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08.03.2018

Sulzer: Bestellungseingang wächst, Profitabilität erholt sich

Sulzers Bestellungseingang stieg organisch um 2 Prozent und einschliesslich der Akquisitionen um 12 Prozent. Der Umsatz wuchs infolge der Akquisitionen um 5 Prozent. Auf organischer Basis ging er indes wegen des zu Jahresbeginn geringeren Auftragsbestands zurück.

Trotz des niedrigeren organischen Umsatzvolumens und einer einmaligen Belastung in Höhe von CHF 10 Millionen aus einer nicht fortgeführten Geschäftstätigkeit hat sich die operative Profitabilität leicht verbessert. Der positive Einfluss des Sulzer Full Potential (SFP) Programms hat die schwierigen Marktbedingungen überkompensiert. Das Programm wird um ein Jahr verlängert und das Ziel für die Kostensenkung auf CHF 230 Millionen angehoben. An der Generalversammlung wird Sulzer eine unveränderte ordentliche Dividende von CHF 3.50 je Aktie vorschlagen.

Leistungsausweis 2017

Der Bestellungseingang nahm um 11.8 Prozent zu (nominal 12.8 Prozent). Davon waren 2.2 Prozent organisches Wachstum und CHF 269.1 Millionen akquisitionsbedingt. Die Bruttomarge des Bestellungseingangs erhöhte sich nominal um 0.4 Prozentpunkte auf 34.4 Prozent. Die Veränderungen des Geschäftsmix konnten den Margenrückgang infolge des Preisdrucks am Öl- und Gas- sowie Energiemarkt mehr als kompensieren.

In der Division Pumps Equipment legte der Bestellungseingang um 8.1 Prozent zu. Das organische Wachstum betrug 1.5 Prozent. Die Akquisition von Ensival Moret trug 6.6 Prozent dazu bei. Das organische Wachstum war in erster Linie dem Öl- und Gasmarkt sowie der allgemeinen Industrie zu verdanken, die den starken Rückgang am Energiemarkt ausglichen. Der Bestellungseingang im Wassermarkt blieb unverändert, wobei im Segment Engineered Water weniger Grossaufträge eingingen, während das Segment kommunales Wasser um 3 Prozent wuchs. In der Division Rotating Equipment Services nahm der Bestellungseingang dank der Akquisition von Rotec um 4.9 Prozent zu. Auf organischer Basis gingen die Aufträge um 0.9 Prozent zurück, was im Branchenvergleich ein gutes Ergebnis war. Dies lag hauptsächlich an den geringeren Aufträgen im Turbo-Services-Geschäft infolge des schwachen und hart umkämpften Energiemarkts. Der Bestellungseingang in der Division Chemtech wuchs um 5.9 Prozent (organisch 5.1 Prozent). Er wurde von der Erholung des chinesischen Markts und vom starken Wachstum in Europa unterstützt. In der Division Applicator Systems zogen die Aufträge um 55.7 Prozent an. Davon waren 6.0 Prozent organisches Wachstum, während die Akquisitionen von Geka, PC Cox und Transcodent den überwiegenden Teil beisteuerten. Mit Ausnahme des Nahen Ostens und Afrikas stieg der Bestellungseingang in allen Regionen.

Mehr Umsatz dank Akquisitionen – operative Umsatzrendite leicht gestiegen

Der Umsatz betrug CHF 3‘049.0 Millionen – eine Zunahme um 5.2 Prozent (nominal: 6.0 Prozent). Dieser Anstieg war auf CHF 276.4 Millionen akquisitionsbezogene Umsätze zurückzuführen. Diese kompensierten den organischen Umsatzrückgang von 4.4 Prozent, der auf den niedrigen Auftragsbestand zu Jahresbeginn zurückzuführen war. Die positiven Währungseffekte betrugen insgesamt CHF 23.8 Millionen.

Das operative EBITA (opEBITA) betrug CHF 255.4 Millionen (2016: CHF 238.9 Millionen). Dies entspricht einem Anstieg um 5.3 Prozent (nominal: 6.9 Prozent). Die Einsparungen in Höhe von CHF 61 Millionen aus dem SFP-Programm sowie der Beitrag der Akquisitionen vermochten die negativen Auswirkungen des schwierigen Umfelds und die einmalige Belastung in Höhe von CHF 10 Millionen aus einer nicht fortgeführten Geschäftstätigkeit der Division Chemtech mehr als auszugleichen. Auf organischer Basis ging das opEBITA um 2.9 Prozent gegenüber 2016 zurück.

Höheres Nettoergebnis

Sulzer hat im Rahmen des SFP-Programms seine globalen Produktionskapazitäten weiter angepasst und seine Organisation gestrafft. Der Restrukturierungsaufwand wurde gegenüber 2016 deutlich reduziert. Folglich resultierte ein EBIT von CHF 136.5 Millionen gegenüber CHF 115.3 Millionen im Jahr 2016. Die Umsatzrendite (ROS) betrug 4.5 Prozent (2016: 4.0 Prozent).

2017 lag der Nettogewinn bei CHF 87.2 Millionen gegenüber CHF 60.1 Millionen im Vorjahr. Der Kern-Nettogewinn (ohne die steuerbereinigten Effekte durch übrige nicht operative Positionen) betrug 2017 CHF 178.3 Millionen (2016: CHF 153.8 Millionen). Der unverwässerte Gewinn je Aktie stieg 2017 auf CHF 2.44 (2016: CHF 1.73).

Solider Free Cash Flow

Der Free Cash Flow lag bei CHF 127.0 Millionen im Vergleich zu CHF 200.5 Millionen im Vorjahr. Hauptgründe für den Rückgang waren die höheren Mittelabflüsse für Restrukturierungen und ein reduzierter Beitrag des Netto-Umlaufvermögens. Der niedrigere Beitrag des Netto-Umlaufvermögens ergab sich aus dem höheren Lagerbestand infolge des starken Auftragswachstums im Jahr 2017, während die Lagerbestände im Jahr 2016 zurückgegangen waren.

Ausblick für 2018

Sulzer geht davon aus, dass sich der Öl- und Gasmarkt, auf den etwa 40 Prozent seines Umsatzes entfallen, allmählich erholen wird. Damit sollte sich die Erholung der Geschäfte bei Sulzer hauptsächlich im Jahr 2019 bemerkbar machen. Der Energiemarkt dürfte weiter rückläufig sein. Es wird erwartet, dass die anderen für Sulzer wichtigen Märkte ihren aktuellen Wachstumstrend im Jahr 2018 fortsetzen. Der organische Auftragseingang sollte daher leicht zunehmen, ergänzt mit zusätzlichem Volumen aus den neu erworbenen Unternehmen.

Bisher erzielte Sulzer im Rahmen des SFP-Programms kumulative Einsparungen von CHF 185 Millionen und hat damit das früher kommunizierte Ziel von CHF 160 bis 180 Millionen übertroffen. Sulzer beschloss, das SFP-Programm um ein weiteres Jahr zu verlängern. Das Unternehmen erhöht daher sein kumulatives Einsparungsziel von ursprünglich CHF 200 Millionen (ab 2018) auf CHF 230 Millionen (ab 2019). Sulzer rechnet damit, dass mit dem SFP-Programm im Jahr 2018 schrittweise Kosteneinsparungen in Höhe von etwa CHF 25 Millionen erzielt und somit kumulativ CHF 210 Millionen eingespart werden können.

Im Gesamtjahr 2018 dürften – einschliesslich der 2017 angekündigten Akquisitionen und der Währungsbereinigung – der Bestellungseingang um 5 bis 7 Prozent und der Umsatz um 4 bis 6 Prozent steigen. Sulzer erwartet eine opEBITA-Marge von rund 9.5 Prozent (opEBITA in Prozent des Umsatzes).

Änderungen im Management

Wie schon früher angekündigt, wird Thomas Dittrich als CFO zurücktreten. Am 5. April 2018 tritt Jill Lee, gegenwärtig Mitglied des Verwaltungsrates und des Prüfungsausschusses von Sulzer, seine Nachfolge an. Dittrich wird Sulzer am 18. März 2018 verlassen. Der Verwaltungsrat hat Sulzers CEO Greg Poux-Guillaume für die Übergangszeit zusätzlich zum CFO ad Interim ernannt.

Vorschläge des Verwaltungsrats an die Generalversammlung

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 4. April 2018 eine unveränderte ordentliche Dividende von CHF 3.50 (2016: CHF 3.50) je Aktie vorschlagen. Das entspricht einer Dividendenrendite von 3 Prozent.

Ausserdem schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vor, Peter Löscher, Matthias Bichsel, Axel C. Heitmann, Mikhail Lifshitz, Marco Musetti und Gerhard Roiss für je eine einjährige Amtszeit wiederzuwählen.

Nach sechs Amtszeiten hat sich Thomas Glanzmann entschieden, aus dem Verwaltungsrat auszuscheiden. Jill Lee steht ebenfalls nicht für eine Wiederwahl zu Verfügung, da sie CFO des Unternehmens wird. Der Verwaltungsrat schlägt daher vor, Hanne Birgitte Breinbjerg Sørensen und Lukas Braunschweiler neu in den Verwaltungsrat zu wählen.

Jahresergebnisse der Divisionen

Pumps Equipment: Im Jahr 2017 erzielte die Division Pumps Equipment einen höheren währungsbereinigten (8.1 Prozent) und organischen (1.5 Prozent) Bestellungseingang als im Vorjahr. Der organische Anstieg war zum grossen Teil auf die bessere Lage im Öl- und Gasmarkt zurückzuführen. Der Bestellungseingang im Wassermarkt blieb unverändert, wobei im Segment Engineered Water weniger Grossaufträge eingingen, während das Segment kommunales Wasser um 3 Prozent wuchs. Der Bestellungseingang im Energiemarkt ging aufgrund von Projektverzögerungen in einem hart umkämpften Markt zurück. In der allgemeinen Industrie wuchs der Bestellungseingang organisch und wurde durch die Übernahme von Ensival Moret unterstützt.

In der Region Europa, Naher Osten und Afrika verzeichnete die Division währungsbereinigt einen Zugewinn, auf organischer Basis jedoch einen Rückgang. Die Nachfrage in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in der Region Asien-Pazifik zog deutlich an.

Der Umsatz ging gegenüber 2016 währungsbereinigt (–4.3 Prozent) und organisch (–12.9 Prozent) zurück. Dies war hauptsächlich auf das wesentlich geringere Umsatzvolumen in den Energiemärkten infolge des niedrigeren Auftragsbestands zu Jahresbeginn 2017 zurückzuführen.

Das operative EBITA schrumpfte infolge des geringeren organischen Umsatzvolumens und der Akquisition von Ensival Moret, über deren Verwässerungseffekt Sulzer schon berichtet hatte. Das leicht negative operative EBITA resultierte in einer operativen ROSA von –0.3 Prozent.

Rotating Equipment Services: Der Bestellungseingang erhöhte sich 2017 währungsbereinigt (4.9 Prozent) und blieb auf organischer Basis weitgehend stabil (–0.9 Prozent). Im Branchenvergleich war dies ein gutes Ergebnis.

Die Regionen Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Asien-Pazifik sind gewachsen. Auch in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) wurde währungsbereinigt ein Zugewinn verzeichnet, auf organischer Basis jedoch ein Rückgang. Der organische Rückgang war auf weniger Aufträge im Turbo-Services-Geschäft zurückzuführen, das unter dem anspruchsvollen Marktumfeld für Gasturbinen litt.

Rotating Equipment Services wies gegenüber 2016 auf währungsbereinigter Basis einen Umsatzanstieg (1.6 Prozent), auf organischer Basis indes einen Umsatzrückgang (–2.1 Prozent) aus. Der Rückgang war vor allem auf die niedrigeren Volumen im Öl- und Gasmarkt sowie im Energiemarkt zurückzuführen.

Das operative EBITA erhöhte sich währungsbereinigt (2.4 Prozent) und nahm auf organischer Basis ab (–1.8 Prozent). Trotz des Preisdrucks konnte die operative ROSA leicht auf 13.9 Prozent gesteigert werden.

Chemtech: Im Jahr 2017 stieg der Bestellungseingang währungsbereinigt um 5.9 Prozent und organisch um 5.1 Prozent. Diese Entwicklung war vor allem der Erholung im Bereich der nachgelagerten Verarbeitung im Öl- und Gasmarkt (Downstream-Segment) und der chemischen Prozessindustrie, besonders in China, zu verdanken. Auch die Einführung neuer Technologien unterstützte das Wachstum. Der Bestellungseingang in der Geschäftseinheit Trenntechnologie war solide, besonders für Installationen in der Region Asien-Pazifik. In der Geschäftseinheit Tower Field Services verharrte der Bestellungseingang auf dem Vorjahresniveau.

Die Regionen Europa und Asien-Pazifik verzeichneten ein starkes Wachstum. Im Nahen Osten sowie in Nord-, Mittel- und Südamerika blieb die Lage unverändert. In Afrika wurde wegen eines Grossprojekts im Vorjahr ein Rückgang ausgewiesen.

Im Jahr 2017 verbuchte Chemtech sowohl währungsbereinigt (7.0 Prozent) als auch organisch (6.2 Prozent) steigende Umsätze. Der Anstieg war in erster Linie der positiven Entwicklung im Ölund Gasmarkt geschuldet.

Das operative EBITA legte währungsbereinigt (35.2 Prozent) und organisch (39.7 Prozent) stark zu. Grund für die Zunahme waren das höhere Umsatzvolumen und die operativen Verbesserungsmassnahmen. Die operative ROSA stieg entsprechend auf 7.3 Prozent unter Ausklammerung eines einmaligen Aufwands von CHF 10 Millionen für eine nicht fortgeführte Geschäftstätigkeit bei Tower Field Services.

Applicator Systems: Der Bestellungseingang nahm 2017 währungsbereinigt (55.7 Prozent) und organisch (6.0 Prozent) gegenüber dem Vorjahr zu. Der Umsatz, der bei APS kaum vom Bestellungseingang abweicht, stieg 2017 währungsbereinigt (54.9 Prozent) und organisch (5.0 Prozent) ebenfalls an. Die Akquisitionen von PC Cox, Geka und Transcodent trugen 2017 CHF 135.8 Millionen zum Umsatz bei.

Alle Produktlinien, wobei das Segment Industrielle Klebstoffe besonders hervorzuheben ist, und Regionen trugen zum Wachstum bei. Das operative EBITA nahm 2017 währungsbereinigt (34.8 Prozent) und organisch (10.3 Prozent) signifikant zu. Die operative ROSA wurde von der im dritten Quartal 2016 abgeschlossenen Akquisition von Geka beeinträchtigt. Auf vergleichbarer Basis stieg die opROSA von pro forma 20.1 Prozent im Jahr 2016 auf 20.5 Prozent im Jahr 2017.

Quelle: Sulzer

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