Hochwasserschutzkonzept mit mobilen „Wilo-Drain TP“-Pumpen

25.06.2009

Industrieanlagen, die in überschwemmungsgefährdeten Gebieten liegen, müssen mit bedarfsgerechten Hochwasserschutzkonzepten vor eindringenden Wassermassen geschützt werden. Damit werden im Fall einer Überschwemmung Schäden an Gebäuden, Maschinen und Material sowie die daraus resultierenden Produktionsausfälle auf ein Minimum begrenzt.

Hochwasserschutzkonzept mit mobilen „Wilo-Drain TP“-Pumpen

Die Pumpen der Baureihe „Wilo-Drain TP” sind leistungsstarke Abwasser-Tauchmotorpumpen, die auch transportabel aufgestellt werden können.

In der in Penig (Landkreis Mittelsachsen) gelegenen Papierfabrik der Technocell Dekor GmbH & Co. KG leisten Schmutzwasserpumpen des Dortmunder Pumpenspezialisten WILO SE einen entscheidenden Beitrag bei der Umsetzung eines bedarfsgerechten Hochwasserschutzkonzepts.

Das Werk Penig gilt als die älteste noch in Betrieb befindliche Papierfabrik Deutschlands. Auch heute noch befinden sich Teile der Produktion in historischen Gebäuden, die 1538 errichtet wurden. Das Werk wurde im Jahr 1991 von der weltweit tätigen Felix Schoeller Gruppe übernommen. Nach umfangreichen Modernisierungen fertigen hier 104 Mitarbeiter jährlich rund 30.000 t hochwertiges Dekorpapier für die Oberflächen von Laminatböden.

Den Ausschlag für die Entwicklung des Hochwasserschutzkonzepts gab das Jahrhunderthochwasser im August 2002, als die Zwickauer Mulde über die Ufer trat und den kompletten Produktionsstandort überflutete. Trotz Sandsacksperren war das Wasser durch teilweise nicht bekannte unterirdische Kanäle in die Gebäude eingedrungen und hatte dort erhebliche Schäden verursacht. Um solche kostenintensiven Betriebsunterbrechungen zu vermeiden, realisierte das Unternehmen in den Folgejahren ein umfassendes Hochwasserschutzprogramm für das Werk. In einem ersten Schritt wurden alle unterirdischen Verbindungen zur Mulde geschlossen, um im zweiten Schritt den technischen Hochwasserschutz zu optimieren. Das Konzept sieht dazu die Absicherung des Werksgeländes durch mobile Spundwandsysteme und Sandsackwälle vor, die bei Hochwassergefahr innerhalb kürzester Zeit aufgebaut werden können.

Zusätzlich soll eingedrungenes Wasser durch mobile Pumpen abgepumpt werden. Diese Aufgabe übernehmen zehn Pumpen der Baureihe „Wilo-Drain TP“. Dabei handelt es sich leistungsstarke elektrisch betriebene Abwasser-Tauchmotorpumpen, die transportabel, nass, trocken, horizontal sowie vertikal aufgestellt werden können. Sie eignen sich optimal zum Entwässern von Kellern, Schächten oder Baugruben. Die stärkste der in Penig eingesetzten Baureihen, die „Wilo-Drain TP 100 E 250/84“, fördert bis zu 180 m³ Wasser pro Stunde bei einer maximalen Förderhöhe von 18 Metern. Trotz dieser hohen Leistung weist die Pumpe durch die Kombination eines Motorgehäuses aus Edelstahl mit einem Gehäuse aus Kunststoff ein sehr geringes Gewicht auf. So können sie selbst in unwegsamen Bereichen des Werksgeländes von zwei Personen transportiert werden. Für die Hochwasserbekämpfung ist besonders der große freie Kugeldurchgang der Pumpen von Bedeutung, weil so auch mit Feststoffen verunreinigtes Wasser problemlos gefördert werden kann. Zudem sind die Pumpen für den Dauerbetrieb geeignet, dabei dient ein separater Schwimmerschalter als Trockenlaufschutz.

Für die Papierfabrik in Penig konzipierte Wilo die Pumpen als mobile Einheiten, die im Katastrophenfall sofort einsatzbereit sind. Hierzu wurden die Anschlusskabel der Pumpen mit 16 A CEE-Steckerschaltern ausgestattet, über die der Direktanlauf erfolgen kann. Zusätzlich erhielten die Pumpengehäuse Rohrbögen mit Storz A-Festkupplungen. Abgerundet wird die Ausrüstung durch Schlauchpakete unterschiedlicher Längen, die ebenfalls mit Storz A-Schlauchkupplungen versehen sind. Damit im Ernstfall jeder Punkt des Werksgeländes schnell erreicht werden kann, befindet sich jede der Pumpen inklusive Zubehör auf speziellen Rollwagen. Zusammen mit den Spundwänden und den Sandsäcken kann das Werk so innerhalb von wenigen Stunden komplett gegen Hochwasser abgesichert werden. Durch dieses Konzept verfügt der traditionsreiche Standort, an dem schon seit über 450 Jahren Papier hergestellt wird, nun über einen perfekten Hochwasserschutz.

Quelle: WILO SE

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