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14.09.2017

DWA zeichnet verdiente Wasserwirtschaftler aus

William-Lindley-Ring für Horst Köhler, Ehrennadel für Hubertus Brückner, Norbert Dichtl, Erich Engl¬mann, Georg Heerten, Volker Jansen, Dieter Krause, Hans-Dieter Meißner, Wolfgang Schlesinger
Ernst-Kuntze-Preis für Achim Höcherl und Sven Theus.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) vergibt in diesem Jahr eine Reihe von Ehrungen und Auszeichnungen:

Der William-Lindley-Ring wird Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Horst Köhler (Berlin/Chiemgau) verliehen.

Mit der Ehrennadel ausgezeichnet werden: Dipl.-Ing. Hubertus Brückner (Gewässerverband Kleine Elster – Pulsnitz, Sonnewalde), Prof. Dr.-Ing. Norbert Dichtl (TU Braunschweig), Dipl.-Ing. Erich Englmann (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, München), Prof. Dr.-Ing. Georg Heerten (früher Naue GmbH & Co. KG, Espelkamp), Dipl.-Ing. Volker Jansen (Abwasserbetrieb Troisdorf, AöR), Dr. Dieter Krause (Wasserwirtschaftsamt Ansbach), Dipl.-Ing. Hans-Dieter Meißner (früher Landesamt für Flurneuordnung Baden-Württemberg, Kornwestheim), Dipl.-Ing. Wolfgang Schlesinger (früher Landeshauptstadt Düsseldorf).

Der Ernst-Kuntze-Preis wird Abwassermeister Achim Höcherl (Bundesstadt Bonn) und M. Sc. Sven Theus (früher Bundesstadt Bonn, jetzt DAR – Ingenieurbüro für Umweltfragen, Wiesbaden) verliehen.

Die Ehrungen werden am 25. und 26. September 2017 im Rahmen der DWA-Bundestagung in Berlin vorgenommen. Erich Englmann wird die Ehrennadel während der DWA-Landesverbandstagung Bayern am 18. Oktober 2017 in Hof überreicht. Hans-Dieter Meißner nimmt die Ehrennadel auf der DWA-Landesverbandstagung Baden-Württemberg am 12. Oktober 2017 in Fellbach entgegen.

William-Lindley-Ring

Mit dem William-Lindley-Ring der DWA wird Prof. Dr. Horst Köhler ausgezeichnet. Der frühere Bundespräsident ist die fünfte Persönlichkeit (nach Klaus Töpfer, Hans Tietmeyer, Kurt Biedenkopf und Ernst Ulrich von Weizsäcker), die den 1998 erstmals vergebenen William-Lindley-Ring der DWA tragen wird. Die DWA würdigt damit Köhlers herausragendes Engagement bei der Entwicklung der „Sustainable Development Goals“ (SDG) der Vereinten Nationen und seinen Einsatz für Afrika. 2012 ernannte ihn der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, zum Mitglied des „High Level Panel of Eminent Persons on the Post-2015 Development Agenda“. Der Panelbericht legt die Grundlage für die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedet wurde. Von 2016 bis 2017 leitete Horst Köhler gemeinsam mit Kofi Annan ein „Special Panel“ der Afrikanischen Entwicklungsbank, das die Bank bei der Umsetzung ihrer Strategien beriet. Im August 2017 wurde Köhler von UN-Generalsekretär António Guterres zu seinem persönlichen Gesandten für die Westsahara ernannt.

Mit dem William-Lindley-Ring zeichnet die DWA prominente Persönlichkeiten aus, die die Ziele der Vereinigung maßgeblich gefördert haben.

William-Lindley war ein Pionier der technischen Hygiene. Geboren in London, hat William Lindley (1808 bis 1900) Flusstunnel, Eisenbahnen, Gas- und Wasserwerke, öffentliche Bäder und Waschhäuser gebaut. Bekannt ist er vor allem durch seine Maßnahmen zur Abwasserkanalisation und Trinkwasserversorgung, die eine Antwort auf Choleraepidemien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren. Bereits 1824 war er nach Hamburg umgezogen, wo er 1842 die erste Kanalisation auf dem europäischen Festland errichtete. Später folgten weitere hygienetechnischen Pionierleistungen in Frankfurt a. M., Warschau, Pest, Düsseldorf, Basel und auf Helgoland, bevor er 1879 mit Eintritt in den Ruhestand endgültig nach London zurückkehrte.

Ehrennadeln

Mit der Ehrennadel ehrt die Vereinigung Mitglieder, die die DWA durch intensive Tätigkeit gefördert haben.

Hubertus Brückner ist Fachmann für die Gewässerunterhaltung und hat in seinem Berufsleben insbesondere die ökologisch orientierte Gewässerunterhaltung in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vorangebracht. In der DWA arbeitet er in einschlägigen Fachgremien mit. Außerdem hat er Grundlagen für entsprechende Weiterbildungsveranstaltungen mit gelegt und hält selber zahlreiche Vorträge in entsprechenden Veranstaltungen. Brückner ist Mitglied im Beirat des DWA-Landesver¬bands Nord-Ost und im Beirat der DWA auf Bundesebene.

Norbert Dichtl ist seit mehreren Jahrzehnten national und international als führender Experte in den Bereichen der Klärschlammbehandlung, -verwertung und -entsorgung, der Biogasgewinnung und -verwertung sowie zu Fragen des nachhaltigen Umweltschutzes in der Wasserwirtschaft bekannt. Er engagiert sich intensiv in zahlreichen Fachgremien der DWA insbesondere in den Bereichen der Schlammbehandlung und Biogaserzeugung. Hervorgehoben sei sein großes Engagement im Bereich der Fort- und Weiterbildung der DWA, zum Beispiel im Rahmen der Meisterweiterbildung sowie bei Seminaren zur Fort- und Weiterbildung von Führungskräften. Darüber hinaus gestaltete Norbert Dichtl zahlreiche DWA-Fachtagungen, wie zum Beispiel die DWA-Klär¬schlammTage oder die DWA-BiogasTage. Als Vorsitzender des DWA-Hauptausschusses „Kreislaufwirtschaft, Energie, Klärschlamm“ ist er seit 2012 Mitglied des DWA-Vorstands.

Erich Englmann ist in der DWA vielfältig engagiert. Auf Bundesebene war er 14 Jahre Mitglied im Fachausschuss „Zukunftstechnologien und übergreifende Fragestellungen“ im Hauptausschuss „Kreislaufwirtschaft, Energie und Klärschlamm“. Seit 15 Jahren ist er Mitglied im Fachausschuss „Abwasserbehandlung im ländlichen Raum“. Im DWA-Landes¬verband Bayern ist er Impulsgeber und Unterstützer der Arbeit sowie regelmäßiger Referent und Moderator bei Seminar- und Tagungsveranstaltungen.

Georg Heerten ist ein bundesweit und international bekannter Fachmann für Geotechnik, speziell Dichtungssysteme im Wasserbau, beim Grundwasserschutz und zur Verbesserung des Schutzes gegen Hochwasser. In der DWA war er langjährig Obmann des Fachausschusses „Dichtungssysteme im Wasserbau“ und hat viele Seminare zu den Themen Deiche und Wasserbau geleitet oder dort vorgetragen.

Volker Jansen hat sich intensiv um den Erfahrungsaustausch der Kommunen und der Ingenieurbüros verdient gemacht. Er hat diese Bereiche sowohl auf der Ebene der Landesverbände als auch auf Bundesebene betreut und ausgebaut. Seit 2003 ist er Obmann des DWA-Fachaus¬schusses „Erfahrungsaustausche“. Im DWA-Landesverband Nordrhein-Westfalen ist er seit 1990 Leiter des Erfahrungsaustausches der Städte und Gemeinden.

Dieter Krause hat sein umfangreiches limnologisches Wissen intensiv in die DWA eingebracht und den DWA-Fachausschuss „Natürliche und künstliche Seen“, dessen Obmann er ist, zu einem anerkannten Gremium in Fragen der Seenbewirtschaftung und insbesondere der Seentherapie gemacht. Außerdem ist Dieter Krause Sprecher der Arbeitsgruppen „Freizeitnutzung an Seen“, „Gestaltung und Nutzung von Baggerseen“, „Feuchtgebiete“ und hat die neuen Arbeitsgruppen „Seenmodellierung“ sowie „Wasserinhaltsstoffe in Seen“ initiert.

Hans-Dieter Meißner ist Fachmann für den Bau ländlicher Wege. Durch seinen besonderen Einsatz und sein Geschick zu verbindlichen Verhandlungen hat er wesentlich dazu beigetragen, Akzeptanz für die Richtlinien des ländlichen Wegebaus auf breiter Grundlage herzustellen und einen fächerübergreifenden Konsens der Anwender des entsprechenden Regelwerks der DWA zu diesem Thema herbeizuführen. Bis 2016 war Hans-Dieter Meißner Obmann des DWA-Fachausschusses „Ländliche Wege“ und Leiter des Arbeitsausschusses „Ländliche Wege“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen.

Wolfgang Schlesinger hat über die DWA wesentliche Impulse und Beiträge für die Qualifizierung der Mitarbeiter im Abwassersektor im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes erbracht. Er hat sich als Referent, als Mitglied der Jury der DWA-Berufswettbewerbe – von 2009 bis 2014 als Vorsitzender – und als Obmann des DWA-Fachausschusses „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“ innerhalb der DWA überdurchschnittlich engagiert. Bei der Einführung der Berufswettbewerbe hat er in den Jahren 2009 bis 2014 maßgebliche Aufbauarbeit geleistet. Von Beginn an war er auch Referent bei den Kanalinspektionskursen der DWA.

Bereits im letzten Jahr wurde Norbert Litz, früher Umweltbundesamt, die Ehrennadel zugesprochen. Er kann sie erst in der Mitgliederversammlung 2017 entgegennehmen. Norbert Litz hat sich in der DWA und ihrer Vorgängerorganisation DVWK besonders um Fragen der Bodennutzung und zu Stoffeinträgen in Oberflächengewässer und Grundwasser verdient gemacht. Ein besonderer Berührungspunkt der Arbeit von Norbert Litz zur DWA waren auch Arbeiten zum Verhalten organischer und anorganischer Stoffe, die durch Klärschlämme und die landwirtschaftliche Praxis in Böden von Trinkwasserschutzgebieten gelangen können.

Ernst-Kuntze-Preis

Achim Höcherl, Leiter „Abwasserbehandlung/technische Leistungen“ im Tiefbauamt der Stadt Bonn, und Sven Theus, früher ein Kollege von Höcherl in Bonn, seit März 2017 bei DAR in Wiesbaden, werden in diesem Jahr zu gleichen Teilen mit dem Ernst-Kuntze-Preis der DWA ausgezeichnet. Mit dem Ernst-Kuntze-Preis, benannt nach einem ihrer frü¬heren Präsidenten, zeichnet die DWA Arbeiten und Erfindungen aus, die zu praktischen Verbesserungen auf den Arbeitsgebieten der Vereinigung führen. Der Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert.

Achim Höcherl und Sven Theus haben eine neue Art, Informationen in der Abwassertechnik bereitzustellen, besonders für junge Auszubildende, entwickelt. Zu den gängigsten Verfahrensstufen der Abwasser- und Schlammbehandlung haben sie die nötigen Informationen über QR-Codes hinterlegt, die auf Tafeln aufgedruckt sind und am jeweiligen Ort auf der Abwasseranlage aufgestellt werden. Durch Aufrufen dieser QR-Codes mit einem Smartphone sind vor Ort ohne Zeitverluste zielgerichtete Informationen verfügbar. Das Betriebspersonal hat so auf einfache Art die Möglichkeit, sich neue Informationen zu beschaffen, neues Wissen anzueignen oder bereits vorhandene Kenntnisse zu ergänzen und vertiefen. Die Technik lässt sich außerdem gut in den öffentlichen Raum übertragen und integrieren. Der interessierte Bürger kann somit Informationen über Prozesse, Bauwerke oder technische Anlagen erhalten. Das Projekt „QR-Codes Abwassertechnik“ wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Nachdem eine Machbarkeitsstudie zur Verwendung von QR-Codes in diesem Sinne im Jahr 2016 ein positives Ergebnis gebracht hatte, wird nun ein praktisch einsatzfähiges Produkt auf dieser Grundlage, ergänzt um ein Content-Managementsystem, von der DWA vermarktet.

Quelle: DWA

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