Pharmazeutische Industrie: Pumpen und Systemtechnik von Wilo

09.08.2010

Um die Produktionskapazitäten für Impfstoffe zu verdoppeln, beschloss die GSK Biologicals, ein Unternehmensbereich des weltweit operierenden Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK), 2004 den Ausbau des Dresdener Standorts.

Pharmazeutische Industrie: Pumpen und Systemtechnik von Wilo

Die Druckerhöhungsanlage vom Typ „Wilo-Comfort-Vario COR-4 MHIE“ sorgt für eine optimale Versorgung aller angeschlossenen Zapfstellen mit Trinkwasser.

Die Gebäudetechnik musste dabei – ebenso wie die Architektur – aufgrund der anspruchsvollen Raumplanung im Stadtzentrum möglichst platzsparend sein. Dies galt auch für die sehr umfangreiche Pumpenausstattung des Neubaukomplexes sowohl im Bereich Sanitär, Heizung und Klima als auch für die Produktion. Der Dortmunder Pumpenspezialist WILO SE konnte ein besonders raumsparendes Konzept auf Basis von im Vergleich zu Normpumpen erheblich kompakteren Inline-Pumpen realisieren und gleichzeitig die hohen technischen Anforderungen erfüllen. Die schnelle Verfügbarkeit der Pumpen sowie die hohe technische Kompetenz der Servicemitarbeiter bei Planung und Inbetriebnahme waren ebenfalls für die Entscheidung ausschlaggebend, alle gebäudetechnischen Bereiche mit Wilo-Pumpen auszustatten.

Dank der guten Kooperation mit der ausführenden Firma Cofely Deutschland GmbH (ehemals Axima), die zu den führenden Spezialisten im Bereich industrieller Anlagen- und Prozesstechnik zählt, konnten die neuen Produktionsanlagen bei GSK Biologicals in Dresden im Februar 2008 in Betrieb genommen werden. In den neuen Produktions-, Labor-, Lager- und Verwaltungsgebäude mit einer Nutzfläche von insgesamt 16.400 m2 entstehen Grippeimpfstoffe für den weltweiten Bedarf. Der Standort Dresden – ehemals Sächsisches Serumwerk – mit heute ca. 750 Mitarbeitern ist Teil des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK), der weltweit über 30 verschiedene Impfstoffe gegen diverse Erkrankungen vertreibt und mit rund 99.000 Mitarbeitern eines der führenden Unternehmen der Branche ist.

Hoher Kältebedarf in pharmazeutischer Produktion

Für die sensiblen Produktionsprozesse und die erforderlichen Lagerungsbedingungen bei GSK Biologicals in Dresden sind mehrere ausfallsichere Kältekreisläufe mit unterschiedlichen Temperaturprofilen erforderlich. Insgesamt sechs zum Teil drehzahlgeregelte Kältemaschinen mit einer Gesamtleistung von rund 6,5 MW erzeugen die notwendige Kälteleistung. Mit einer Kaltwassertemperatur von 6°/12° C (VL/RL) erfolgt die Gebäudekühlung. Produktionsanlagen und Kühlhallen werden über ein Wasser-Glykol-Gemisch mit 2°/8° C bzw. 0°/4° C versorgt. Die Kältekreise sind jeweils in einen Erzeuger- und einen Verbraucherkreis unterteilt. Vier Rückkühlwerke mit je ca. 2 MW Kälteleistung sorgen für die erforderliche Kühlwasserversorgung der Anlagen.

Insgesamt 45 Inlinepumpen von Wilo fördern hier die Kühl- und Kaltwasserströme zwischen Rückkühlwerken, Kälteerzeugern und Verbrauchern. Dabei kommen sowohl ungeregelte als auch elektronisch geregelte Trockenläuferpumpen der Baureihen „Wilo-CronoLine IP(-E)“ und „Wilo-VeroLine IL(-E)“ zum Einsatz. Durch ein umfassendes Lieferspektrum bei Inlinepumpen für nahezu alle Leistungsbereiche konnte der Pumpenspezialist Wilo die gesamte Kälteversorgung des Werkes mit einem Förderbedarf von drei Kreisläufen à 600 m3/h raumsparend und bedarfsgerecht ausstatten.

Versorgungssicherheit in der Kälteverteilung

Die eingesetzten Trockenläuferpumpen zeichnen sich durch hohe Qualität und Zuverlässigkeit aus und sind optimal auf die Betriebsbedingungen im Klima-Kälte-Bereich abgestimmt. Eine serienmäßige Kataphoresebeschichtung sowie eine zusätzliche Lackierung beugen Korrosion vor. Werkseitige Kondensatablaufbohrungen am Motorgehäuse führen auftretendes Kondensat gezielt ab und schützen den Motor. Unter dem Strich verlängert sich dadurch die Standzeit der Pumpen, zugleich verringern sich die Wartungskosten. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Kühlung im Dresdner Grippeimpfstoffwerk sind zudem einige der Inlinepumpen als Doppelpumpensysteme ausgeführt. So bleibt eine Mindestversorgung auch bei Ausfall einer der Pumpen erhalten.

Energieeffiziente Wärmeversorgung

Die Wärmeversorgung erfolgt aus dem Dresdener Fernwärmenetz, die Wärmeverteilung auf die verschiedenen Gebäude überwiegend durch RLT-Anlagen. Die Einspeisung in die Hauptverteilleitung übernehmen aus Gründen der Versorgungssicherheit zwei parallel geschaltete, elektronisch geregelte Trockenläuferpumpen der Baureihe „Wilo-VeroLine

IP-E“. Durch einen integrierten Frequenzumformer erfolgt eine automatische Anpassung des Volumenstroms an unterschiedliche Lastzustände, wodurch eine Energieeinsparung bis zu 50 % im Vergleich zu ungeregelten Pumpen erzielt werden kann.

Die Heizkreise der Heizkörper im Verwaltungsgebäude werden durch sieben Hocheffizienzpumpen „Wilo-Stratos“ versorgt. In der Planung waren Pumpen der Energieeffizienzklasse A festgeschrieben. Mit ihrem um über 80 % reduzierten Stromverbrauch im Vergleich zu ungeregelten Standardpumpen sind die „Wilo-Stratos“-Pumpen die Referenz für die Energieeffizienzklasse A des europäischen Energielabels für Heizungspumpen.

Zuverlässige Wasser- und Abwassertechnik

Auch Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung werden im Dresdner Werk durch Pumpen- und Systemtechnik von Wilo unterstützt. Eine Druckerhöhungsanlage vom Typ „Wilo-Comfort-Vario COR-4 MHIE“ mit vier Hochdruckkreiselpumpen versorgt bei einem Arbeitsdruck von 3 bar alle Teile des weitverzweigten, mehrgeschossigen Gebäudes. Die bedarfsgerechte Zu- oder Abschaltung einer oder mehrerer Pumpen erfolgt über einen „Wilo-Comfort-Vario-Regler VR“, die Feinregelung der Drehzahl über die integrierten Frequenzumformer der Pumpen.

Zur Entwässerung der Sanitäranlagen im 1. Untergeschoss wurde eine Kompakthebeanlage „Wilo-DrainLift L2“ installiert. In Spitzenzeiten werden 10 m3/h über eine Rohrschleife, die oberhalb der Rückstauebene liegt, der Kanalisation zugeführt. Die auftriebssichere Verankerung im Boden und ein Rückflussverhinderer sorgen auch im Fall einer Überschwemmung – ähnlich dem Elbhochwasser im August 2002 – für eine hygienische Abwasserentsorgung. Eine schnelle und effiziente Entwässerung der Untergeschosse im Hochwasserfall wird zudem durch zwei Wilo-Tauchmotorpumpen sichergestellt.

Auch für die Prozesswasserentsorgung kommen mehrere Pumpen und Hebeanlagen von Wilo zum Einsatz. Sie fangen das anfallende Laborabwasser in Sammelbehältern aus PE auf und pumpen es in eine zentrale Aufbereitungsanlage auf dem Werksgelände. So können die Abwässer über längere Strecken ohne ausreichendes Freigefälle zuverlässig entsorgt werden.

Unter dem Strich leistet die installierte Pumpentechnik von Wilo einen wichtigen Beitrag zum störungsfreien Betrieb der Anlagen im Neubau des Werkes der Dresdener GSK Biologicals. Durch Technik und Service aus einer Hand gelang eine effiziente und schnelle Projektkoordination und -abwicklung.

Quelle: WILO SE

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