Schulmodernisierung im Rahmen kommunalen Energiemanagements

04.02.2011

Die Stadt Friedrichshafen am Bodensee gehört zu den Kommunen in Deutschland, die sich besonders für den Klimaschutz engagieren. Dabei forciert sie seit vielen Jahren den Einsatz regenerativer Energien und energieeffizienter Technologien.

Schulmodernisierung im Rahmen kommunalen Energiemanagements

In den drei Schulgebäuden wurden insgesamt 31 bis zu 15 Jahre alte Pumpen gegen neue Hocheffizienzpumpen, unter anderem der Baureihe „Wilo-Stratos“, ausgetauscht. (Foto: Wilo)

Dieses Engagement wurde auch mit der Zertifizierung durch den European Energy Award belohnt, an dessen Verfahren sich die Stadt seit 2006 beteiligt.

Als eine von zahlreichen Maßnahmen zur Energieeinsparung hatte die Stadt bereits 2003 an drei Schulen – Graf-Zeppelin-Gymnasium, Graf-Soden-Realschule und Karl-Maybach-Gymnasium – ein Umweltmanagementsystem implementiert. Der für das kommunale Energiemanagement im Stadtbauamt Friedrichshafen verantwortliche Dipl.-Ing. Tobias Ritter stellte den erheblichen Stromverbrauch der alten Umwälzpumpen fest und veranlasste eine Umstellung auf Hocheffizienztechnik.

Pumpenbestand runderneuert

Die drei Gebäude aus den 1950er und 60er Jahren bringen es zusammen auf rund 37.000 qm Nutzfläche – eine große Herausforderung für Wärmeerzeugung und Pumpentechnik. Daher hatte der Austausch der insgesamt 31 bis zu 15 Jahre alten Standardpumpen in der Wärmeverteilung Priorität, da diese aufgrund fehlender Regelung einen unnötig hohen Energieverbrauch aufwiesen. Bei der Erneuerung des Pumpenbestandes kamen moderne Hocheffizienzpumpen des Dortmunder Pumpenherstellers Wilo zum Einsatz, wodurch erhebliche Einsparungen beim Stromverbrauch erzielt werden.

Einer Berechnung des Herstellers zufolge wird die Einsparung rund 17.000 kWh pro Jahr betragen und somit den durch den Pumpenstromverbrauch verursachten CO2-Ausstoß um etwa zehn Tonnen jährlich mindern. Dieses hohe Einsparpotenzial überzeugte die Entscheider im Friedrichshafener Stadtbauamt. Legt man einen Netto-Kilowattstundenpreis von ca. 19 Cent und die Gesamtinvestitionssumme von rund 23.000 Euro (inklusive staatlicher Förderung) für Anschaffung und Montage zu Grunde, wird sich der Pumpenaustausch nach nur sieben Jahren amortisiert haben.

Modernste Pumpentechnik

Das Einsparpotenzial von Hocheffizienzpumpen der Baureihe „Wilo-Stratos“ basiert auf sogenannten elektronisch kommutierten Motoren (ECM). Diese bieten eine Verdoppelung des Wirkungsgrades im Vergleich zu elektronisch geregelten Pumpen mit herkömmlichen Antrieben. Durch eine automatische Anpassung der Pumpenleistung an die wechselnden Betriebszustände der Heizungsanlage kann eine deutliche Stromverbrauchssenkung über 80 Prozent im Vergleich zu ungeregelten Standardpumpen erzielt werden. Als Referenz für die Energieeffizienzklasse A sind die „Wilo-Stratos“-Hocheffizienzpumpen heute daher Stand der Technik im Objektgeschäft.

Neben den Pumpen der „Wilo-Stratos“-Baureihe kamen die speziell für kleinere Heizkreise entwickelten Hocheffizienzpumpen der Baureihe „Wilo-Stratos PICO“ zum Einsatz. Im Vergleich zu ungeregelten Heizungspumpen erzielt diese sogar Stromeinsparungen von bis zu 90 Prozent. Das ermöglicht ein neu entwickelter Pumpenmotor mit „3-Watt-Technologie“. Unter dem Strich verbraucht das neue Modell nur halb so viel Strom wie nach der aktuell besten Energieeffizienzklasse A gefordert.

Pumpenbestand fit für die Zukunft

Die in den Schulgebäuden neu installierten Pumpen der Baureihen „Wilo-Stratos“ und „Wilo-Stratos PICO“ erfüllen darüber hinaus bereits heute die Anforderungen der im Jahr 2013 in Kraft tretenden europaweiten Verordnung zur Energieeffizienz bei Nassläuferpumpen – sogar in der ab 2015 geltenden zweiten Stufe. Diese gehen weit über die Anforderungen der aktuellen Energieeffizienzklasse A hinaus. Die Verordnung ist Bestandteil der Ökodesign-Richtlinie (auch bekannt als ErP- / EuP-Richtline) der Europäischen Kommission und sieht vor, ineffiziente Umwälzpumpen ab 2013 schrittweise vom Markt zu nehmen, um eine deutliche Verringerung des Stromverbrauchs von Pumpen und des CO2-Ausstoßes zu erzielen.

Fazit

Dank der neuen hocheffizienten Pumpentechnik in den drei modernisierten städtischen Schulen kann die Stadt Friedrichshafen nun deutlich Energie einsparen. Daher wurde der Pumpentausch auch von der Klimaschutzinitiative des Bundes mit 25 Prozent bezuschusst. Über das Umweltbundesamt fördert der Staat damit unter anderem kommunale Investitionen in energieeffiziente Technik.

Engagement der Stadt Friedrichshafen beim European Energy Award

Der European Energy Award ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, an dem sich Kommunen in ganz Europa mit ihren Klimaschutzaktivitäten beteiligen können. Die Stadt Friedrichshafen wurde 2008 zertifiziert, unter anderem für ihr Engagement um eine nachhaltige Stadtentwicklung im Rahmen des eTeams Friedrichshafen, bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, Architektur, Handwerk, Energieversorgung, Industrie, Umweltverbände und Verkehr. Zudem konnte eine Intensivierung der Bürgerbeteiligung an Klimaschutzmaßnahmen erreicht sowie auf regionaler und internationaler Ebene die Kooperation verstärkt werden.

Quelle: WILO SE

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