Pumpspeicher-Technologie von Voith Hydro für Venda Nova III

23.12.2010

Voith Hydro Heidenheim kann einen neuen Auftrag des portugiesischen Energieversorgers EDP (Energias de Portugal) für sich verbuchen. Vertreter beider Unternehmen unterzeichneten am 10. Dezember in Lissabon einen Vertrag über die Ausrüstung des Pumpspeicherwerkes Venda Nova III.

Der Auftragswert beläuft sich auf 122 Millionen Euro. Voith Hydro liefert als federführender Partner in einem Konsortium mit Siemens Portugal die gesamte elektromechanische Ausrüstung für zwei reversible Pumpspeichersätze.

„Venda Nova III ist ein wegweisendes Projekt für die gesamte Wasserkraft: Die Technologie mit variabler Drehzahl eignet sich für die direkte Netzregulierung. Im Zeitalter der erneuerbaren Energien ist dies die neue Rolle der Pumpspeicherwerke und Voith ist dabei, diesen Trend technologisch entscheidend zu prägen“, sagt Dr. Siegbert Etter, Executive Vice President Technology der Voith Hydro Holding.

Durch das Variieren der Drehzahl können die Pumpspeichersätze von Venda Nova ihre Pumpleistung stufenlos anpassen und zwischen 319 und 380 Megawatt aus dem Stromnetz aufnehmen. Maschinensätze mit fester Drehzahl bieten diesen Spielraum nicht – ihre Pumpleistung wird vor allem durch das Zuschalten weiterer Maschinensätze oder Kraftwerke nachgeregelt. Für den Ausbau der Windkraft, deren Leistung eher ungleichmäßig anfällt und nicht exakt vorhersagbar ist, spielt aber die Bereitstellung einer flexiblen Reserve eine entscheidende Rolle. Das Zusammenspiel mit drehzahlvariabler Pumpspeicherung macht Windparks als Stromlieferanten zuverlässiger und profitabler.

Für Venda Nova III liefert Voith Hydro zwei drehzahlvariable Maschinensätze mit Pumpturbinen mit je 380 MW Nennleistung und zwei asynchrone Motorgeneratoren mit einer Nennleistung von 420 MVA, deren Frequenzumrichter, die Leittechnik sowie stahlwasserbauliche Komponenten. Im Frühjahr 2015 soll Venda Nova III ans Netz gehen, um den Einsatz von Windkraft in Portugal zu unterstützen: Die Regierung plant bis 2020 den Ausbau der Windkraft um zusätzliche 5.400 Megawatt.

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