Feststofftrennsystem verhindert Blockaden

18.12.2006

Der Pumpenspezialist Wilo hat ein Feststofftrennsystem für EMUPORT-Abwasserpumpanlagen entwickelt. Es sorgt dafür, dass Pumpen beim Pumpvorgang nicht mit Zellstofftüchern und Feststoffen im Abwasser in Berührung kommen.

Feststofftrennsystem verhindert Blockaden

(Wilo AG).

Zellstoffgewebe wie beispielsweise feuchte Hygienetücher zählen zurzeit zu den problematischsten Bestandteilen in der kommunalen Abwasserentsorgung. Im Gegensatz zu den meisten anderen über die Toilette entsorgten Feststoffen löst sich dieses Material nicht auf, sondern behält seine ursprüngliche Form und Struktur. Damit stellt dieses Zellstoffgewebe ein großes Risiko für die Betriebssicherheit von Pumpstationen in der Abwassertechnik dar. Wenn es in eine Pumpe gerät, verändert sich die Hydraulik und kann die Pumpe blockieren – kostspielige Serviceeinsätze an der Pumpstation sind die Folge. Hinzu kommt die Gefahr, dass zwischenzeitlich auch die Reservepumpe aus demselben Grund ausfällt.

Vor diesem Hintergrund hat der Pumpenspezialist Wilo ein Feststofftrennsystem für seine EMUPORT-Abwasserpumpanlagen entwickelt. Es sorgt dafür, dass die Pumpen beim Pumpvorgang nicht mit diesen Tüchern und Feststoffen im Abwasser in Berührung kommen. Herzstück des Systems ist ein Feststofftrennbehälter, den das zuströmende Abwasser auf dem Weg in einen Sammelbehälter durchfließt.

Während des Füllvorgangs bleibt die Pumpe ausgeschaltet, das zuströmende Abwasser fließt zunächst in den Feststofftrennbehälter. Während die Feststoffe von Trennklappen zurückgehalten und so „ausgefiltert“ werden, durchfließt nur das auf diese Weise vorgereinigte Abwasser auch die ausgeschaltete Pumpe und gelangt in einen Sammelbehälter. Wenn der Wasserstand in Sammel- und Feststofftrennbehälter ein bestimmtes Niveau erreicht hat, verschließt eine Absperrkugel automatisch den Zulauf. Jetzt wird aus dem Füllvorgang ein Pumpvorgang in entgegengesetzter Richtung. Die Pumpe fördert das vorgereinigte Abwasser aus dem Sammelbehälter durch den Feststofftrennbehälter und öffnet dabei mit dem Volumenstrom die Trennklappen. Das Abwasser befördert so die „ausgefilterten“ Feststoffe in die abgehende Druckrohrleitung, ohne dass sie zwischenzeitlich mit der Pumpe in Berührung gekommen sind.

Beendet wird der Pumpvorgang ebenfalls niveauabhängig. Die Absperrkugel im Feststofftrennbehälter senkt sich ab und gibt den Weg für einen neuen Füllvorgang frei.

Für den kommunalen Bereich bietet Wilo nur als Doppelpumpstationen ausgerüstete Pumpwerke an, bei denen die Pumpen wechselseitig genutzt werden. Jeder Pumpe ist ein eigener Feststofftrennbehälter zugeordnet. Das Abwasser durchläuft hier zunächst einen Verteilerbehälter, von wo es in einen der beiden Feststofftrennbehälter geleitet wird. Während hier Filterung und Füllung des Sammelbehälters durch die ausgeschaltete Pumpe erfolgen, pumpt die andere Pumpe den Inhalt ihres Feststofftrennbehälters in die Druckrohrleitung.

Der Wechsel von der einen zur anderen Pumpe erfolgt jeweils, wenn der Sammelbehälter leer ist. Die Anlage bleibt auch bei Wartung einer der beiden Pumpen voll funktionsfähig. Der Pumpenraum ist trocken, sauber und geruchsfrei, woraus hygienische Bedingungen für Wartung und Montagearbeiten resultieren. Neben niedrigen Wartungskosten bieten die EMUPORT-Pumpstationen mit Feststofftrennsystem weitere Vorteile. Durch die Feststofftrennung können Pumpen mit kleinem Kugeldurchgang (< 80 mm) eingesetzt werden, die von Motoren mit vergleichsweise geringer Leistung und niedrigerem Strombedarf bei hohem Wirkungsgrad angetrieben werden. Dadurch lassen sich Betriebskosten gegenüber herkömmlichen Trockenaufstellungen einsparen.

Das Feststofftrennsystem für die EMUPORT-Pumpstationen von Wilo gilt als wichtige Innovation auf dem Gebiet der kommunalen und industriellen Abwasserbehandlung. Vor diesem Hintergrund wurde es Ende September auf der international führenden Fachmesse „AquaTech“ in Amsterdam für den renommierten „Innovation Award 2006“ nominiert.

Funktionsschema

Funktionsschema des Feststofftrennsystems: Herzstück sind die Feststofftrennbehälter, den das zuströmende Abwasser auf dem Weg in einen Sammelbehälter durchfließt. Während die Feststoffe von Trennklappen zurückgehalten und so „ausgefiltert“ werden, durchfließt nur das auf diese Weise vorgereinigte Abwasser die ausgeschaltete Pumpe und gelangt in einen Sammelbehälter. Beim Pumpvorgang in umgekehrter Richtung wird das Abwasser mitsamt der „ausgefilterten“ Feststoffe in die abgehende Druckrohrleitung befördert, ohne dass diese zwischenzeitlich mit der Pumpe in Berührung gekommen sind.

Quelle: WILO SE

Weitere Artikel zum Thema

Neue ReNu-Pumpenkopftechnologie bietet genaue Fördermengen bei der Polymerdosierung

24.07.2019 -

Die Watson-Marlow Fluid Technology Group hat die Markteinführung eines neuen Pumpenkopfes angekündigt, der für die Verwendung mit den bekannten Schlauchdosierpumpen der Qdos-Serie entwickelt wurde. Qdos 20 mit dem ReNu PU-Pumpenkopf bietet reproduzierbare Fördermengen von 28 l/h bei 4 bar (7,67 gph bei 60 psi) für Flüssigkeiten in einem breiten Viskositätsbereich, mit einer Dosiergenauigkeit von ±1 %.

Mehr lesen
Direkt zur Produktauswahl im

PumpSelector

NEUESTE NACHRICHTEN

  • Advertisement
  • STELLENMARKT