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29.07.2002

Gummierte Pumpe für Abwasserpumpwerke erfolgreich

Herborner Pumpenfabrik zieht erste Zwischenbilanz: Der hessische Pumpenhersteller scheint die Lösung für härteste Anforderungen in Fäkalannahmestationen in Klärwerken gefunden zu haben.

Der aggressive, sandige Schlamm im Aufnahmebecken setzt herkömmlichen Pumpen extrem zu. Gehäuse und Laufrad halten dieser Belastung nicht allzu lange Stand. In einem Klärwerk nahe Berlin fährt die Herborner Pumpenfabrik seit Januar 2001 einen Dauertest mit einer gummierten Pumpe. Nach einem Jahr wurde nun Zwischenbilanz gezogen - und die Resultate können sich sehen lassen.

Das Berliner Klärwerk arbeitet auch, wie viele Andere, mit einer Tauchpumpe in ihren Klärbecken. Aufgrund der hohen Konzentration von sandigen Bestandteilen des Wassers am Beckenboden der Fäkalannahmestation wurde die Pumpe in ca. einem Meter Abstand über dem Boden montiert. So erhöhte sich zwar die Lebensdauer der Pumpe, aber die sich nun ablagernden mineralischen Bestandteilen musste mindestens zweimal pro Jahr manuell beseitigt werden. Die Reinigungsaktionen konnten aus technischen Gründen nur am Wochenende stattfinden.

Das Problem wurde an die Herborner Pumpenfabrik herangetragen. Diese installierte eine UNIVERS-T aus dem Sortiment für Abwasserpumpen. Freistromrad, Pumpengehäuse und Deckel wurden mit einer Schutzgummierung versehen, um die Bodenmontage zu ermöglichen und somit die Bildung von Neuablagerungen zu verhindern.
Als Alternative wurde auch eine Pumpe in Edelstahlbauweise angedacht.
Die Anschaffungskosten wären gegenüber der jetzigen Lösung mehr als doppelt so hoch.

Der Testbetrieb zeigte deutlich, welchen Beanspruchungen die Pumpe in der Fäkalannahmestation ausgesetzt ist. Nach fünf Monaten wies die Gummierung erste Verschleißerscheinungen auf. Die Konsistenz des Gummis war zu hart. „Die sandigen Anteile des Klärwassers haben die Schutzschicht förmlich abgerieben,“ erklärt Gerd Gomoll, Projektleiter der Herborner Pumpenfabrik, die Situation.

Die Gummimischung wurde nochmals überarbeitet, was nach Aussage des Unternehmens eine Gratwanderung zwischen Zähigkeit, Härte und Elastizität bedeutete. Die richtige Formel wurde im Januar 2001 offensichtlich gefunden, denn seitdem hat sich die Pumpe im Dauereinsatz bewährt. Bei einer gründlichen Inspektion vor wenigen Wochen wurden keine außergewöhnlichen Verschleißspuren festgestellt. In Herborn und Storkow ist man sich daher sicher, eine kostengünstige Alternative zu Edelstahlpumpen beziehungsweise den aufwändigen Reinigungsaktionen gefunden zu haben.

Über Herborner Pumpen
Die Herborner Pumpenfabrik ist ein Hersteller von Pumpen für die Abwassertechnik, die Reinwassertechnik und die Industrie sowie von Pumpenanlagen. Die Geschichte des Unternehmens reicht über 125 Jahre bis ins Jahr 1874 zurück. Unter dem Leitspruch "Pumpentechnik auf höchstem Niveau" setzt die Herborner Pumpenfabrik richtungsweisende Akzente in der Pumpenindustrie.

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