand ― um den Investitionsbedarf erkennbar zu machen und dem Handwerker den Zugang zu Wohneigentum zu ermöglichen. Zum Erreichen dieses Ziels dient auch der Heizungs-Check des VdZ. Dieser ist ein genormtes und unabhängiges Prüfverfahren zur umfassenden Bewertung von Heizungsanlagen. „Der Heizungs-Check sollte auch in die Zuschussförderung der KfW aufgenommen werden“, wünscht sich Dr. Herma. Neben diesem Prüfinstrument sieht der VdZ-Geschäftsführer aber auch eine Notwendigkeit in langfristigen, stetigen Rahmenbedingungen für die Sanierung. Um für den Wohneigentümer vergleichbare Werte und einheitliche Prüfbedingungen zu schaffen, plädiert der VdZ für eine Erneuerung des Energieausweises. Zurzeit ist dieser zu unübersichtlich, seine Werte sind ― je nach Aussteller ― nicht vergleichbar und für den Nutzer nicht nachvollziehbar. Der VdZ schlägt ein ähnliches System wie bei den Energieeffizienzklassen von Elektrogeräten vor. Dieses System ist dem Nutzer bekannt. Das Handwerk würde von einem solchen Energieausweis profitieren, da dieser auf beispielsweise die optimale Einstellung der Heizungsanlage hinweist. Um die optimalen Werte in diesen Bereichen zu erlangen, müsse der Hauseigentümer die Leistungen des Fachhandwerkers in Anspruch nehmen. Fachhandwerker können diese Argumente beim Kundengespräch nutzen und auf Effizienzdienstleistungen hinweisen. Dies bestärkt das Handwerk und seine Bedeutung für die Energiewende enorm. Denn: „Nichts geht ohne das Handwerk“.

Energiewende, wir machen das!

Auch Peter Stamm ist überzeugt, dass Tools wie der Heizungs-Check des Vdz oder der Energieausweis helfen, die Bedeutung des Handwerks für die Energiewende zu verdeutlichen. Der Generalbevollmächtigte der WILO betonte in seinem Vortrag, dass es wichtig sei, beim Gebäudebesitzer und –nutzer „Appetit auf mehr“ zu machen. Denn ― was viele Nutzer und Besitzer nicht wissen ― 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland fallen auf den Gebäudebestand zurück. Oft reicht ein Schlüsselerlebnis, wie beispielsweise ein simpler Pumpentausch, um dem Nutzer die Wichtigkeit der energetischen Sanierung klarzumachen und ihn auf den Geschmack zu bringen. Hier wird deutlich: Eine geringinvestive Maßnahme wie der Austausch einer veralteten Heizungspumpe amortisiert sich innerhalb kürzester Zeit und spart bares Geld. Ein großer Anreiz für Gebäudebesitzer und –nutzer. Mit Hilfsmitteln wie dem Energieausweis oder dem Heizungs-Check kann der Fachhandwerker unterstützen, dieses Energiebewusstsein zu entwickeln und nun Schritt für Schritt zur ganzheitlichen energetischen Gebäudesanierung überzugehen. „Dieser Weg ist am effizientesten und bedeutet beim Gebäude nicht nur Werterhalt, sondern erhebliche Wertsteigerung“, so Peter Stamm. „Das Haus wird zur prallen Sparbüchse bei gleichzeitigem bedeutendem Beitrag zum Umweltschutz“, erklärte der Generalbevollmächtigte. Energiewende, Umweltschutz und Fachhandwerk gehören zusammen. „Wir sind verantwortlich für unser Handeln, jeden Tag, bei jedem Kontakt des qualifizierten und verantwortungsbewussten Fachhandwerkers mit seinem Kunden und Partner, dem Hausbesitzer“, betonte Peter Stamm. „Es geht ums Ganze.“

Die Zukunft – Mehr Chancen als Risiken für den engagierten SHK-Handwerker

Herr Hans-Arno Kloep, Inhaber und Geschäftsführer der Querschiesser Unternehmensberatung, prophezeite in seinem Vortrag „goldene Jahren“ für das SHK-Handwerk. „Das Handwerk muss umdenken“, fordert Kloep auf. Megatrends wie der demografische Wandel, immer fortschreitender technologischer Wandel oder neue Geschäftsmodelle stellen das Handwerk vor neue Herausforderungen. Diesen gilt es sich zu stellen. „Dem Handwerk liegen Veränderungen auf der Seele, doch es hilft nichts, sich zu beklagen“, erläutert Hans-Arno Kloep. Durch das Internet gibt es eine immer klarere Preistransparenz, der Versandhandel sowie fehlendes, gut ausgebildetes Personal machen dem Handwerk das Leben schwer. Doch engagierte Handwerksbetriebe können dies meistern. Wichtig ist, sich nicht vor den Trends zu verstecken, sondern innovativ zu denken. „2013 wird wieder ein gutes Jahr für die Branche, das SHK-Handwerk geht als Krisengewinner daraus hervor“, so die Prognose des Querschiesser-Inhabers.

Abrundung durch Infotainment und Rahmenprogramm

Der Austausch unter den Teilnehmern beschränkte sich nicht nur auf fachliche Themen: Weitere Höhepunkte des Programms waren ein Vortrag mit “No limits“ von Extremsportler Joey Kelly und ein Abendprogramm der Extraklasse. Unter dem Strich stand die Erkenntnis, dass die von der Bundesregierung ausgerufene Energiewende – ob mit oder ohne zusätzlichen „Rückenwind“ durch die Politik – ein zunehmend wichtiges Thema für die Marktbearbeitung und den Geschäftserfolg des SHK-Fachhandwerks ist. Hersteller wie der Dortmunder Pumpenspezialist Wilo und seine Veranstaltungspartner bei den SHK-Handwerkertagen bieten dabei neben hocheffizienten Produkten und Lösungen für die Gebäudetechnik auch eine Vielzahl bedarfsgerechter Leistungen, um die Handwerksbetriebe bei ihren komplexen Aufgabenstellungen zielgerecht und zuverlässig zu unterstützen, damit die „Ausrüster der Energiewende“ die Zukunft nachhaltig gestalten können.

Quelle: WILO SE

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